Blog-Coaching für PR-Leute #5: Der Redaktionsplan

Blog-Coaching für PR-Leute #5: Der Redaktionsplan

Im Rahmen meiner SERIE „Blog-Coaching“ für PR-Leute haben wir uns bereits angesehen, wie man Themen für Blogposts findet, wie man Keywords definiert, Blogtexte schreibt und SEO-tauglich macht. Heute geht es darum, wie du deinen Blog mit einem Redaktionsplan organisieren kannst, denn wer regelmäßig bloggt, wird kaum auf einen Redaktionsplan verzichten können.

Ein Redaktionsplan bietet eine Übersicht über alle anstehenden Blogposts und ermöglicht somit einen leichteren Überblick, welche Themen schon recherchiert bzw. vorbereitet gehören und wo noch mehr Zeit bleibt. Dabei musst du dich auf keinen Fall starr an den Plan halten, sondern solltest dir auch selbst zugestehen, die Planung tagesaktuell anzupassen. Im Prinzip funktioniert so ein Redaktionsplan somit ähnlich wie ein Redaktionsplan von journalistischen Medien.

 

Mit einem Redaktionsplan zu arbeiten bringt viele Vorteile:

  • er gewährt eine Regelmäßigkeit der Blogposts
  • er strukturiert den Blog besser, weil die einzelnen Beiträge besser aufeinander abgestimmt sind
  • er ordnet Ideen, schafft vielleicht neue Anstöße und ist gleichzeitig ein Ideenarchiv
  • er gewährleistet einen ausgewogenen Themenmix und vermeidet Themen-Doppelungen
  • er bietet einen Überblick über alle Aktivitäten rund um den Blog
  • er bietet einen Überblick, in welchem Status sich einzelne Blogposts befinden (Idee, in Planung, in Bearbeitung, in Freigabe, online)
  • er ermöglicht stressfreies Bloggen, weil du den Zeitplan leichter im Auge behältst
  • er beugt Schreibblockaden vor, weil er neue Ideen liefert
  • er hilft dabei, Verantwortlichkeiten im Team besser aufzuteilen und hilft somit auch der Ressourcenplanung
  • er dient dem Reporting (Blogstatistik)

 

Für welchen Zeitraum solltest du vorplanen?

Das hängt von dir und den Bedürfnissen des Blogs ab. Du kannst kurz-, mittel- oder langfristig planen. Manche (Corporate) Blogger planen bis zu 12 Monate vor, andere nur 1-3 Monate. Ich würde eine grobe Planung für das ganze Jahr empfehlen, bei der die wichtigsten vorhersehbaren Themen eingetragen werden. Für 3-6 Monate empfiehlt sich eine genauere Planung, bei der schon konkrete Blogpost-Arbeitstitel enthalten sind, aber auch um Blog-Serien zu planen. Die Detailplanung reicht dann für 1-3 Monate im Voraus und inkludiert den Bearbeitungsstatus, geplante Keywords, eventuelle Interviewpartner, Bildmaterial usw. – darauf gehen wir aber weiter unten genauer ein.

Ich selbst mache es hier auf dem Blog so, dass ich ungefähr ein halbes Jahr voraus plane mit konkreten Blogposts, aber bereits weit mehr Ideen gesammelt habe. Diese trage ich in ein Notizbuch ein, das ich als Themenspeicher nutze. Werden die Ideen konkreter, kommen sie in meinen Redaktionsplan. Für ca. 2-3 Monate hab ich eine ziemlich genaue Detailplanung, wobei ich da auch viel hin- und herschiebe, wenn gerade ein besser passenderes, aktuelleres Thema hereinkommt.

Bei mir hat es sich ergeben, dass ich auch bereits relativ viele Blogposts fertig in der Schublade habe, die dann nur noch einen Feinschliff brauchen. Damit komme ich bei einer Posting-Frequenz von 1-2 Blogposts die Woche rund 2-3 Monate um die Runden. Ich glaub aber, dass ich da ein Extrembeispiel bin. Ich finde es angenehm zu wissen, dass ich auch länger krankheits- oder urlaubsbedingt ausfallen könnte und trotzdem läuft der Blog weiter.

 

Was gehört in den Redaktionsplan?

Wie du Inhalte für deinen Blog entwickelst, haben wir bereits in Teil #4 Themenfindung und Content-Formate besprochen. Im Redaktionsplan planst du deine Blogposts im Detail. Dazu zählen:

  • Veröffentlichungsdatum
  • Arbeitstitel bzw. Veröffentlichungstitel
  • Zielsetzung des Beitrags (für wen geschrieben, welchen Nutzen)
  • Verfasser (falls es mehrere gibt)
  • Blog-Kategorie
  • Schlagwörter
  • Teil einer Blog-Serie oder einer sich wiederholenden Reihe?
  • Format (Text, Interview, Gastartikel, Bildergalerie, Video, Whitepaper…)
  • Keywords (für SEO)
  • Bildmaterial / Grafiken / Videos
  • Call-to-action (CTA) (Newsletter abonnieren, kommentieren, teilen, downloaden…)
  • aktueller Status (Idee, in Planung, in Vorbereitung, in Freigabe, veröffentlicht)
  • Social Media Spreading
  • besondere Notizen (Deadlines für Textproduktion…) 
  • Blogstatistik (Pageviews, Kommentare…)

Du wirst wahrscheinlich gar nicht alle diese Punkte brauchen, die Mindestanforderung ist eigentlich nur das Datum und der Titel (daher auch in fett markiert). Im Grunde empfiehlt es sich sogar, den Redaktionsplan möglichst einfach zu halten, insbesondere dann, wenn mehrere Personen damit arbeiten. Je detaillierter du aber den Plan führst, desto organisierter wirst du damit arbeiten können.

 

So holst du mehr aus deinem Redaktionsplan heraus

Du kannst die Kategorien in unterschiedlichen Farben darstellen und gestaltest damit einen ausgewogenen Themenmix, da du auf einen Blick erkennst, wie abwechslungsreich deine Themen sind.

Blog-Serien und sich wiederholende Reihen kannst du terminlich fixieren (z.B. einmal im Monat) oder einen Teil der Serie jeweils nach einer gewissen Anzahl anderer Blogposts planen. Außerdem könntest du alle Beiträge einer Serie in einem Rutsch verfassen. Sich wiederholende Reihen sorgen für eine bessere Leserbindung, weil sich deine Leser darauf einstellen können und meist schon auf den nächsten Beitrag warten. 

Auch das Format kannst du farblich oder anderweitig kennzeichnen, um auch hier einen guten Mix zu gewährleisten. (z.B. ein Interview pro Monat, ein Video alle 2 Monate usw.)

Benötigtes Bildmaterial und Grafiken für die nächste Zeit siehst du auf einen Blick. Vielleicht lassen sich die Grafiken in einem Rutsch basteln oder manche Bilder gemeinsam recherchieren oder erstellen?

Anhand des Status siehst du, was dringend vorbereitet werden muss oder wo du in Vorarbeit treten kannst, etwa wenn du Interviews rechtzeitig einfädelst.

Keywords kannst du besser aufeinander abstimmen. So kannst du unterschiedliche (long-tail) Keywords benutzen, damit deine Blogposts bei der Google Suche nicht zueinander in Konkurrenz bei der stehen.

Die Social-Media-Promotion-Spalte gibt dir einen Überblick, was du bisher bei anderen Blogposts gemacht hast und hilft dir darauf aufbauend auch bei der Planung der Social-Media-Aktivitäten neuer Blogposts. Nicht jeder Inhalt eignet sich für jede Plattform und oft ist es mit einem simplen Social-Media-Post nicht getan (Stichwort Community Management). Blogposts sollten nicht einfach auf alle Social-Media-Kanäle kopiert werden, sondern plattformgerecht und zielgruppenspezifisch aufbereitet werden. Somit empfiehlt es sich jedenfalls, einen eigenen Social-Media-Redaktionsplan zu führen, in dem man detaillierter auf diese Fragestellungen eingeht. Für den groben Überblick ist die Social-Media-Spalte aber gut.

Last but not least: Die Blogstatistik! Trage in einer Spalte die Pageviews aller Artikel ein, dann hast du einen sehr guten Überblick, welche Artikel besonders gut ankommen. Auch hier muss man sagen, dass die Bloganalyse wesentlich genauer gemacht werden kann, wenn man daraus auch etwas mitnehmen will. So könnte man sich ansehen, wie lange auf welchen Seiten verweilt wurde, welche die Zulieferquellen waren (Direct, Referral, Organic Search, Social Media bzw. welche Kanäle) und welche Seiten zum Absprung führten usw. Darauf aufbauend weißt du, welche Blogartikel besonders gut ankommen und welche weniger gut und kannst entsprechend neue Ideen für Blogposts entwickeln. In die Blogstatistik kannst du auch vermerken, welche Reaktionen dein Blogartikel hervorgerufen hat, etwa wieviele Kommentare er erhalten hat, in welcher Tonalität usw.

 

Welches Redaktionsplan-System?

Wie setzt man diesen Redaktionsplan jetzt um? Dafür gibt es keine Standardlösung, jeder muss sein individuelles System finden, womit er am besten zurecht kommt.

Möglichkeiten gibt es viele:

  • Excel-Sheets
  • Google Spreadsheets
  • Papierkalender bis hin zum Bullet Journal
  • Wandkalender
  • WordPress-Plugins wie Editorial Calender
  • Online-Tools wie Trello oder Scrivener
  • einfache Listen, etwa über Microsoft Word 

Ich selbst nutze ein Excel-Sheet, das hat sich immer bewährt. Versucht habe ich es aber auch schon mit einem Papierkalender, mit dem WordPress Editorial Kalender und mit Trello. Am Papierkalender hat mich gestört, dass er nicht so flexibel ist, am WordPress Plugin, dass es nicht auf meine Bedürfnisse zugeschnitten war, an Trello, dass es letztendlich doch zu viele Möglichkeiten bietet, die ich auch nicht gebraucht habe. Probiere einfach aus, was am besten für dich passt.

 

Blog Redaktionsplan

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SERIE: BLOG-COACHING FÜR PR-LEUTE

Mit meiner Blog-Serie „Blog-Coaching für PR-Leute“ will ich Blog-Basiswissen für PR-Leute vermitteln. Wie geht’s weiter? Im #6 Teil werden wir uns eingehender damit befassen, wie man seine Blogposts unter die Leute bringen kann. 

Du hast die ersten Teile des Blog-Coachings für PR-Leute versäumt? Kein Problem, hier findest du:

#1: Warum wir uns jetzt mit Blogs auseinandersetzen sollten

#2: Wie man gute Blogtexte schreibt

#3: Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Keywordrecherche

#4: Themenfindung und Content-Formate

 

 

 

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