Blogger Relations aus Bloggersicht – Ergebnisse der Blogparade #fairbloggerrelations & [Freebie]

Blogger Relations aus Bloggersicht – Ergebnisse der Blogparade #fairbloggerrelations & [Freebie]

Blogger Relations aus Bloggersicht: Ich wollte von Bloggern aller Branchen aus dem deutschen Sprachraum wissen, wie aus ihrer Sicht faire Blogger Relations gestaltet sein müssen und hab daher Ende Juni zur Blogparade #fairbloggerrelations aufgerufen. Ich freu mich, dass einige Blogger meiner Aufforderung nachgekommen sind und möchte euch hier die Ergebnisse präsentieren. Die wertvollen Tipps der Blogger hab ich auch in einen Blogger-Relations-Ratgeber „Die Sichtweise der Blogger“ gepackt, den ihr als Freebie herunterladen könnt.

 

Zum Hintergrund: Blogger Relations

Blogger Relations sind im Grunde die Beziehungen zwischen Unternehmen und Bloggern, um Marketing- und PR-Ziele zu unterstützen. Wer mit Bloggern zusammenarbeitet, kann von der hohen Glaubwürdigkeit und Persönlichkeit der Blogger profitieren und zudem seine Bezugsgruppen sehr genau mit sehr geringen Streuverlusten erreichen. Das alles bei überschaubaren Kosten. Voraussetzung ist jedenfalls, Vertrauen zwischen Unternehmen und Blogger aufzubauen und genau darum geht es bei Blogger Relations.

Blogger Relations ist eine relativ junge, wenn auch nicht ganz neue Kommunikationsdisziplin, die in manchen Fällen noch nicht ganz rund funktioniert. Die eine oder andere PR-Agentur bzw. das ein oder andere Unternehmen muss sich noch daran herantasten und mehr Erfahrungen sammeln. Dasselbe gilt auch für viele Blogger, die noch wenig Erfahrung damit haben. Kein Wunder, dass wir Unsicherheit und mangelnde Zufriedenheit auf beiden Seiten beobachten können.  

 

Unzufriedenheit auf beiden Seiten

Die Idee zur Blogparade ist überhaupt erst dadurch entstanden, dass ich immer wieder auf anklagende Beiträge verschiedener Blogger gestoßen bin. Weil vielerorts geklagt wird – die Blogger über mangelnden Respekt und unverschämte Anfragen potentieller Kooperationspartner, die Auftraggeber über mangelnde Professionalität und überzogene Ansprüche der Blogger – wollte ich mit dieser Blogparade die Stimmung von Seiten der Blogger aufnehmen. Wie empfinden sie Anfragen für Blog-Kooperationen? Was sind die Do’s und Don’ts aus ihrer Sicht? Was geht gar nicht und andersherum: Was ist ihnen wichtig? Wie können sie sich eine gute Zusammenarbeit mit Unternehmen vorstellen?

Der Bedarf an Aufklärung aus Blogger-Sichtweise ist sicher gegeben, denn Kritikpunkte an Kooperationspartnern finden Blogger viele. Ich möchte hier aber auch festhalten, dass meinen Recherchen zufolge die meisten Kooperationen für beide Seiten zufriedenstellend verlaufen und unpassende bis hin zu unverschämte Anfragen  zum Glück immer seltener werden. 

 

Die besten Tipps als Ratgeber für faire Blogger Relations

Die Idee hinter der Blogparade war auch, die vielen Anregungen der Blogger in dieser Blogparade zu sammeln und die wichtigsten konstruktiven Hinweise zu bündeln und Unternehmen bzw. Agenturen zur Verfügung zu stellen. Nicht um mit dem Zeigefinger auf einzelne Unternehmen zu zeigen, sondern damit Unternehmen verstehen können, wie Blogger zu der Thematik Blogger Relations stehen, was ihre Bedürfnisse sind, und welche groben Schnitzer es in der Zusammenarbeit zu vermeiden gilt.

Herausgekommen dabei sind viele nützliche Tipps von Bloggern an ihre Kooperationspartner in Agenturen und Unternehmen. Dabei hab ich jedoch nicht nur die Beiträge der Blogparaden-Teilnehmer nach nützlichen Hinweisen durchforstet, sondern auch noch nach weiteren Blogposts zur Fragestellung recherchiert und Tipps daraus in meinen Ratgeber integriert, sofern sie nicht schon enthalten waren. 

 

Diesen umfassenden Blogger-Relations-Ratgeber „Die Sichtweise der Blogger“ kannst du hier auch als [Freebie] downloaden.

 

Blogger Relations Ratgeber

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Teilnehmer der Blogparade

Diese neun Blogs haben sich mit ihren wertvollen Beiträgen beteiligt – an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an alle Teilnehmer!

 

Erkunde die Welt:

Zusammenarbeit leicht gemacht: Blogparade #fairbloggerrelations – erfolgreich kooperieren!

Blogger Michael sagt: „Eine Kooperation muss für mich immer für beide Seiten Vorteile haben!“ Ihm ist wichtig, dass Kooperationen auf Augenhöhe und nicht von oben herab geführt werden. Auch eine faire Bezahlung ist ihm wichtig, wobei es sich nicht immer um eine finanzielle Gegenleistung handeln muss. Michael legt auf seinem Blog deutlich dar, was er sich von Kooperationspartnern erwartet und hat mit dieser Offenheit gute Erfahrungen gemacht.

 

Mediapunk:

Verlorene Unschuld: wenn Blogger Influencer sein möchten

Blogger Konrad hinterfragt, ob Blogger, die man für Blogposts bezahlen kann, überhaupt glaubwürdig sind: „Authentisch und integer zu bleiben ist eine Gratwanderung, besonders, sobald Geld im Spiel ist.“ Konrad ist überhaupt der Ansicht, dass Blogger ihre Authentizität und Souveränität ab dem Zeitpunkt verlieren, ab dem sie ihr Wirkungspotential gegen Entgelt zur Verfügung stellen, weshalb er auch noch keine entgeltliche Kooperation gemacht hat.

 

Blogparade.guru:

Blogparade – Blog-Kooperationen 2017

Blogger Alexander hat meine Blogparade freundlicherweise auf beiden seinen Blogparaden-Blogs geteilt – danke dafür! Er sagt, dass die Zusammenarbeit zwischen Bloggern und Unternehmen häufig gar nicht zustande kommt, weil einfach die Vorstellungen an Vergütung etc. zu verschieden sind. Sehr enttäuscht ist er zwar nie von Unternehmen gewordenen, schmunzeln musste er aber doch das eine oder andere Mal.

 

Doris World:

Gestatten: Bloggerin und nicht Trottel vom Dienst | Knigge für den Umgang mit Bloggern

Bloggerin Doris hat bei mir einen älteren Beitrag von 2016 eingereicht, was aber auch sehr willkommen war. Sie hat reichlich Erfahrung mit grotesken Anfragen und plaudert in ihrem Beitrag schön aus dem Nähkästchen, weil man ihrer Meinung nach aus Negativbeispielen viel lernen kann. Doris weißt auch auf einen wesentlichen Punkt hin: „Hinter jedem Blog steht grundsätzlich ein Mensch, der mit Leidenschaft bloggt. […] Geht daher so mit diesen Menschen (Bloggern) um, wie Ihr auch mit Euch umgehen würdet. Das heißt, höflich, freundlich, direkt und bitte mit Hirn.“

 

Alternative Lebensweisen:

Fair Blogger Relations: Zusammenarbeit unter BloggerInnen

Blogger Alexander hat sich in seinem Beitrag mehr auf die Zusammenarbeit der Blogger untereinander fokussiert, und beschreibt etwa, wie die Kooperation mit gegenseitigen Gastartikeln aussieht. In diesem Bereich hat er durchwegs gute Erfahrungen gesammelt. Multi-Level-Marketing und Anfragen von Agenturen, die Artikel verkaufen wollen, lehnt er ab.

 

King & Stars:

„Sorry, aber Budget gibt es dafür keines!“ #fairbloggerrelations im Jahr 2017?

Bloggerin Ani widmet ihren Beitrag jenen Kooperationspartnern, die ihr Werk nicht verstanden haben, sie fassungslos, sauer oder nur erstaunt gemacht haben. Ani ärgert sich, dass sie bei manchen Kooperationsanfragen das Gefühl einer „Medienprostituierten“ vermittelt bekommt. Sie findet auch das schade: „Immer noch setzen viele Firmen auf Masse, anstatt auf Qualität.“ Und dadurch geht wiederum die Authentizität verloren.

 

Keepcalmandblogforfun:

Faire Bloggerkooperationen: Gibt´s die?

Bloggerin Steffi bekommt auch als Hobbybloggerin zahlreiche Kooperationsanfragen, leider sind da auch geschmacklose dabei, wie sie in einem konkreten Beispiel erzählt (lest am besten bei Steffi rein). Steffi hat auch viele tolle Tipps für Kooperationspartner in petto, etwa: „Zielgruppengerecht: zwanzigjährige Blogger z.B. Antifaltencreme testen zu lassen ist sinnbefreit.“ Wo sie Recht hat, hat sie Recht.

 

Text-Center Blog:

Verkauft Euch nicht unter Wert aber verkauft Euch – Wie frage ich nach einer Kooperation?

Tipps aus der Unternehmensperspektive aus der Feder von Olga Ziesel vom Text-Center Blog runden die Erkenntnisse der vorherigen Beiträge ab. Die Key Message an die Blogger lautet: „Verkauft euch, aber nicht unter eurem Wert!“. Letztendlich gelinge das am Besten, wenn Blogger selbst aktiv und überlegt an Unternehmen herantreten und Kooperationsangebote schmackhaft machen.

 

Klara Fuchs: 

Mit dem Bloggen Geld verdienen – heb dich von anderen ab

Die bekannte österreichische Fitnessbloggerin teilt in ihrem Beitrag Insiderwissen „behind the scenes“ aus 5 Jahren Erfahrung aus Bloggersicht. Auch Klara bekommt tagtäglich unseriöse Anfragen per E-Mail und hat manchmal das Gefühl, dass Blogger nicht ernst genommen werden oder mit billigen Produkten abgespeist werden sollen. Ein Blogger kann jedoch viele Menschen in spezifischen Nischen erreichen und Klara plädiert daher auch für eine faire Bezahlung. Obendrein hat sie hilfreiche Tipps für Blogger in petto.

 

 

Blogger-Relations-Ratgeber: Die Sichtweise der Blogger

Die Zusammenstellung der Tipps soll keine Belehrung von oben herab sein, sondern soll zu Kooperationen auf Augenhöhe verhelfen. Zu einer gelungen Kooperation gehören nämlich immer beide Seiten – der Blogger und das Unternehmen. Und da sollte man durchaus auch den Bloggern zuhören!

Folgende Punkte sind Bloggern wichtig, wenn sie mit Unternehmen kooperieren:

 

Professionelle Zusammenarbeit

Diesen Punkt möchte ich allen weiteren Punkten voranstellen: Wer Blogger Relations verantwortet, sollte sich ernsthaft darum bemühen, bei Bloggern einen guten Eindruck zu hinterlassen. Zum professionellen Verhalten zählt auch, Absagen hinzunehmen und nicht patzig zu reagieren. Agiert immer professionell und seriös, denn ein Blogger, der verärgert ist, wird euch nicht in guter Erinnerung behalten und auch seinen Blogger-Kollegen nicht als Kooperationspartner weiterempfehlen. Einmal unprofessionell agiert, ist das Image schon ruiniert. Bloggerin Doris von Dorisworld sagt etwa auch, dass sie bei solchen Unternehmen so schnell sicher nichts einkaufen wird. Noch schlimmer: Ein verärgerter Blogger oder Influencer kann auch seinen Unmut öffentlichkeitswirksam in Blogposts und / oder über seine Social Media Kanäle kundtun. Das ist zwar auch nicht die feine Art, aber es sind mir schon einige Beispiele untergekommen.  

 

Respektvolle Kooperation auf Augenhöhe statt Ausnutzung

Bei manchen Unternehmen dürfte es noch immer Usus sein, Blogger von oben herab zu behandeln, statt auf Augenhöhe. Da werden unpersonalisierte 0815-Mails versandt mit der Aufforderung, Content zu erstellen und zum Unternehmen zu verlinken, ohne dass näher auf den Blogger, seine Themen und seine Zielgruppen eingegangen wird. Dem einen oder anderen Blogger wird schon mal das Gefühl vermittelt, dankbar dafür sein zu müssen, dass er überhaupt über ein Unternehmen bzw. ein Produkt schreiben darf. Manch ein Blogger hat dabei das Gefühl, als SEO-Maßnahme oder für billige Werbung missbraucht zu werden. Unternehmen sollten Blogger daher als Kooperationspartner auf Augenhöhe wahrnehmen, ihnen ein Gefühl der Wertschätzung geben und personalisierte Anfragen stellen, in denen sie beweisen, dass sie sich näher mit dem Blogger und seiner Arbeit beschäftigt haben. Eine höfliche, freundliche, wertschätzende Kommunikation ist Gold wert!

 

Beschäftigung mit dem Blogger vorab

Apropos Beschäftigung mit dem Blogger: Wer in seiner Kooperationsanfrage ganz klar signalisiert, dass er sich nicht näher mit dem Blogger und seinem Blog auseinandergesetzt hat, darf sich auch keine freudige Rückmeldung des Bloggers erwarten. Es sollte doch selbstverständlich sein, sich genauer mit dem Blogger auseinanderzusetzen, mit dem man arbeiten will und gut zu recherchieren. Dazu gehört auch eine persönliche, namentliche Ansprache statt Massenmails mit der Anrede „Lieber Blogger“. Die vorgeschlagene Kooperation sollte dann auch zum Blog passen. Ein besonders ungutes Erlebnis hatte etwa Bloggerin Steffi von Keepcalmandblogforfun: Ihr schlug ein Online-Shop für Produkte für krebskranke Frauen eine Kooperation vor mit dem Hinweis, dass sie ja in ihrem Blog auch von ihren „Erfahrungen“ berichten würde. Die Sache ist: Steffi hat – zum Glück – keine Erfahrung mit Krebs, was diese Anfrage besonders geschmacklos macht.

 

Faire Bezahlung

Faire Bezahlung ist einer der wichtigsten Punkte in den Augen der Blogger! Eine Kooperation muss für Blogger eine win-win-Situation darstellen, sollte also fairerweise nicht nur dem Unternehmen etwas bringen, sondern auch dem beteiligten Blogger. Dazu zählt auch eine faire Bezahlung oder Gegenleistung. Ein PR-Sample, ein Linktausch oder ein Social-Media-Post empfinden viele Blogger nicht als faire Bezahlung. Ist der Wert einer Gegenleistung bei einem Produkttest sehr hoch, etwa bei einer Bloggerreise, rechnen manche Blogger den Produktwert ihren Preisen gegen. Bei sponsored Posts sieht es jedoch anders aus, hier ist eine Bezahlung für die vom Blogger geleistete Arbeit meist üblich. Eine Gegenleistung ausschließlich in Form von Produkten (Barter-Deal) mag dennoch für manche Blogger okay sein, das ist von individuellen Faktoren wie großer Begeisterung für ein Produkt, wertschätzender Beziehungsaufbau von Seiten des Unternehmens oder der Frage, ob Hobby-Blogger oder hauptberuflicher Blogger abhängig.

Dazu sollten Unternehmen auch Verständnis für die Arbeitsweise der Blogger aufbringen, denn jeder Auftrag bedeutet einen meist viele Stunden umfassenden Arbeitsaufwand für die Blogger für Recherche, Schreiben, Fotos erstellen, Gestalten, Promoten usw. Oder, wie Steffi von Keepcalmandblogforfun sagt: „Bloggen ist Arbeit und kein Ponyhof“. Es wird sicher nicht jeder Blogger für Geld arbeiten wollen, ausnützen sollten Unternehmen Blogger aber dennoch nicht. Unbeliebt ist etwa auch das Argument von zumeist Start-ups, die für Blogger kein Budget haben wollen, jedoch für Werbung viel bezahlen, wie Bloggerin Klara von Klara Fuchs kritisiert.

Einige Bloggerinnen haben auch in diesem Sommer die Initiative Fair Blogging ins Leben gerufen. Damit wollen sie aufzeigen, wie wichtig ein faires Honorar für Blogger ist.

 

Klare, offene Absprachen

Blogger wünschen sich vorab klare, offene Absprachen, was von ihnen erwartet wird. Ein Blogpost? Content auf den Social Media Kanälen des Bloggers? Ein ausführliches Reporting? Die Art und Weise, wie gekennzeichnet wird? All das sollte vorab deutlich ausgesprochen und schriftlich festgehalten werden, damit es zu keinen Enttäuschungen danach kommt. Blogger Michael von Erkunde die Welt hat gerade aufgrund klarer, offener Absprachen sehr gute Erfahrungen mit Kooperationen gemacht.

 

Inhalte mit Mehrwert für die Leser

Bloggern ist es üblicherweise wichtig, nur solche Blogposts zu erstellen, die ihren Lesern einen Mehrwert bieten. Reine Werbeinhalte, die noch dazu gar nicht zur Thematik des Blogs passen, werden fast immer abgelehnt. Daher sollten die vorgeschlagenen Themen immer für die Zielgruppe des Bloggers interessant sein. Am besten erreicht man das, wenn man mit dem Blogger gemeinsam an der Umsetzung des Blogposts tüftelt und da kommen wir auch schon zum nächsten Punkt:

 

Content Co-Creation statt strikte Vorgaben

Ein bezahlter Blogpost, der stur nach Vorgabe des Unternehmens gestaltet wird, ist eine vergeudete Chance. Viele Blogger wollen gemeinsam mit dem Unternehmen Ideen entwickeln, wie die Kooperation am besten umgesetzt werden könnte. Blogger kennen die Interessen und Vorlieben ihrer Community am besten, sie wissen, welche Art von Blogpost oder Social-Media-Content für ihr Publikum wahrscheinlich funktioniert und haben meist sehr gute Ideen, wie ein Produkt in einem stimmigen Rahmen platziert werden kann. Warum nicht diese Expertise nutzen und den Blogger kreativ werden lassen? Gerne auch in persönlichen Meetings in gemeinsamen Brainstormings, so viel Zeit muss sein. Zu viel Einfluss auf Inhalt und Verlinkungen und rigorose Anforderungen werden hingegen von Bloggern nicht so gerne gesehen. Gerade bei Kooperationen im Rahmen von Plattformen dürften strikte Vorgaben häufiger vorkommen.

 

Influencer-Plattformen meiden

Das werden jetzt die Betreiber der entsprechenden Plattformen für Influencer Marketing, die übrigens gerade wie Schwammerln aus dem Boden schießen, nicht so gerne hören: Einige Blogger haben nicht so gute Erfahrungen mit solchen Plattformen gemacht und arbeiten lieber direkt mit den Unternehmen oder ihren Agenturen. Die Vorgaben der Plattformen sind oftmals sehr strikt (siehe Punkt Content Co-Creation) und die Bezahlung muss sich der Blogger ebenfalls mit der Plattform teilen.

 

Auf korrekte Kennzeichnung der Kooperationen achten

Bloggern ist üblicherweise das Vertrauen ihrer langwierig aufgebauten Community sehr wichtig, daher hüten sie sich davor, Schleichwerbung zu machen. (Von den schwarzen Schafen unter den Bloggern mal abgesehen.) Es ist ihnen daher wichtig, bezahlte Beiträge klar zu kennzeichnen. Eine offen kommunizierte bezahlte Kooperation präsentiert auch das Unternehmen in einem seriösen Licht und macht auch das Produkt glaubwürdiger. Anfragen, die den Blogger bewusst dazu auffordern, nicht zu kennzeichnen, werden zum Glück immer seltener und landen oft sofort im Papierkorb.

 

Keine DoFollow-Links verlangen

Dasselbe gilt für Anfragen nach DoFollow statt NoFollow-Links zum kooperierenden Unternehmen: Auch sie landen im Papierkorb vieler Blogger, die Wert auf eine googlekonforme Verlinkung legen um nicht selbst von Google abgestraft zu werden. DoFollow-Links haben zwar keine rechtliche Relevanz, aber Google legt in seinen Webmaster-Richtlinien fest, dass bezahlte Links mit dem NoFollow-Attribut versehen werden müssen, damit die Suchmaschine nicht in die Irre geführt wird. 

 

Differenziertere Auswahlkriterien an Blogger legen

Viele Blogger ärgert es zu Recht, wenn Unternehmen rein zahlengetrieben denken und Blogger nur nach ihren Blog-Statistiken und der Zahl ihrer Follower messen. Kennzahlen alleine sagen noch nichts aus, die kann man leicht fälschen, wovon auch zahlreiche Experimente zu Fake Influencern zeugen. Die Zahlen alleine geben außerdem keine Auskunft darüber, ob der Blogger auch genau zu einer Brand passt, ob er mit seiner Community stark interagiert, wie kreativ er ist usw. Daher sollten Unternehmen differenziertere Auswahlkriterien jenseits nackter Zahlen an Blogger legen und gründlich recherchieren. Wenn immer nur jene Blogger beauftragt werden, die sehr bekannt sind und schon viele Kooperationen gemacht haben, wirkt auch eine Kooperation mit solchen Bloggern nicht immer unbedingt authentisch. Da macht sich schnell das Gefühl breit, dass der eine oder andere Werbung für eh alles macht. Es lohnt sich daher die Suche nach frischen, unverbrauchteren Gesichtern, die besser zur Marke passen. Zu diesem Thema hab ich übrigens sehr viele Blogposts unterschiedlicher Blogger auch abseits dieser Blogparade gefunden.

 

Zielgruppengerechte Kooperationen anstreben

Überlegen sollte man sich auch, welche Zielgruppen man durch den Blogger erreicht. Wer zum Beispiel 20-Jährige eine Antifaltencreme testen lässt, hat sich wahrscheinlich wenig Gedanken darum gemacht, wen er letztendlich mit der Kooperation erreichen wird. Junge Bloggerinnen haben meist ein gleichaltriges, wenn nicht jüngeres Publikum.

 

Mediakit verlangen

Professionelle Blogger verfügen über ein Mediakit und stellen dieses interessierten Unternehmen auch zur Verfügung. Darin finden sich die wichtigsten Fakten, Statistiken und Kennzahlen des Bloggers. Ob das Mediakit direkt und für alle einsehbar am Blog liegt, ist von Blogger zu Blogger verschieden. Die meisten geben ihre Mediakits jedoch nur nach Anfrage heraus. Unternehmen sollten sich aber auf jeden Fall das Mediakit des Bloggers ansehen, damit sie sich auch anhand dessen ein Bild machen können, ob der Blogger zur Brand passt.

 

Langfristige Kooperationen statt kurzfristige Kampagnen

Für die Brand Awareness sind langfristige Kooperationen sinnvoller als kurzfristige Kampagnen mit vielen verschiedenen Bloggern. Sehen Follower regelmäßig eine Marke bei einem Blogger, dann wird das auch stärker wahrgenommen als für sich alleine stehende bezahlte Blogposts. Außerdem ist die Glaubwürdigkeit einer langfristigen, exklusiven Kampagne viel mehr gegeben, als wenn ein Blogger immer wieder vereinzelt für unterschiedliche Marken wirbt, die mitunter auch in Konkurrenz zueinander stehen.

 

Qualität statt Masse

Manche Agenturen setzen auf das Giesskannenprinzip und gehen Kooperationen mit vielen Bloggern ein, die im gleichen Zeitrahmen ein Produkt bewerben sollen. Das kommt weder bei den Followern der Blogger gut an, denn wenn diese mehreren ähnlich positionierten Blogs folgen, können sie solche Kooperationen schon mal als „Dauerwerbesendung“ empfinden und genervt reagieren. Aber auch bei den Bloggern selbst ist das nicht so beliebt, wenn sie draufkommen, dass sie nur einer von vielen Produktteststern sind. Mehr Qualität statt Masse ist also etwa eine Forderung der Bloggerin Ani von King & Stars. Sie bemängelt, dass ansonsten die Authentizität verloren geht. Und wenn am Ende die Follower von der Marke genervt sind, hat auch niemand etwas davon.

 

Kein ewiges Vertrösten bis zu einer Entscheidung

Ungut für Blogger ist es, wenn sie nach einem Blogger-Pitch lange auf eine Entscheidung warten müssen, ob das Unternehmen mit ihnen zusammenarbeiten will oder nicht. Da kann bei dem einen oder anderen schon das Interesse an der Kooperation verloren gehen.

 

Keine ungefragten PR-Samples oder Presseaussendungen

Gar nicht wenige Blogger jammern darüber, ungefragt auf Presseverteiler gesetzt zu werden. Sie bekommen meist für sie belanglose und unbrauchbare Presseaussendungen oder PR-Samples zugeschickt, nach denen sie gar nicht angefragt haben. Bevor man einen Blogger also auf einen Verteiler setzt, sollte man sein Einverständnis dazu einholen, sonst macht man sich schnell unbeliebt. Ich will hier aber auch gar nicht abstreiten, dass es nicht auch genug Blogger gibt, die sich gerade über PR-Samples freuen und das ist ja auch okay so. Nur wäre es eben gut zu wissen, ob die Gaben überhaupt willkommen sind, oder nicht. Detto Presseaussendungen: die sind meistens gar nicht erwünscht. Blogger sehen es nämlich nicht als ihre Aufgabe, Presseaussendungen abzuschreiben, sondern geben als Meinungsmedien eigene Sichtweisen und Erfahrungen wieder.

 

 

Das waren die hoffentlich hilfreichen Ratschläge der Blogger.

Die Tipps finden sich auch im Blogger-Relations-Ratgeber „Die Sichtweise der Blogger“ als [Freebie] zum Download.

 

 

Und wie sehen das die Experten?

Wie sehen eigentlich umgekehrt die Blogger-Relations-Verantwortlichen aus Unternehmen und Agenturen die Zusammenarbeit mit Bloggern und anderen Influencern? Fragen dazu werde ich demnächst an ausgewählte Experten stellen und auf meinem Blog in einem Roundup-Post sammeln. Stay tuned!

 

Du möchtest auch noch deinen Senf zum Thema faire Blogger Relations abgeben? Dann hinterlass mir doch einen Kommentar! Ich bin gespannt!

 

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2 thoughts on “Blogger Relations aus Bloggersicht – Ergebnisse der Blogparade #fairbloggerrelations & [Freebie]”

  • Wow! Da ist ja was ganz tolles entstanden <3 Vielen Dank für die tolle Zusammenfassung! Da bin ich natürlich auch auf die Gegenseite gespannt! Finde es aber toll, dass du dieses Thema so aufgreifst, denn dann können beide Seiten voneinander profitieren bzw. ihre Sichtweisen darlegen. So versteht man wahrscheinlich die Gegenseite einfach besser 🙂

    **Ani**

    http://www.kingandstars.com

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