Wiener Kunstmuseen, denen man auf Instagram folgen sollte

Wiener Kunstmuseen, denen man auf Instagram folgen sollte

Ich liebe Kunstmuseen und ich liebe Instagram, naja zumindest meistens! Seit es die Insta-Stories gibt, ist die Synthese noch perfekter. So kann man sich Gusto auf die nächste Ausstellung holen oder einen Blick hinter die Kulissen erhaschen. Ich hab mir mal meine liebsten Wiener Kunstmuseen ein bisschen genauer auf Instagram angeschaut und sag euch, was ihr dort erwarten könnt.

 

Kunstmuseen prädestiniert für Instagram

Es wird ja behauptet, dass Museen auf Instagram einen Startvorteil haben, weil sie schon immer ästhetisch mit Bildformaten gearbeitet haben. Und so ist mittlerweile fast jedes Museum, das etwas auf sich hält, auf Instagram vertreten. Meiner Erfahrung nach gehören viele Museums-Accounts zu den besten Instagram-Profilen, die es gibt. Mit dem hauseigenen „Content“, den Kunstwerken, sind sie prädestiniert für die Bilder-Plattformen Instagram oder auch Pinterest. Mit der Präsenz auf Instagram können Kunstmuseen ihren Bildungsauftrag, den ja viele Museen haben, zudem mit dem Spaßfaktor verbinden und so mehr Aufmerksamkeit erzeugen und Besucher anziehen.

Auch umgekehrt wirken die Sozialen Netzwerke auf Museen ein: Museen sind nicht mehr ausschließlich Ort des passiven Betrachtens von Kunstwerken, sondern zunehmend Ort der Produktion von eigenen Bildern. Viele Museen gehen her und kreieren eigene Hashtags für das Museum als Ganzes oder einzelne Ausstellungen und fordern ihre Besucher sogar auf, im Museum Fotos zu machen und diese via Instagram (oder auch Facebook) zu teilen. Das geht natürlich nicht überall und in jeder Ausstellung, da Bildrechte ein wichtiges Thema sind. Aber dort, wo zum Mitmachen aufgefordert wird, ist mir aufgefallen, dass sich die Leute wirklich dazu animieren lassen. Sehr viele Museumsbesucher haben ein echtes Interesse daran, ihre eigenen Schnappschüsse aus dem Museum auf Instagram zu posten – gibt es eigene Hashtags und Mitmach-Aufforderungen vom Museum, kommt das sehr gut an. Liked das Social Media Team des Museum diese Bilder oder repostet sie sogar, kann man Museumsbesucher sehr glücklich und zu echten Fans machen und so auch seine Wertschätzung ausdrücken. Auch mir selbst ist es schon ein paar Mal passiert, dass meine Museumsbilder von Museen repostet wurden.

 

Sonderfall Museumsselfie

Ein besonderer Fall ist das #museumsselfie. Es ist quasi das verbindende Element zwischen den Selbstbildnissen der Kunstgeschichte und dem Massenphänomen Selfie. Wer mehr dazu wissen will, kann im Blog der Kulturtussi nachlesen, die sich eingängiger mit diesem Trend beschäftigt hat. In der Martin-Parr-Ausstellung im Kunsthaus Wien 2016 gab es sogar die Möglichkeit, Selfies mit Parrs Pappfigur zu machen. Der britische Fotograf wurde auch durch seine „Autoportraits“ bekannt. Selfie-Stationen im Eingangsbereich von Museen werden auch immer beliebter und hab ich hierzulande etwa schon in der Albertina, im Belvedere oder im Kunstforum Wien gesehen. Oder man denke an die berühmten Albertina-Stiegen, die jeweils mit einem aktuellen Ausstellungsbild beklebt sind (siehe auch das Bild oben). Habt ihr gewusst, dass es sogar einen #Museumselfieday gibt? Am 20. Jänner sind alle dazu aufgerufen, ein Museumsselfie zu posten. Auch die Kunstwerke selbst scheinen da mitzumachen. 😉

 

Insta-Stories, Insta-Walks und andere kreative Ideen

Was machen nun unsere Wiener Kunstmuseen auf Instagram? Sie posten ausgewählte Bilder aktueller Ausstellungen, liefern aktuelle Bezüge (ja, auch wettertechnisch), Fun Facts und natürlich auch Bilder von Befind-the-Scenes. Auf den Insta-Stories lassen sie uns teilhaben, wie eine Ausstellung entsteht und auch wieder abgebaut wird, was rund ums Museum passiert oder geben uns Happen aus Events zu sehen. Auch „strolls through the museum“ ist ein beliebtes Format. Die Albertina und das Kunsthaus Wien sind hier besonders aktiv und machen das sehr gut. Auch spielerische Aktionen lassen sich unsere Museen einfallen, etwa die Albertina mit ihrem #albertinasocialspecial. Wer einen Beitrag auf Instagram mit dem Hashtag #albertinasocialspecial gepostet hat, ist zu gewissen Aktionszeiten kostenlos ins Museum gekommen. Außerdem wurden die Leute aufgefordert, die Meisterwerke aus dem Museum mit Memes, Videos und Selfies zum Leben zu erwecken.

Eine andere Möglichkeit für Museen, ihre Social Community zu aktivieren ist es, Insta-Meets oder Insta-Walks zu organisieren. Dazu werden Instagramer zu einer gemeinsamen Führung eingeladen, bei der fleißig fotografiert und Stories auf Instagram (oder anderen Plattformen) mit einem eigenen Hashtag gepostet werden. Sehr nett fand ich auch die #hasenwoche der Albertina rund um Ostern. Dabei galt es bunte Dürer- und Hört-Hasen in der Albertina zu entdecken, die Bilder zu posten und Preise zu gewinnen. Besonders kreative und witzige Beiträge wurden widerum von der Albertina repostet. Ganymed FeMale ist euch vielleicht auch nicht entgangen: Das ist eine Insta-Meet Kooperation zwischen dem Kunsthistorischen Museum und der Instagram-Community Igersvienna. Die Art Performance mit einem Fokus auf weibliche Sichtweisen fand am internationalen Frauentag am 8. März im ganzen Museum statt. Besucher teilten ihre Bilder und Videos unter #ganymedfemale und #femalemuseum auf Instagram.

Aktuell hat das Kunsthistorischen Museum die Aktion „Museum für alle“ laufen. Den ganzen Sommer über bietet das Museum vor seinen Pforten, am Maria-Thersien-Platz, Kunstvermittlung im öffentlichen Raum. Besucher können sich mit außergewöhnlichen Fotomotiven, etwa in einer überlebensgroßen Replik der weltberühmten Saliera, ablichten lassen und diese Bilder dann auf ihren Social-Media-Kanälen teilen.

 

Diesen 11 Wiener Kunstmuseen solltet ihr auf Instagram folgen

 

Albertina

Kunstmuseum Albertina, 28.000 Abonnenten, 880 Beiträge. Der vielseitigste und einer der professionellsten Accounts mit zahlreichen Aktionen für die Besucher.

 

Kunstforum Wien

Bank Austria Kunstforum Wien, 6.100 Abonnenten, 500 Beiträge. Reposten gerne auch Besucherbilder.

 

kunsthauswien_hundertwasser

Kunstmuseum in einem von Friedensreich Hundertwasser gestalteten Gebäude, 2.100 Abonnenten, 480 Beiträge. Viele Behind-the-Scenes-Insights auf den Insta-Stories.

 

Belvederemuseum

Kunstmuseum mit der größten Gustav Klimt Sammlung, 22.200 Abonnenten, 400 Beiträge. Posten auch immer wieder Videos und organisieren Insta-Walks.

 

21er Haus

Museum für zeitgenössische Kunst, 6.400 Abonnenten, 510 Beiträge. Buntes Potpourri an Ausstellungsbildern, Behind-the-Scenes und Eventfotos.

 

Kunsthalle Wien

Internationale Gegenwartskunst an 2 Standorten, 15.000 Abonnenten, 830 Beiträge. Posten auch Sprüche und Eventankündigungen.

 

Wienmuseum

Wiener Stadtmuseum mit Kunstausstellungen, 4.100 Abonnenten, 330 Beiträge. Haben leider ein Hashtagproblem: #wienmuseum wird von Touristen gerne für jedes Wiener Museum genutzt…

 

MAK_vienna

Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, 20.700 Abonnenten, 800 Beiträge. Interaktion mit Usern wird hier großgeschrieben.

Für sein fortlaufendes Kunstprojekt Slogans for the Twenty-First Century sammelt der kanadische Schriftsteller und Künstler Douglas Coupland Sprüche und Gedanken, mit denen er zu greifen versucht, was jetzt, im noch relativ jungen 21. Jahrhundert, grundlegend anders ist als im vergangenen⠀ 20. Jahrhundert.⠀ .⠀ .⠀ Heute Kuratorinnenführung durch die Ausstellung #hellorobot und #artificialtears mit @marlieswirth ⠀ 29.6.2017, 16:00 Uhr ⠀ .⠀ .⠀ @viebiennale #viennabiennale #VB17 #robsworkourfuture #robotics #robots #biennale #biennalevienna #biennial #wien #vienna #design #architecture #appliedarts #angewandtekunst #robotech #MAK #MAKwien #MAKvienna #design #designmuseum #cityfactory #singularity ⠀ ________⠀ © MAK/Mona Heiß

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Westlichtvienna

Fotomuseum Westlicht, 3.700 Abonnenten, 220 Beiträge. Veranstaltungsankündigungen und viele Kunstphotographien.

 

Kunsthistorisches Museum

Eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt, 19.500 Abonnenten, 660 Beiträge. Tolle Aktionen wie #ganymedfemale!

 

MUMOK_vienna

Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig, 21.000 Abonnenten, 1.000 Beiträge. Hier gibt’s viele Behind-the-Scenes Posts.

 

In Wien gibt’s natürlich jede Menge weitere Kunstmuseen und Galerien, die mehr als einen Blick Wert sind – offline direkt im Museum wie online auf Instagram. 

Folgt ihr auch Kunstmuseen oder Galerien auf Instagram? Wenn ja, welchen?

 

Kunstmuseen auf Instagram

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6 thoughts on “Wiener Kunstmuseen, denen man auf Instagram folgen sollte”

  • Liebe Sylvia,

    danke dir für’s Verlinken auf mein Blog. Ich verfolge ja auch sehr gerne den Insta-Auftritt der Albertina. Der lebt und animiert immer wieder mit neuen Aktionen. Das ist ja auch immer das Ding: man kann sich nicht auf einer guten Aktion ausruhen, sondern muss kontinuierlich Content liefern. Das ist es, was bislang noch viele Kulturinstitutionen abschreckt. Weil es halt Arbeit macht. Viel Arbeit.
    Aber wer etwas einbringt, der wird auch merken, dass es sich auszahlt.

    Herzliche Grüße aus dem Rheinland
    Anke

    • Liebe Anke,

      sehr gerne! 🙂 ja, die Arbeit darf man nicht unterschätzen. Ich denke auch, dass sich das für Kunstmuseen und generell Kulturinstitutionen auszahlt, auf Instagram aktiv zu sein. Das sind eigentlich auch die einzigen „Unternehmen“, denen ich von mir aus folge und denen ich wahrscheinlich auch folgen würde, wenn sie sich keine extra Aktionen einfallen ließen…

      Herzliche Grüße aus Wien
      Sylvia

  • Liebe Sylvia !

    In den letzten Jahren hat sich da einiges getan. Als wir mit dem Bloggen i m Jahr 2010 angefangen haben, war so ziemlich überall das Fotografieren im Museum nicht erlaubt. Das Leopoldmuseum war einer der wenigen, das Fotografieren erlaubte. Die Albertina ist sehr aktiv auf Instagram und bietet immer wieder auch interessante Aktionen an. Wobei ich letztens in der Albertina auch einen Anpfiff vom Aufseher bekam, als ich durch die Maria Lassnig – Ausstellung ging und Fotos für die Insta-Story für unseren Instagram-Account machte – Boomerang ist ein Video und daher nicht erlaubt.

    Wie Anke schon schreibt, es ist sehr viel Arbeit und ein Storytelling sollte sich auch durch den Account ziehen, sonst gleicht dieser zu schnell vielen anderen. Ich merke allerdings schon, dass bei mir eine gewisse Übersättigung an Bildern eintritt. Der Logarithmus von Insta tat sein übriges und die Flut an Instawalks, denen man mittlerweile nicht mehr allen folgen kann, was sich auch sehr an der #-Verbreitung und Likes zeigt.

    Ein spannendes, streitbares Thema.

    Liebe Grüße
    Alexandra

    • Liebe Alexandra,

      danke für deinen interessanten Kommentar. Stimmt, leider darf man ja nicht überall fotografieren oder filmen, da muss man aufpassen.
      Ich gebe dir Recht, was die Übersättigung betrifft: Es entdecken immer mehr Museen für sich, was sie alles auf Instagram tun können – ich folge auch nicht mehr allen Accounts so intensiv, dafür aber vielen, auch internationalen Museen.

      Liebe Grüße, Sylvia

  • Ich finde den Account der Albertina super. Sie fordern auch immer die Besucher auf zu posten, das sind sie schon Vorreiter in der Kunstszene. Persönlich folge ich vielen StreetArtisten und gerade jetzt sind in Wien sehr lässige neue StreetArtBilder entstanden. Den Logarithmus von Instagram finde ich allerdings mittlerweile problematisch, an manchen Tagen, sehe ich nur Bilder, die vor einer Woche gepostet wurden…

    • Hallo Gudrun,

      der derzeitige Instagram-Algorithmus ist meines Erachtens nach eine Katastrophe. Ich muss in viele Accounts extra reingehen, damit ich deren Bilder überhaupt sehe, weil mir in meinem Feed zu wenig Abwechslung geboten wird. Daraus ausbrechen ist gar nicht einfach…
      Wenn du mir ein paar StreetArtisten-Accounts nennen könntest, wäre das super!

      Liebe Grüße, Sylvia

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