Bist du ein Influencer?

Bloggst du noch oder bist du schon ein Influencer? Ab wann ist man denn überhaupt ein “Influencer”? Reicht es dafür einen Blog zu schreiben oder einen schönen Instagram-Account zu haben mit 1.000 Followern? Was braucht es wirklich, um ein Influencer zu sein und was ist der Unterschied zu normalen Online-Nutzern? Ist es überhaupt erstrebenswert ein Influencer zu sein?

Diese Fragen diskutiere ich immer wieder mit Lehrgangsteilnehmern in den Influencer-Marketing-Kursen. Und während ich also einmal erkläre, was die Definition eines Influencers ist und welche Arten von Influencern es gibt, fällt mir ein Teilnehmer ins Wort:

 

Bist du ein Influencer?

 

Hm, ich schreibe einen Blog, aber noch nie bin ich auf die Idee gekommen, mich selbst Influencer zu bezeichnen. Die schnelle Antwort lautete daher auch “Nein”. Dennoch hat mich diese Frage dazu gebracht, noch tiefer darüber nachzudenken, ab wann denn von einem Influencer gesprochen werden kann.

Immerhin leben wir in einer Zeit, in der viele Menschen Influencer werden wollen:

  • junge Leute geben als Berufswunsch Influencer an 
  • nicht mehr ganz junge Leute wollen herausfinden, wie sie in der digitalen Welt “populär” oder zumindest “sichtbar” werden können, um sich selbst oder ihr Unternehmen zu promoten

Mit dem Know How, wie man sich digital Status und Reichweite aufbaut, der nötigen Geduld, harter Arbeit und etwas Glück kann eigentlich jeder heute theoretisch Influencer werden. Vielleicht sogar du! Aber was ist denn nun genau ein Influencer?

 

Was ist ein Influencer?

Der Begriff “Influencer” ist recht unspezifisch und wird zur Zeit kontrovers diskutiert, auch wenns den Begriff schon seit 2007 gibt. Viele digitale Stars lehnen den Begriff jedoch für sich ab, weil sie nicht als “Beeinflusser” gesehen werden wollen. Viele möchten lieber “Content Creators” oder “digital Storyteller” bezeichnet werden – wobei diese Begriffe meiner Meinung nach auch schon ausgelutscht sind. Umgekehrt gibt es zahlreiche neu in den Online-Markt strebende Sternchen, die sich bewusst “Influencer” nennen, auch wenn sie erst 5 Blogposts veröffentlicht haben und keinen originellen Content liefern. Die selbstbewußt an Unternehmen und Agenturen herantreten und sich selbst für eine Zusammenarbeit vorschlagen. Ein riesiger Markt tut sich gerade auf: Kurse und Bücher vermitteln Interessierten, wie man ein Influencer wird.

Normalerweise sprechen wir in der Fachsprache aber von Influencern, wenn es sich um Personen handelt, die sich einen Status als digitale Meinungsführer aufgebaut haben. Es sind Menschen, die über eine gewisse Reichweite auf einem oder mehreren digitalen Kanälen verfügen. Aber nicht nur das: Sie haben nicht nur “Follower”, sondern scharen eine echte “Community” um sich herum, von der sie als glaubwürdige Meinungsführer anerkannt werden. In ihrem digitalen Netzwerk interagieren Influencer über Gespräche und können ihre Community damit beeinflussen. Ganze 4,5 Millionen Deutsche gelten der Agentur FischerAppelt zufolge bereits als Influencer, wobei in dieser Zahl bestimmt auch zahlreiche unbekannte Micro Influencer mit kleiner Reichweite enthalten sind.

Im Rahmen des Influencer Marketings ist somit ein Influencer jemand, der aufgrund seines sich selbst erarbeiteten Status für Unternehmenskooperationen in Frage kommt. Und zwar deshalb, weil er ein gewisses Publikum hat, das sich mit dem Zielpublikum der Marke deckt. Ein Publikum, das ein Unternehmen mit seinen Kommunikationsaktivitäten erreichen möchte,

 

Nicht kommerzielle Influencer

Aus PR-Sicht sind Influencer potentielle Multiplikatoren von Unternehmensbotschaften, so wie es auch Medien sind. Bei den Influencer Relations geht es verstärkt um den Beziehungsaufbau zwischen Unternehmen und Influencern. Anders als Journalisten sind Influencer aber nur an ihre eigene Content-Linie gebunden und nicht an Vorgaben von Seiten eines Medienverlages. Auch innerhalb von Unternehmen kann es Influencer geben, die sogenannten Corporate Influencer.

Darüber hinaus gibt es aber auch Leute, meist Fachexperten, die sich mit ihrem Blog oder über einen anderen Kanal ebenfalls einen meinungsführenden Status in der digitalen Welt aufgebaut haben. Diese Personen kommen jedoch selten für kommerzielle Kooperationen in Frage, fallen daher nicht unter den Begriff “Influencer” im eigentlichen Sinn. In meinem Verständnis sind diese Experten jedoch auch Influencer, da sie in ihrer Community meist sehr anerkannt sind und als Meinungsführer gelten, aber auch als Multiplikatoren von Themen und Botschaften. Um hier ein Beispiel zu bringen: Für mich sind Leute wie der “PR-Blogger” Klaus Eck oder “PR-Doktor” Kerstin Hoffmann PR-Influencer. Sie haben sich einen Status als Meinungsführer in der Kommunikations-Welt aufgebaut und eine für ihre Nische große Followerschaft (Eck hat aktuell 46.000 Follower auf Twitter, Hoffmann 11.600). In der kleinen PR-Nische kann man die beiden somit durchaus als Macro Influencer sehen.

 

Bist du ein Influencer?

Klären wir nun die Frage, ob du bereits zu den Influencern zählen könntest – unabhängig vom kommerziellen Aspekt. Beantworte dazu die folgenden Fragen. Aber Achtung: Dieser Fragebogen ist durchaus ernst gemeint, aber es ist kein offizielles Messinstrument über den Influencer-Status, okay?! Ich möchte damit nur ein Gefühl dafür vermitteln, was es braucht, als “Influencer” zu gelten. 

 

  • Betreibst du einen Blog, einen Instagram, YouTube, Facebook, Twitter oder Pinterest-Account oder bist in einem anderen sozialen Netzwerk konzentriert unterwegs?
  • Fokussierst du dich auf ein Thema (deine Passion!) und schreibst nicht quer durch den Gemüsegarten? (deine Nische!) und wenn nicht…
  • … hast du bereits den Status einer Celebrity?
  • Verfügst du über eine spezielle Strahlkraft, eine authentische, gewinnende Persönlichkeit? Einen eigenen USP?
  • Zählst du als digitale Anlaufstelle bei bestimmten Themen und Fragestellungen?
  • Zeigst du Haltung und deine authentische Meinung? (ich höre schon die kritischen Stimmen…)
  • Postest du regelmäßig?
  • Hast du dir eine Community aufgebaut, sprich: hast du eine echte digitale Beziehung zu deinen Followern?
  • Wie gr0ß ist deine Reichweite? Mindestens 250 Follower (auf allen Kanälen)?
  • Hast du dir deine Reichweite organisch aufgebaut und nicht auf die Hilfe diverser Tricks gesetzt?

 

Treffen die Punkte zu? Dann darfst du dich wohl bereits (Micro-)Influencer nennen. 😉 

(Und so gesehen dürfte auch ich mich zu dieser Spezies zählen.) 

Ob wir das auch wollen, steht auf einem anderen Blatt geschrieben…

 

Es gibt übrigens keine allgemeingültige Definition, ab wann jemand in Followerzahlen gemessen ein Micro-Influencer ist. Manche sprechen hier von ab 250, andere von ab 1.000 Followern (Quelle: Upload Magazin). Von der Reichweite gemessen ist man somit relativ schnell Influencer und das erklärt auch die früher erwähnte Zahl von 4,5 Mio deutschen Influencern.

Exakte, wissenschaftliche Definitionen über Influencer finden sich übrigens im Buch „Influencer Relations. Marketing und PR mit digitalen Meinungsführern“, herausgegeben von Annika Schach und Timo Lommatzsch, das im Mai 2018 erscheint. Eine Rezension dazu gibt’s demnächst hier am Blog.

 

Und wer beeinflusst dich? Warum?

Was sagst du: Was braucht es wirklich, um ein Influencer zu sein, also jemand, der einen Einfluss auf andere ausübt? Braucht man dazu ein spezielles Charisma? Eine überzeugende Meinung? Viel originellen Content? Gutes Aussehen? Selbstbewußtes Auftreten? 

Welchen Personen, die man als Influencer bezeichnen könnte, folgst du und warum? Wie wirken sie auf dich? Wie entfaltet sich ihr Einfluss auf dich persönlich?

Schreib mir gerne einen Kommentar, ich bin gespannt!

 

Bist du ein Influencer?

 

 

Foto: Unsplash.com 

 

 

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