Blog-Coaching für PR-Leute #7: Bloganalyse und die wichtigsten Kennzahlen

Blog-Coaching für PR-Leute #7: Bloganalyse und die wichtigsten Kennzahlen

Wie oft wurde ein Blogpost gelesen? Woher kommen die Leser? Wie lang sind sie auf dem Blog geblieben? Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns im siebten und letzten Teil meiner SERIE „Blog-Coaching für PR-Leute“, die Blog-Basiswissen vermittelt. Mit der Analyse seines Blogs und den wichtigsten Kennzahlen sollte sich nämlich jeder beschäftigen, der einen professionellen Blog betreiben will. 

Es gibt einige Tools, mit denen du deine Blogstatistiken auswerten kannst: Mit Google Analytics hat du ein mächtiges und – in weiten Strecken – kostenloses Instrument an der Hand, den Erfolg deines Blogs zu messen. Eine ebenfalls bekannte Alternative dazu ist Piwik, es gibt aber noch eine Vielzahl weiterer Tools wie SumAll oder Geckoboard. Nachdem Google Analytics das bekannteste und verbreitete Tool ist, das ich einfach auch am besten kenne, bezieht sich der folgende Text auf Google Analytics.

 

Die interessantesten Erkenntnisse aus Google Analytics

 

Wie findet dein Publikum dich?

Wie kommen die Leute auf deinen Blog, was sind die Besucherquellen? Über die Google-Suche? Über deine Socials, etwa über Facebook oder Pinterest? Die Info, wie jemand auf deinen Blog gefunden hat, ist sehr wertvoll. Damit kannst du abschätzen, ob deine SEO-Aktivitäten fruchten, oder ob du über Social Media viele Leute auf deinen Blog leiten kannst. Aber du siehst so auch, ob du viele Stammleser hast oder gut verlinkt bist.

 

Wo befindet sich dein Publikum

Über Google Analytics kannst du auch identifizieren, von welcher geographischen Lage dein Publikum herkommt. Du siehst aus welchen Ländern und Städten deine Blog-Besucher stammen. Diese Info kann hilfreich sein, um abzuchecken, ob du dein Zielpublikum auch geographisch erreichst, falls das für dich relevant ist. Für meinen Blog hier ist es etwa relevant, viele Besucher aus Wien und generell aus Österreich zu bekommen, weil ich vorwiegend für die Wiener PR-Branche schreibe. Das kommt bei mir auch ziemlich gut hin. Hätte ich jetzt 80 Prozent meiner Besucher aus Hamburg, müsste ich etwas an meiner Blog-Strategie ändern.

 

Welcher Inhalt ist am beliebtesten

Sehr aufschlussreich ist es auch sich anzusehen, welche Beiträge am häufigsten geklickt wurden. Das solltest du dir genauer anschauen und versuchen, die Erfolgsfaktoren herauszukristallisieren: Ist es ein bestimmtes Thema, das immer wieder gut ankommt? Eine bestimmte Post-Art? Eine spezielle Aufmachung? Besonders kreativ formulierte Headlines? Wenn du die Erfolgsrezepte für deine beliebtesten Posts gefunden hast, solltest du dir überlegen, mehr davon zu erstellen.

 

Das Verhalten deiner User in Echtzeit

Wenn du auf Echtzeit klickst, siehst du, wieviele User sich aktuell gerade auf deinem Blog befinden, was sie lesen, wie sie auf deinen Blog gekommen sind usw. Ich finde es ganz witzig, diese Funktion zu benutzen, wenn ich etwa gerade einen Blogartikel auf Facebook geteilt habe oder einen Newsletter versendet habe. Ein anderes Mal war ich gerade in der Echtzeit-Ansicht, als ich bemerkte, dass hunderte Besucher auf ein Interview klickten, das ich mit Hanna Herbst gemacht habe. Des Rätsels Lösung: Die VICE-Journalistin war gerade Gast in einer TV-Diskussion und wurde offenbar massiv gegoogelt.

 

 

Google Analytics – Die wichtigsten Kennzahlen

Definiere zunächst, welche Kennzahlen dir besonders wichtig sind, die du daher genauer überwachen wirst. Verlass dich dabei aber nicht auf eine einzige Kennzahl, sondern achte auf eine aussagekräftigere Analyse durch die Einbeziehung mehrerer Kennzahlen. Je nachdem, was du als die Ziele deines Blogs definiert hast, wird für dich wichtiger oder weniger wichtig sein.

 

Sitzungen
Als Sitzung (Visits) gilt, wenn jemand den Blog aufruft und sich durch deine Blogposts klickt. Es ist dabei egal, wieviele Seiten aufgerufen werden. Kommt dieser User am nächsten Tag wieder, so gilt das als neue Sitzung.

Nutzer
Als Nutzer (Unique User) gelten die unterschiedlichen Besucher des Blogs. Sie werden in der definierten Zeitperiode jeweils nur einmal gezählt. Sitzungen dagegen werden bei jedem neuen Aufruf deines Blogs gezählt.

Seitenansichten
Hier wird die Anzahl der aufgerufenen Seiten (Page Impressions) gezählt. Ruft jemand also im Rahmen einer Sitzung drei Seiten auf, so werden drei Seitenansichten gezählt.

Seiten/Sitzungen
Es wird der Durchschnitt der aufgerufenen Seiten pro Sitzung eines Nutzers berechnet (∅ PI’s pro Visit). Deine Leser sind umso aktiver auf dem Blog, je höher diese Zahl ist.

Durchschnittliche Sitzungsdauer
Wie lang haben sich Besucher auf deinem Blog aufgehalten? Die durchschnittliche Besuchsdauer einer Sitzung wird als Pendant zu den Seiten/Sitzung berechnet. Du findest diese Kennzahl unter „Verhalten“. Lange Sitzungszeiten sprechen für wirklich interessierte Besucher. Du siehst auch, ob Besucher sich auf einzelnen Seiten besonders lang oder kurz aufhalten und deine Schlüsse daraus ziehen.

Absprungsrate
Wieviele Besucher verlassen deinen Blog nach nur einer Seite? Das sagt dir die Absprungsrate (Bounce Rate). Je höher diese Zahl, desto weniger gelingt es dir, Blog-Leser auf weitere Seiten deines Blogs zu leiten. Eine hohe Absprungrate kann aber auch auf viele Stammleser hindeuten, die jeweils nur den aktuellen Blogpost lesen. Achtung: Auch Suchmaschinen bewerten die Absprungrate. Wenn viele User die Seite schnell wieder verlassen, kann sich das negativ auf deinen Platz in den Suchergebnissen auswirken. 

Anteil neue/wiederkehrende Besucher

Mit Hilfe von Cookies kann Google Analytics messen, ob ein Besucher bereits einmal den Blog besucht hat, oder ob er zum ersten Mal auf deinem Blog landet. Daraus kannst du ablesen, ob dein Blog viele interessante Inhalte bietet (wiederkehrende Besucher), oder ob etwa eine aktuelle Kampagne viele neue Besucher auf deinen Blog bringt.

Ausstiegsrate

Die Ausstiegsrate gibt den Prozentsatz der Seitenaufrufe an, die letzten während einer Sitzung waren. Eine hohe Ausstiegsrate (zu finden unter „Verhalten“) könnte bedeuten, dass deine Beiträge wenig interessant für die Nutzer waren.

Quellen

Die Quellen (unter „Akquisition“) zeigen dir, von welchem Ursprungsort ein User auf den Blog gekommen ist.

  • organic search = durch eine Suchmaschine gefunden
  • refferal = durch eine verweisende Website
  • social = durch einen Social Media Kanal
  • direct = User hat sich Link eingespeichert oder direkt in den Browser eingegeben
  • clc = Google AdWords

Demographische Merkmale

Daten wie Alter(sgruppen), Geschlecht, Interessen, aber auch Geräte und verwendete Technologie können  sehr aufschlussreich sein. Besonders wenn du selbst ein Media Kit für deinen Blog erstellst, wirst du einige dieser Daten brauchen. Achtung: Du musst die Analyse demographischer Merkmale erst freischalten und es dauert dann ein wenig, bis du aussagekräftige Werte bekommst.

 

Wenn du die Kennzahlen vergleichst, stelle im „Betrachtungszeitraum“ ein, für welchen Zeitraum du jeweils analysieren willst. Standardmäßig sind die letzten 30 Tage eingestellt. Wie bereits erwähnt, ist hier auch die Echtzeit-Analyse möglich.

 

Google Analytics

 

 

Achtung: Datenschutzreform 2018

Wie du sicher schon gehört hast, tritt Ende Mai 2018 die neue Datenschutzreform in Kraft, die rechtlich viele Änderungen im Online Marketing mit sich bringen wird. Auch die Nutzung von Google Analytics müssen wir vor diesem Hintergrund neu bewerten. Da ich kein Rechtsexperte bin, verweise ich gerne auf den auf Marketingrecht und Datenschutzrecht spezialisierten Rechtsanwalt Dr. Thomas Schwenke. Er schreibt in seinem Blogpost Datenschutz und ePrivacy 2018 – Änderungen für Onlinemarketing, Tracking und Cookies

Wenn die Nutzer in der Datenschutzerklärung der Website über die Funktionsweise von Google Analytics aufgeklärt werden sowie den Link zum Opt-Out erhalten, ist die Privatsphäre der Nutzer hinreichend geschützt. Die Nutzer können entscheiden, ob Sie die Opt-Out-Lösung nutzen oder nicht. Damit ist Google Analytics (in der Grundversion) nach der DSGVO zulässig.

Das bedeutet, dass ihr sowohl in der Datenschutzerklärung über die Funktionsweise von Google Analytics aufklären müsst (was ihr hoffentlich bereits tut) und einen Link zum Opt-Out bereitstellen müsst.

 

Weitere Hilfe zu Google Analytics

Wenn du Google Analytics nutzen möchtest, kannst du dich auch auf der Google-Analytics Hilfe umsehen.

Die Analyse deines eigenen Blog ist noch nicht aussagekräftig genug oder du willst dich einmal mit Google Analytics spielen? Dafür hat Google einen Anayltics Demo-Account zugehörig zum Google-Merchandising-Store eingerichtet. Dort kannst du dich mit allen Funktionen spielen und dein theoretisches Wissen zu Google Analytics gleich in der Praxis anwenden.

 

Serie: Blog-Coaching für PR-Leute

Mit meiner Blog-Serie „Blog-Coaching für PR-Leute“ will ich Blog-Basiswissen für PR-Leute vermitteln. 

Du hast die anderen Teile des Blog-Coachings für PR-Leute versäumt? Kein Problem, hier findest du:

#1: Warum wir uns jetzt mit Blogs auseinandersetzen sollten

#2: Wie man gute Blogtexte schreibt

#3: Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Keywordrecherche

#4: Themenfindung und Content-Formate

#5: Der Redaktionsplan

#6: Blogposts promoten

 

Neue Serie ab Jänner 2018: Mit dem Corporate Blog zur Lovebrand

Im nächsten Jahr geht es mit einer neuen Serie aus meiner Blog-Akademie weiter. Sei gespannt, wenn es heißt Mit dem Corporate Blog zur Lovebrand. In 5 Teilen schauen wir uns an, warum dein Corporate Blog geeignet ist, deine Marke zur Lovebrand aufzubauen und welche 4 Bausteine dazu nötig sind.

 

 

Blog Coaching für PR Leute - Bloganalyse

 

 

 

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