Blog-Coaching für PR-Leute #4: Themenfindung und Content-Formate

Mit welchen Inhalten soll ich meinen Blog befüllen? Wie kann ich auf geeignete Themen stoßen? Wo kann ich mich inspirieren lassen? Und in welchen Blogartikel-Formaten setze ich meine Beiträge um? Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns im #4 Teil meiner SERIE “Blog-Coaching für PR-Leute”.

Im Teil #3 Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Keywordrecherche haben wir uns bereits angeschaut, wie man Keywords recherchieren kann. Diese Keywords tragen dazu bei, dass unser Blog über Suchmaschinen gefunden wird. Heute schauen wir uns an, wie man zu den Keywords passende konkrete Blogpost-Ideen finden kann und in welchen Content-Formaten man diese umsetzen könnte. Ich beziehe mich hier jedoch rein auf Corporate Blogs und Fachblogs, nicht aber auf persönliche Blogs. 

 

Zunächst noch ein wichtiges Wort:

 

Was nicht auf den Blog gehört

Ein Blog sollte nicht als Push-Kanal für Presseaussendungen oder gar Werbung missverstanden werden. Wie ich schon in Teil #2 – Wie man gute Blogtexte schreibt geschrieben habe, hat ein Blogpost ein ganz anderes Ziel als ein Pressetext: Während der Pressetext eine aktuelle Information in sachlicher Tonalität für die Dialoggruppe Journalisten aufbereitet wiedergibt, zeichnet sich ein Blogpost durch seinen hilfreichen Inhalt und eine persönliche Meinung aus. Reine Pressemitteilungen sind daher Fehl am Platz, ebenso wie die plumpe Positionierung von Werbebotschaften und pure Selbstdarstellung. Ein Blog kann zwar die Pressearbeit und das Marketing unterstützen, aber eben nicht ersetzen. Beim Bloggen geht es vielmehr darum, Lesern mit meinen Inhalten von Nutzen zu sein und erst mal Vertrauen aufzubauen. Das heißt aber nicht, dass die eigenen Produkte oder Dienstleistungen nicht verbloggt werden können, aber sie müssen in einem smarten Kontext stehen, der den Lesern einen Mehrwert bringt, der eine Nutzerrelevanz hat. Jeder einzelne Blogpost soll letztendlich die Markenpositionierung des Bloggers bzw. Unternehmens stärken und in die Marke einzahlen. 

 

Wie komme ich zu Blog-Themen?

Wer regelmäßig bloggt, der muss immer wieder für Themennachschub sorgen. Grundsätzlich sollten Themen, die am Blog behandelt werden, zur Zielsetzung des Unternehmens, der Marke oder der Person (bei Fachblogs) passen. Daher überlege dir vorab, wo du mit dem Blog überhaupt hin willst.

Bloggen kannst du im Prinzip über alles, was für dein Unternehmen, deine Organisation oder Marke relevant ist, aber immer in Hinblick darauf, was auch die Zielgruppen des Blogs interessiert, sie inspiriert oder ihr von Nutzen ist. Das ist der berühmte Mehrwert, von dem alle sprechen. Daher gilt herauszufinden, welche Interessen deine Zielgruppe in Bezug auf dein Unternehmen und seine Themen hat. Was wollen deine Follower lesen, was beschäftigt sie? Wie kannst du ihnen mit deinem Content hilfreich zur Seite stehen, sie inspirieren oder motivieren?

 

Feedback der Leser und Kunden

Ein erster Weg kann es sein, auf direktes Feedback deiner Leser und Kunden zu reagieren. Welche Fragen stellen sie in Real Life bzw. in Form von Kommentaren auf dem Blog, auf Social Media oder in E-Mails? Mit welchen Problemen haben sie zu kämpfen? Welche Interessen und Wünsche haben sie an dich herangetragen? Welche Inhalte könnten ihnen helfen oder ihnen Spaß machen? Auf solche Fragen kann man in einem allgemeingültigen Blogpost antworten. Natürlich kannst du deine Leser auch aktiv dazu auffordern, Themen für den Blog vorzuschlagen, die sie dort gerne lesen möchten. Mit der Beantwortung der brennendsten Fragen in Form von Blogpost sorgst du somit dafür, dass dein Blog auch gelesen wird. Auch Einwände und Kritik kannst du in Blogposts erklärend verarbeiten. Am besten ist es, sich alle Fragen gleich für spätere Blogartikel zu notieren.

 

Aktuelles und Hintergründe aus dem Unternehmen

Darüber hinaus kann natürlich alles verbloggt werden, was sich auf dein Unternehmen bezieht, solange es keine sture Selbstdarstellung und Werbung ist, sondern Relevanz und Nutzen für deine Leser bietet. Dazu gehören zum Beispiel Neues oder Hintergründe aus dem Unternehmen, neue Produkte oder Dienstleistungen und Anwendungsgebiete dafür, Produktvergleiche, Interviews mit Kunden oder Geschäftspartnern über Produkte, Events, CSR-Aktivitäten, Mitarbeiter vorstellen, Neuigkeiten aus der Branche usw. Achte jedoch unbedingt darauf, dass solche Beiträge nicht zu weiblich wirken und schau, dass sie nicht zu häufig, sondern und ausgewogen eingesetzt werden. Ansonsten läufst du Gefahr, deine Leser abzuschrecken.

Interessanter für die meisten Leser sind Artikel, die Einblicke hinter die Kulissen geben, vom Arbeitsalltag erzählen oder Making-Offs. Damit kann man die Neugier der Leser befriedigen und gleichzeitig die Anziehungskraft seiner Marke stärken. 

 

Social Media als Inspirationsquelle

Eine andere Möglichkeit besteht darin, sich über Social Media auf dem Laufenden zu halten, was die aktuellen Themen in der jeweiligen Branche sind oder womit sich andere Blogger und Medien beschäftigen und worüber gerade gesprochen wird. Damit kannst du auch Agenda Surfing für deinen Blog betreiben.

Folgende Plattformen und Tools kann ich empfehlen:

 

Pinterest:

Pinterest ist für mich DIE Inspirationsquelle, wenn es um Evergreen-Content und Anleitungen geht.

 

Twitter:

Twitter ist für mich DIE Inspirationsquelle, wenn es um aktuelle Themen geht.

 

Google+ und Facebook-Gruppen:

Wer in thematisch passenden Gruppen unterwegs ist, kann hier auf viele interessante Themenanregungen stoßen.

 

YouTube:

Auf YouTube findet man allerhand Anleitungen und Tutorials, aber auch Webinars und Diskussionen.

 

Google Alerts:

Über Google Alerts kannst du bestimmte relevante Suchbegriffe im Internet beobachten.

 

Feed-Reeder:

Ich nutze beispielsweise Feedly, um RSS-Feeds von ausgewählten Websites und Blogs zu sammeln. Man kann hier auch einen Keyword-Alert abonnieren. Wer gerne Blogs abonnieren möchte, kann das etwa über Bloglovin tun.

 

 

Blogartikel-Generatoren

Mit kostenlosen Blogartikel-Generatoren kannst du dir einen ganzen Blogpost-Titel auswerfen lassen. Da können durchaus kreative bis lustige Titel dabei sein. Daher sehe ich das eher als Spaß-Tool, aber wenn es eigene Ideen beflügelt, warum nicht?

 

Answerthepublic:

Answerthepublic hab ich bereits in Folge #3 Keywordrecherche vorgestellt, aber Answerthepublic kann mehr, als Keywords zu finden. Das Tool spuckt nämlich auch reale Fragen aus, die rund um das Keywords gesucht wurden und liefert damit wertvolle Contentideen.

 

Hubspot’s Blog Topic Generator:

Bei Hubspot’s Blog Topic Generator kannst du jeweils drei Begriffe eingeben und bekommst fünf Artikelideen. Wenn sie auch nicht immer 1:1 umsetzbar sind, so macht es zumindest Sinn, sich die Überschriftenformeln zu merken.

 

Portent’s Content Idea Generator:

Portent’s Content Idea Generator funktioniert ganz ähnlich wie der Generator von Hubspot. Beide sind übrigens ausschließlich in englischer Sprache verfügbar.

 

Buzzsumo:

Buzzsumo ist kein direkter Blogartikel-Generator, jedoch filtert das Tool die beliebtesten Artikel zu einem konkreten Keyword heraus. Das Tool kann auch herausfinden, wer meine Beiträge wo geteilt hat und noch viel mehr, allerdings in der Bezahlversion.

 

 

Wie setze ich die Themen am Blog um?

Hast du dich für ein Thema entschieden, gibt es unzählige Möglichkeiten, es umzusetzen. Ich persönlich lese gerne Blogs, die die Blogpost-Art variieren, die abwechslungsreich und innovativ sind, und versuche ebenso verschiedene Techniken einzusetzen. Hier kannst du originell und kreativ sein und dir eigene Varianten überlegen. Oder aber du schürfst aus diesem Pool von Content-Formaten und Blogartikel-Ideen, die ich für dich gesammelt habe:

 

111+ Content-Formate und Blogartikel-Ideen 

 

  • Aktuelles von dir bzw. deinem Unternehmen
  • Anatomie: erkläre etwas, indem du es zerlegst (“Anatomie eines perfekten Blogposts”)
  • Anekdote: und was du daraus gelernt hast

 

  • Anleitung: wie gehst du vor für…
  • Anwendung: wie du etwas nützt
  • Arbeitsalltag: typischer Tag, Probleme, Highlights, Arbeitsplatz zeigen…

 

  • Aspekt: bestimmten Aspekt deines Business erklären
  • Awareness: Bewusstseinsbildung mit Call-to-Action
  • Begriffserklärung: was ist…

 

  • Behind-the-Scenes Post: Blick hinter die Kulissen
  • Best-of: die Top-Dinge/Menschen usw. zu einem Thema
  • Best Practice Beispiele

 

  • Blog-Event: Jahrestag des Blogs, Produkt-Launches etc.
  • Blog-Parade: lade andere Blogger ein, zu einem konkreten Thema zu bloggen
  • Blog-Serie: Serie von zusammenhängenden Blogposts

 

  • Buchrezension
  • Bucket-List: was möchtest du unbedingt noch machen, erreichen oder besitzen
  • Case Study: detaillierte Fallstudie

 

  • Cheat Sheet: Hilfestellung auf einen Blick
  • Checkliste
  • Comic, Meme, Cartoon: die lustige Variante

 

  • Customer Showcase: welche Erfahrungen haben deine Kunden gemacht
  • Diskussion: Thema kritisch von mehreren Seiten betrachten
  • DIY: Do-it-yourself-Anleitung

 

  • Do’s und Don’ts
  • Guide: ausführliche Anleitung
  • Erfahrungsbericht

 

  • Erfolgsgeschichte: eigene oder relevante andere
  • Event-Bericht
  • Evergreen-Content: allgemeingültige Anleitungen, Erklärungen etc. ohne Zeit- und Ortsstempel

 

  • Expertenbefragung: Meinungsübersicht zu einer Fragestellung
  • Fakten, die man über… kennen sollte
  • Fallstricke, Fallen und Gefahren

 

  • FAQs: beantworte häufig gestellte Fragen zu dir und deinem Business
  • Fehler, die häufig gemacht werden
  • Fehler: eigene Fehler & was du daraus gelernt hast

 

  • Formel für…
  • Fotogalerie
  • Fragen: die man sich stellen sollte…

 

  • Freebie: kostenlose Listen, E-Books, Worksheet, Planer etc.
  • Gastbeitrag: von Branchenexperten oder Kollegen
  • Gebrauchsanweisung: für ein Produkt etc.

 

  • Geheimnisse über…
  • Gefahren bei…
  • Geschichte: Stories aus deiner Geschichte oder der Unternehmensgeschichte

 

  • Gewinnspiel, Verlosung
  • Glossar: für deine Branche bzw. Thema
  • Guide: ausführliche Anleitung

 

  • Hacks: ungewöhnliche Herangehensweisen erklärt
  • Hintergründe: Produkt / Techniken / Geschichte etc. genauer erklären
  • Hot Topics der Branche

 

  • How-To: Anleitungen, Rezepte usw.
  • Hype: erkläre einen Hype in deiner Branche
  • Ideen & kreative Einfälle für…

 

  • Infografik: grafische Darstellung einer Problemlösung
  • Insider-Tipps: die es in der Form nur von dir gibt
  • Insights: Geheimnisse deiner Branche

 

  • Inspiration & Motivation: inspiriere und motiviere
  • Interview: mit einem Experten, Mitarbeitern oder anderen interessanten Personen
  • Kommentar: Meinungsartikel

 

  • Learnings: was du gelernt hast
  • Lektionen: die du gelernt hast
  • Leseliste: was man zu einem Thema lesen muss, was du gerade liest…

 

  • Leser-Feedback: Antwort auf spezifische Fragen deiner Leser
  • List-Post: nummerierte Liste
  • Manifest: Erkläre deine Ziele und Absichten

 

  • Missverständnisse: gängige Missverständnisse über…
  • Mythen und Irrtümer, die du aufklären musst
  • News: die auf anderen Kanälen keinen Platz finden

 

  • Orte und Locations vorstellen
  • Parallelen zwischen…
  • Podcast: Audioformat in Serie

 

  • Problemlösung: Lösung für ein gängiges Problem
  • Produkt alternativ: dafür kann man ein Produkt noch verwenden
  • Produktbewertung

 

  • Produkttipps
  • Produktvergleich
  • Pro & Contra

 

  • Porträt: Menschen oder Team vorstellen (Meet the Team)
  • Prognose: wie siehst du die folgenden 6 Monate bei deinem Thema
  • Progress: Fortschritte bei einem Projekt, Statusbericht

 

  • Quiz: auch Unterhaltung darf sein
  • Reisebericht
  • Report: was du erlebt hast

 

  • Rant: einmal Dampf ablassen
  • Rat für bzw. Abraten von
  • Regeln für…

 

  • Regular Feature: Wiederkehrender Blogpost, z.B. “Pick of the week”
  • Roundup-Post: gesammelte Aussagen von anderen zu einem konkreten Thema
  • Rückblick: auf das vergangene Jahr

 

  • Saisonale Themen
  • Satire: satirisches Blogpost, Parodie
  • Schritte: um ein Ziel zu erreichen (Schritt-für-Schritt-Anleitung)

 

  • Statistik: eigene oder fremde Statistik erklären
  • Strategien für…
  • Techniken, die du anwendest / die man kennen sollte

 

  • Testimonial-Bericht: was sagt dein Testimonial zu…
  • Tipps & Tricks
  • To-do-Liste

 

  • Tools und Ressourcen: die man verwendet
  • Top-Ten der…
  • Trends: in deiner Branche bzw. bei deinem Thema

 

  • Tutorial: ausführliche Anleitung
  • Übertreibung: die besten, die wichtigsten, der einzige…
  • Umfrage: Umfrage starten und Ergebnisse präsentieren

 

  • Update: zu deinen Produkten oder deinem Unternehmen
  • Vermeiden: was man vermeiden sollte, wenn…
  • Video: Tutorial, Blick hinter die Kulissen, Wochenrückblick, Meinungen…

 

  • Vorher-Nachher: Geschichte oder Foto
  • Was du schon immer mal wissen wolltest, aber nie zu fragen gewagt hast
  • Was man von… über… lernen kann

 

  • W-Fragen: Was, Wie, Warum, Wo, Wer?
  • Zitate: zu deinem Thema

 

Ich hoffe, da waren auch genug Inputs für dich dabei, um deine “Content-Maschine” anzuwerfen. Kennst du noch weitere nützliche Tools für Blogartikel-Ideen? Dann hinterlass mir doch einen Kommentar und erzähl mir davon!

 

SERIE: BLOG-COACHING FÜR PR-LEUTE

Mit meiner Blog-Serie „Blog-Coaching für PR-Leute“ will ich Blog-Basiswissen für PR-Leute vermitteln. Wie geht’s weiter? Im #5 Teil werden wir uns eingehender damit befassen, wie man einen Redaktionsplan für den Blog erstellt und damit den Blog besser organisieren kann.

Du hast die ersten Teile des Blog-Coachings für PR-Leute versäumt? Kein Problem, hier findest du:

#1: Warum wir uns jetzt mit Blogs auseinandersetzen sollten

#2: Wie man gute Blogtexte schreibt

#3: Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Keywordrecherche

 

Blog-Coaching Themenfindung und Content-Formate

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ähnliche Beiträge

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.