Blogger Relations aus Expertensicht – Do’s und Don’ts für Blogger

Blogger Relations aus Expertensicht – Do’s und Don’ts für Blogger

Was erwarten sich Blogger Relations Experten von der Zusammenarbeit mit Bloggern? Was sind die No Go’s, die Blogger unbedingt vermeiden sollten? Diese Fragen habe ich einigen ausgewählten österreichischen Blogger Relations Verantwortlichen in Agenturen und Unternehmen gestellt. Zu Blogger Relations gehören nämlich immer zwei Seiten und das sind neben den Bloggern selbst die Auftraggeber bzw. Unternehmen und ihren Agenturen (so vorhanden). Die Blogger selbst hatte ich bereits im Sommer 2017 zu einer Blogparade unter dem Motto #fairbloggerrelations aufgerufen, ihre Erfahrungen und Ansprüche an Unternehmen im Rahmen von Blogger Relations zu schildern.

In diesem Roundup-Post findest du nun die Statements einiger Blogger Relations Experten.

 

 

Was erwartest du dir als Blogger Relations Experte von der Zusammenarbeit mit Bloggern?

 

Brigitte Pawlitschek

Brigitte Pawlitschek

Geschäftsführerin results & relations 

Von der Zusammenarbeit mit BloggerInnen und Influencern erwarte ich mir ein gewisses Maß an Professionalität und eine Kommunikation auf Augenhöhe. Dazu gehören im Geschäftsleben übliche allgemeine Praktiken wie Verlässlichkeit, Qualität und Wertschätzung, aber im speziellen ein Verständnis der BloggerInnen für die Anforderungen von Unternehmen. Dazu zählen nun mal (professionell aufbereitete) Zugriffszahlen, Angaben zur Zielgruppe, Publikum und Reichweite. Das muss kein Kompendium sein, aber eine Seite mit graphisch aufbereiteten, leicht les- und verstehbaren Eckdaten wird erwartet. Ich habe meinen Kunden auch schon Blogs empfohlen, die diesbezüglich eher weniger gut ausgestattet waren, allein, die Persönlichkeit des Bloggers/der Bloggerin sowie seine/ihre Inhalte haben schlussendlich überzeugt. Zahlen sind essentiell, aber nur ein Teil der Entscheidung. Authentizität und Glaubwürdigkeit sind hier die Keys. Wer als Mensch überzeugt und ehrlich an einer two-way-cooperation mit einem Unternehmen interessiert ist, gewinnt.

 

Maria Ratzinger
Credit: Michéle Pauty Photography

Maria Ratzinger

Inhaberin Modekabel Media und Teammitglied FashionCamp Vienna

Abseits von den üblichen Dingen, wie Pünktlichkeit oder zeitnahe Kommunikation sowie korrekte Werbekennzeichnung, ist es wichtig eine Begeisterung für die Sache mitzubringen. Das ist auch ein Vorteil für Microinfluencer, die eben (noch) nicht mit den großen in puncto Reichweite mithalten können. Initiative und Leidenschaft für ein Projekt mitzubringen und auch mal zwei Schritte vorauszudenken, ist auf jeden Fall etwas, das zu einer weiteren Kooperation führen kann.

Zweitens ist es wichtig klare Verhältnisse zu schaffen: Was mache ich, was mache ich nicht – seine eigene „Marke“ kennen und genau zu wissen, was zu einem passt und sich von diesem Pfad nicht abbringen zu lassen. Und daraus folgend ist es natürlich wichtig ein Projekt oder Aufgabe für sich zu interpretieren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass immer mehr Unternehmen ein eigenes Storytelling und Ideen des Influencers wünschen, weil sie unauthentische Botschaften vermeiden möchten. Das ist eine positive Entwicklung in diesem Bereich.

 

 

Victoria Egger
Credit: Betti Plach

Viktoria Egger

Gründerin und Geschäftsführerin August und Bloggerin auf Weibi.at

 
Vor allem Arbeit auf Augenhöhe. Ich muss aber ehrlich sagen, dass sich da in meinen Augen beide Seiten mehr anstrengen müssen. Unternehmen und auch Blogger müssen klarer in der Kommunikation werden. Vor allem wenn es um die Zusammenarbeit geht, sollten öfter die Karten auf den Tisch gelegt werden. Ich habe in den letzten Jahren schon die unterschiedlichsten Dinge erlebt: Von Bloggern, die drei Tage hintereinander unterschiedliche Produkte beworben haben, welche das gleiche Thema inne hatten, bis hin zu Bloggern, die eigentlich öffentlich bestimmte Marken nicht mögen und dann diese letzten Endes doch beworben haben. Zu meiner Arbeit gehört es, genau dieses Thema zu vermeiden – und mir persönlich ist es bisher nicht passiert – aber ich finde die Ehrlichkeit sollte auch vom Blogger selbst kommen. Wenn ich eine Kooperation im nächsten Monat habe, die womöglich zu einer anderen Marke störend sein könnte, dann hat man das Unternehmen oder die Agentur in Kenntnis zu setzen. Das hat einerseits mit Business-Ethik zu tun, andererseits mit dem Schutz der eigenen Marke als Blogger.
 
Ich erwarte außerdem von einem Blogger, dass er sich mit der Technologie, die er nutzt, auseinandersetzt. In den letzten Jahren ist mir oft aufgefallen, dass viele Blogger mit der Technologie ihrer Blogs nicht vertraut sind, sich mit Neuerungen nicht auseinandersetzen oder ihre eigenen Tools nicht beherrschen. In meinen Augen gehört es zum Job des Bloggers oder Influncers dazu, sich mit seinem Werkzeug optimal auszukennen. Deswegen habe ich die August Academy gegründet in der es in Zukunft auch mehr Möglichkeiten geben wird, von Experten aus verschiedenen Bereichen zu lernen.
 
 

 

Alina Heiner
Credit: Mattsort

Alina Heiner

Co-Inhaberin Sososocial


Ich erwarte mir qualitativ hochwertigen Content, authentische Platzierung und Liebe zum Detail. Bei der Konzeption und Strategieentwicklung mit Influencern ergeben sich oft tolle Herangehensweisen, immerhin kennen die Influencer ihre Zielgruppe und Leserschaft am besten. Ehrlichkeit und  Zuverlässigkeit sind auch zwei sehr wichtige Punkte, die bei einer Kooperation unabdingbar sind.
 
 
 
 
 
 
 

Markus Pendl

Markus Pendl

Social Media Manager, Falkensteiner Hotels

Ich erwarte mir, dass wenn wir als Unternehmen Anfragen bekommen, diese auch professionell und realistisch sind. Also vor allem mit einem Media Kit. Ohne dem arbeiten wir mit Bloggern nicht zusammen. Wir bekommen ca. 5-10 Anfragen pro Woche, da ist es schwer auszusortieren. Wir versuchen immer auf Augenhöhe und individuell mit jedem Blogger/jeder Bloggerin zusammen zu arbeiten und auch individuelle Angebote zu finden. Außerdem erwarte ich mir, dass Blogger auch für Hotels anfragen, zu denen sie passen und sich vielleicht schon ein kleines Konzept/Themenfokus überlegt haben. Einfach nur Urlaub machen und bisschen darüber berichten ist uns zu wenig.

 


Felicitas Kilga

Felicitas Kilga

Head of Influencer Relations, Ambuzzador

 

Der Start einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit Bloggern beginnt mit der Auswahl der passenden Partner. Der Blogger oder die Bloggerin und die Marke müssen dieselben Werte vertreten, damit die gemeinsame Story auch stimmig ist. Ganz besondere Kooperationen entstehen, wenn der Blogger sich als echter Fan der Marke entpuppt – ein wahrer Glücksfall. Ausschlaggebend ist auch die Community, die der Blogger aufgebaut hat. Für uns die wichtigste Frage: Entspricht die Community auch der Zielgruppe der Kampagne oder der Blogger Relations Strategie? Ist sie relevant für unseren Kunden? Das heißt nicht, dass es nur um die Größe geht. Je nach Ziel ist Reichweite nicht alles. Wichtiger ist, dass der Blogger und seine Zielgruppen zu der Marke passen.

Blogger Relations ist mehr als nur eine simple Produktplatzierung. Unser Anspruch ist immer, gemeinsam mit den Bloggern Geschichten zu erzählen und einzigartigen Content zu kreieren. Der Blogger kennt seine Community und weiß, was sie anspricht. Dieses Wissen fließt in unsere Strategien und Kampagnen ein, die wir immer gemeinsam mit den Bloggern finalisieren.

Die Community erwartet sich zurecht mehr als einfach Werbeplatzierungen. Sie wollen Produkte nicht nur vorgesetzt bekommen, sondern sie erleben! Unser Ziel: Inspirieren wir mit unserer Kampagnenidee den Blogger, wird dieser auch die Kunden und potentielle Neukunden inspirieren.

Wir streben nachhaltige Beziehungen zwischen Marken und Bloggern an. Anstelle einmaliger Auseinandersetzungen im Rahmen von vereinzelten Kampagnen setzten wir auf langfristige Kooperationen. So werden Blogger zu glaubwürdigen Markenbotschaftern.


Viktoria Resch

Viktoria Resch

Co-Inhaberin L’affinite und Bloggerin auf mymirrorworld.com
 
Blogger können für Unternehmen und Marken wertvolle Multiplikatoren sein und von einer Zusammenarbeit mit Bloggern sollten (und können, wenn es richtig gemacht wird) immer beide Seiten profitieren. Die Herausforderung für uns ist, Unternehmen mit den „richtigen“ Bloggern zusammenzubringen und eine Basis zu schaffen, in der kreatives Arbeiten möglich ist.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Edda Pascher

Edda Pascher

Co-Inhaberin Die BR-Agentur

BloggerInnen fühlen sich von Unternehmen oft nicht ernst- bzw. nicht als Kooperationspartner auf Augenhöhe wahrgenommen. Das liegt einerseits an der im Vergleich zu den klassischen Medien noch relativ jungen Popularität von Blogs, andererseits ist dies aber auch den Erfahrungen geschuldet, die Unternehmen und Agenturen tagtäglich in der Zusammenarbeit mit Bloggern machen. Die oberste Direktive um sich entsprechend zu positionieren ist Professionalität, gefolgt von einem freundlichen und respektvollen Kommunikationsstil. Als BetreiberIn eines Blogs sollte man sich darüber hinaus dessen bewusst sein, dass man mit seinem Blog Teil des Marketing-Mix eines Unternehmens ist und hier auch eine konkrete Funktion zu erfüllen hat, nämlich dem Unternehmen die Ansprache einer Zielgruppe auf eine Art und Weise zu ermöglichen, die Marketingkanäle wie TV oder Print nicht mehr erfüllen oder nicht mehr erreichen können. Wer verstanden hat, dass der Blog als Dienstleistung seine Kunden zufriedenstellen muss wird auch langfristig erfolgreich sein und mit Folgeaufträgen und Weiterempfehlungen rechnen können.
 
 
 
 
 
 
 
 

Welche No Go’s können Blogger in der Zusammenarbeit mit Unternehmen machen?

 

Brigitte Pawlitschek

Wie gesagt, dazu zählt alles, was ich unter „Professionalität“ subsumiere, sprich: keine Rückrufe und Feedback-E-Mails, auf die man wochenlang wartet, keine Ausreden auf „private Katastrophen“, warum etwa ein Post nicht erscheinen konnte etc. Ansonsten gilt das oben gesagte: Wer miteinander kooperiert, der geht davon aus, dass beide Seiten ein ehrliches Interesse am Ergebnis haben, erwachsen genug sind, Probleme und Ungereimtheiten auszusprechen und keine unrealistischen Erwartungen haben. Es ist immer ein Geben und Nehmen.
Ich persönlich mag die Zusammenarbeit mit Bloggern, weil sie kreativer und menschlich näher ist als bei klassischen Media Relations; ich (und meine Kunden) mögen das kooperative Recht auf Mitgestaltung. Da können sehr fruchtbare Artikel und Aktionen entstehen, die beiden Seiten Spaß machen.

 

Maria Ratzinger

Die bereits genannten Punkte zu missachten und eine nicht nachhaltige Arbeitsebene zu schaffen, die im Endeffekt auch der ganzen Influencer Branche schadet. Denn leider werden die negativen Erlebnisse mit Influencern auch innerhalb der Entscheidungsebenen schneller und weittragender ausgetauscht. Negative Ergebnisse können für Unternehmen vermieden werden, wenn man mit ExpertInnen in diesem Gebiet zusammenarbeitet. Influencermarketing als Stiefkind des Online-Marketings zu behandeln und im Marketingplan „mitzuschleifen“, weil man es „machen muss“, kann dann nach hinten losgehen. Entweder ganz oder gar nicht, rate ich immer.

 

Viktoria Egger

 
Typische No Go’s: Zu spät antworten, nicht telefonische (schnell) erreichbar sein, die bezahlten Kooperation nicht abwickeln, mit Unternehmen aus der gleichen Branche nahtlos arbeiten, nicht klar kommunizieren.
 

Alina Heiner

1) Die Kennzeichnung vergessen. Das ist mittlerweile fester Bestandteil aller Kooperationen, und wird nicht nur von den LeserInnen erwartet, sondern entwickelt sich immer mehr zum Gesetz.
2) Das Produkt unauthentisch platzieren. Davon haben beide Seiten keinen Mehrwert. Wenn Influencer Kooperationen annehmen, die nicht zu ihnen oder ihrer Leserschaft passen, tun sie sich keinen Gefallen. Hier gilt: Qualität vor Quantität.
 

Markus Pendl

Ich schreibe das am einfachsten in Stichworten auf:

  • kein professionelles Media Kit
  • Nicht-Erscheinen zu einer geplanten Kooperation (ja, auch das hatten wir schon)
  • bzw. sich nicht im Hotel „zu erkennen geben“ wenn man als Blogger im Haus ist
  • keine Nachberichterstattung
  • bzw. das nicht Zusenden der Beleglinks
  • Vereinbarungen nicht einhalten (also z.B. nicht die geforderten Hashtags verwenden)

 

Felicitas Kilga

Ein besonderer Favorit im Team: Anfragen à la „ich starte bald meinen YouTube Channel, schickt mir Produkte.“ Dicht gefolgt von einem offensichtlichen Massenmail, das nicht auf die Marke eingeht. Eines der größten No Go’s: Kooperationen mit konkurrierenden Marken. Wenn wir Blogger für eine Zusammenarbeit anfragen, gehen wir davon aus, dass dieser nur zusagt, wenn ihn die Marke wirklich begeistert. Außerdem müssen wir uns darauf verlassen können, dass das Briefing befolgt wird. Der Deal ist: Es gibt Rahmenbedingungen, die sicherstellen sollen, dass die Ziele der Zusammenarbeit definitiv erreicht werden. Innerhalb derer soll jeder Blogger die Story in seiner eigenen Sprache und Handschrift erzählen.

Bei unseren Kooperationen erwarten wir Professionalität in der Zusammenarbeit: Timings einzuhalten ist für eine erfolgreiche Zusammenarbeit unerlässlich. Die Qualität muss passen – von der Rechtschreibung über die richtigen Postingformate bis zum vereinbarten Reporting. Hier ist uns die Zahlen- und Kostentransparenz ein Anliegen. Die Kennzahlen müssen nachvollziehbar sein, und dass der Zukauf von Followern gar nicht geht, dürfte sich inzwischen nicht zuletzt dank der Aufklärungsoffensive von Marion Payr (Lady Venom) herumgesprochen haben.

 

Viktoria Resch

Blogger sagen immer, sie wollen ernst genommen und als Partner auf Augenhöhe wertgeschätzt werden. Deshalb erwarte ich mir eben genau dieses professionelle Auftreten auf auf Bloggerseite.
Ein No-Go ist daher, Deadlines nicht einzuhalten, Klickzahlen zu faken oder durch diverse Statistiktools zu manipulieren. Ein weiteres No-Go: Werbung nicht entsprechend kennzeichnen, Follower kaufen, Änderungswünsche bzw. konstruktive Kritik ignorieren oder generell Zickereien und beleidigendes Verhalten.

 

Edda Pascher

Wenn im Zuge einer vereinbarten Kooperation ein Blogger/eine Bloggerin irgendwann nicht mehr antwortet, sollte es nicht überraschend sein, wenn zukünftig keine weitere Zusammenarbeit mehr erfolgt. Problematisch ist ansonsten alles, das dem Unternehmen oder der Agentur zusätzlich Zeit oder Geld kostet, vor allem wenn zahlreiche Feedbackschleifen nötig sind, um die vereinbarte Leistung auf eine Stufe zu bringen, die für den Kunden brauchbar ist. Das betrifft unter anderem Tippfehler, das falsche Schreiben von Markennamen, fehlerhafte Verlinkungen, schlecht recherchierte bzw. falsch wiedergegebene Informationen über das Unternehmen oder seine Produkte, Anwendungsfehler durch das ungenaue Lesen von Anleitungen und alle weiteren Punkte in diese Richtung. Natürlich zählt hierzu auch das Nicht-Einhalten von Vereinbarungen, fehlerhafte Rechnungslegung, kein Senden des Beleglinks oder der Zugriffszahlen und vieles mehr. Wichtig ist aber auch, dass ein freundlicher und respektvoller proaktiver Kommunikationsstil vieles erleichtern kann und eine angenehme Zusammenarbeit letzten Endes auch die eine oder andere Schwierigkeit vergessen lässt. 

 

 

Ich bedanke mich nochmals bei allen Experten für ihre Statements!

 

Zusammenfassend kann man festhalten:

Von Bloggern wird zum einen Professionalität in der Zusammenarbeit erwartet. Das geht von professionellen Umgangsformen, dem Bereithalten des Media Kits und der korrekten Werbekennzeichnung bis hin dazu, nicht mit mehreren konkurrierenden Unternehmen nahtlos zu kooperieren. Daneben zählen für die Experten ehrliche Begeisterung für die Sache, Liebe zum Detail und der Kontakt auf Augenhöhe, wodurch eine nachhaltig gute Arbeitsebene aufgebaut werden kann.

Für dich zählen andere Punkte in der Zusammenarbeit mit Bloggern? Hinterlass mir gerne ein Kommentar und erzähle davon!

 

 

Blogger Relations Do's und Don'ts

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: kaboompics.com

 

 

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7 thoughts on “Blogger Relations aus Expertensicht – Do’s und Don’ts für Blogger”

  • Danke für diesen sehr interessanten Beitrag, ich bin zwar noch sehr weit weg von irgendeiner Zusammenarbeit mit Firmen und vielleicht werde ich das auch nie erreichen – ist ja auch eigentlich nicht meine Intention. Dafür schreibe ich nicht – bzw. dafür habe ich nicht angefangen – aber nichtsdestotrotz ist es interessant zu lesen wie der Hase so läuft bzw. auf was geachtet wird. Beste Grüße Anna

  • Was für mich bei Blogger Relations immer noch eine große Frage ist – und wo ich nicht wirklich weiß, wie es ohne Glaubwürdigkeitsverlust funktionieren kann – sind bezahlte Kooperationen. Also dass man einem Blogger Geld zahlt, wenn er über ein Produkt oder eine Firma schreibt oder über etwas, was direkt damit zusammenhängt. Für mich liegt nämlich eine Welt zwischen dem Gewähren von Gratisprodukten wie bei den klassischen Media Relations (Blogger/Journalisten dürfen z. B. zwei Nächte in einem Thermenhotel wohnen und berichten darüber, oder Blogger/Journalisten kriegen gratis Produktproben und schreiben darüber – sind aber in ihrer Meinung und Inhalten vollkommen frei!) und dem direkten Bezahlen von Bloggern für Posts. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass ein Leser die Meinung einer Bloggerin über ein bestimmtes Deo für glaubwürdig erachtet, wenn er weiß, dass die Bloggerin nicht bloß eine Produktprobe von der Herstellerfirma erhalten hat, sondern direkt von ihr bezahlt wird, um über dieses Produkt zu schreiben. Wie „authentisch“ kann jemand sein, wenn er sein Einkommen verliert, sobald er etwa schreibt, dass das Deo nicht gut riecht oder man Ausschlag davon kriegt??

    Vielleicht gibt es freilich auch Kooperationen, die wirklich ohne „Geschmäckle“ funktionieren. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren….

    • Liebe Petra,

      ich verstehe natürlich deine Bedenken!
      Ich sehe das so:

      Ein Blogger lebt von seinen Fans, seiner Community. Wirbt er unauthentisch für ein Produkt, dann wird ihn seine Community das sehr schnell merken lassen und vielleicht auch entfolgen. Ein Blogger tut sich also keinen Gefallen, wenn er über Produkte schreibt, die nicht zu ihm passen. Dann wird er unglaubwürdig und das will kein Blogger, denn Authentizität ist ja sowas wie eine unausgesprochene Währungseinheit jedes ernstzunehmenden Bloggers.

      Somit sollte jeder Blogger nur solche Kooperationsangebote annehmen, die zu ihm passen und über Produkte etc. schreiben, die er auch privat konsumieren würde. Ist das stimmig und toll umgesetzt, sehe ich hier gar kein „Geschmäckle“.

      Die meisten professionellen Blogger, die ihren Job ernst nehmen, schreiben auch nicht unkritisch über jene Produkte, wofür sie bezahlt werden, sondern versuchen ihre ehrliche Meinung wiederzugeben.

      Natürlich gibts auch Blogger, die eine Kooperation nach der anderen abwickeln und gar nichts anderes mehr machen – da wäre ich dann bei dir, denn das finde ich höchstgradig unauthentisch. Da stellt sich die Frage, wieviele echte Fans ein solcher Blogger hat…

      Liebe Grüße, Sylvia

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