Mit dem Corporate Blog zur Lovebrand #4: Sinnstiftender Content

Kennst du auch einen Blog, in dem du stundenlang versinken könntest? In dem du dich abgeholt und in deinen Bedürfnissen verstanden fühlst? Der eine wirkliche Verbindung zwischen dir und der Marke dahinter aufbaut? Diesem Blog ist dann wohl das gelungen, worum es hier in meiner Blog-Serie “Mit dem Corporate Blog zur Lovebrand” geht: Wie kann ein Corporate Blog dazu beitragen, dass ein Unternehmen zur Lovebrand wird? Meiner Meinung nach sind es vier Bausteine, die wesentlich dazu beitragen: die Blog-Identity sprich Positionierung und Branding, die Persönlichkeit hinter dem Blog, die Community, die mit dem Blog interagiert und der sinnstiftende Content. Und genau darum geht es heute.  

 
 

Baustein #3: Sinnstiftender Content

Der Content ist das Fundament des Blogs und mehr als reiner Inhalt. Er ist für seine Leser erfüllend, wenn sie darin einen sinnstiftenden Zweck erkennen können. Was meine ich mit “sinnstiftender Content”? Ganz einfach: Der wichtigste Zweck eines Corporate Blogs ist, dass sich seine Leser gerne mit seinen Inhalten befassen. Durch diese Inhalte sollen sie die Chance bekommen, sich selbst ein Bild von der Marke zu machen. Leider werden einige Corporate Blogs jedoch noch immer als Ort für plumpe Werbesprüche, a lá „Wir sind super!“ oder „Unsere Produkte sind so toll!“ missverstanden. Das wird jedoch niemanden vom Blog, geschweige denn vom Unternehmen dahinter begeistern.

Stattdessen müssen die Inhalte des Blogs ihre Leser fesseln und begeistern können, sie bereichern und eine Spannung aufbauen, die zum Weiterlesen im Blog motiviert. Ein guter Blog verschwendet nicht die Zeit seiner Leser. Jeder einzelne Blogpost muss sich für die Leser auszahlen, denn Langweile ist der Tod eines jeden Blogs.

Die große Frage dabei lautet: Welche Themen interessiert meine Leser und wie zahlen diese Inhalte gleichzeitig in meine vorab definierten Blog-Ziele ein? Es gilt daher eine thematische Schnittmenge zu finden zwischen den Themen des Unternehmens und den kunden- bzw. leserrelevanten Themen. Es ist bekannt, dass die meisten Menschen nicht über Produkte auf Blogs lesen wollen, sondern sie wollen die Geschichte hinter dem Produkt hören oder nützliche Tipps und Hilfestellungen bekommen. Wenn das gut gelingt, braucht man über das Produkt oder das Unternehmen selbst gar nichts erzählen und kann darauf zählen, dass die Leute selbst aktiv nach Informationen dazu suchen.

 

Corporate Story als roter Faden

Themen müssen geschickt verpackt werden, sodass die Leser davon profitieren. Ein hilfreicher Ansatz dafür ist Storytelling: Geschichten machen eine Marke ein Stück weit erlebbar und stärken damit die Beziehung zwischen den Lesern und der Marke. Emotionalisieren Geschichten, dann schaffen sie einen Mehrwert, weil sie Blog-Lesern ein positives Gefühl geben, ihnen weiterhelfen, ein Problem lösen oder sie inspirieren.

Die Formel für relevanten Content lautet: alle Inhalte beziehen sich auf die Corporate Story – aber smart und konsequent durch die Sichtweise der Leser.

Jedes Stück Content sollte für die Leser geschrieben werden, nicht für das Unternehmen. Es gilt die Perspektive zu ändern und sich zu fragen, nach welchen Lösungen meine Leser im Netz suchen. Denn Menschen wollen Lösungen, keine Produkte! Außer natürlich, es handelt sich bereits um eine Lovebrand, dann wollen sie sogar mehr von den Produkten wissen.

 

Geschichten haben die Kraft, Menschen magisch anzuziehen

Die Corporate Story erzählt, woran ein Unternehmen glaubt und wie es seine Versprechen erfüllt und gibt ihm eine einzigartige Identität. Jeder Blogpost sollte diese Identität widerspiegeln, die Verbindung zur Marke sollte immer vorhanden sein – mal lose, mal stärker. Es gilt Content zu erstellen, der Vision und Mission langfristig unterstützt. Damit erzielt man einen roten Faden, der sich durch den ganzen Blog bewegt. Oft ist es dabei geschickter, wenn nicht das Unternehmen bzw. die Marke selbst im Mittelpunkt eines Blogposts steht, sondern eine Person, etwa ein Mitarbeiter oder ein Kunde, der von eigenen Erlebnissen erzählt und die Geschichte mit positiven Emotionen und Leidenschaft anreichert.

Wie findet man Themen, die sowohl die Leser begeistern und sich dennoch um die Corporate Story drehen? Das gelingt leichter, wenn man sich in die Rolle der Leser versetzt. Dazu wechselt man die Perspektive und recherchiert, welche Themen rund um die Marke aktuell diskutiert werden und überlegt, mit welchen Antworten der Blog weiterhelfen kann. Der gewählte Fokus für den Blog darf dabei nie aus den Augen zu verloren werden, damit nicht beliebige Inhalte auf dem Blog landen und somit Streuverluste entstehen. Der ideale Content stärkt somit die Markenpositionierung, ohne plump auf die Marke hinzuweisen. Auch die Markenwerte können durch gute, begeisternde Geschichten und Inhalte rund um die Corporate Story transportiert werden. 

 

Perspektivenwechsel: durch die Augen der Leser

Alles, was rund um eine Marke für die Blog-Leser interessant ist, was ihre Fragen beantwortet und ihnen weiterhilft, kann verbloggt werden. Das können auch Branchentrends sein, vorgestellte Tools, Hintergründe zu bestimmten Themen, Know How und Wissensvermittlung, Fallbeispiele, Tutorials und und und. Eine gute Idee ist es auch, auf konkrete Fragen der eigenen Kunden und Blog-Leser einzugehen und diese in eigenen Blogposts zu beantworten. Dabei ist es wichtig, nicht in Unternehmens-Denkmustern zu verharren, sondern die Welt mit den Augen der Leser zu sehen.

Wenn es darum geht, Content zu erstellen, so kann man sich die Neugierde der Menschen zu Nutze machen und etwa Einblicke hinter die Kulissen gewähren. Denn Menschen wollen mit Menschen zu tun haben, nicht mit Unternehmen. Inside-Themen könnten etwa sein: Wie sieht es bei uns im Unternehmen aus? Wie ist unser Unternehmensalltag? Wie entsteht ein konkretes Produkt? Wie wird in einer konkreten Abteilung gearbeitet? usw. Möglichkeiten gibt es genug, man muss sich nur kreativ auf die Suche begeben und um die Ecke denken.

Wird Fachwissen weitergegeben, ist es authentischer, wenn nicht nur über eigene Produkte und Belange gebloggt wird, sondern der Blick über den Tellerrand kommt. Auch hier kommt der persönliche Blickwinkel meist gut an.

 

Was ist guter Content?

  • ist für seine Leser relevant und bringt ihnen einen Nutzen
  • greift Themen auf, die den Interessen der Leser entsprechen
  • schlägt den Spagat zwischen Leserrelevanz und Unternehmensrelevanz
  • schafft Awareness für das Unternehmen
  • baut nachhaltig Vertrauen auf
  • baut Reputation als Thought Leader auf
  • sorgt für gute Suchmaschinen-Auffindbarkeit
  • ist so interessant und wertvoll, dass er gerne geteilt wird

 

Content muss dabei nicht nur in Texten verpackt sein, sondern kann auch multimedial aufbereitet werden: als Bilderstrecke, als Video, als Infografik, als Audio etc. Je nach Ausrichtung des Blogs kann auch über einen Gamification-Ansatz nachgedacht werden – sprich, Inhalte werden mit spielerischen Elementen wie Quizes und unterhaltenden Beiträgen übermittelt. Das motiviert und regt zum Mitmachen an.

Letzendlich geht es darum, durch uneigennützige Texte die eigene Glaubwürdigkeit zu stärken, womit im Idealfall auch eine sich nachhaltig steigernde Identifikation mit der Marke einhergeht. Am Ende sollte der Leser den Blog mit einem Aha-Erlebnis verlassen und gerne wiederkommen.

 

Corporate Blog Sinnstiftender Content

 

SERIE: Mit dem Corporate Blog zur Lovebrand

In meiner 5-teiligen Blog-Serie „Mit dem Corporate Blog zur Lovebrand“ entmystifizieren wir die Geheimnisse genialer Corporate Blogs. Im letzten Teil dieser Serie werden wir uns Baustein #4 anschauen: die Community, mit der jeder Blog steht und fällt.

 

Du hast die ersten Teile verpasst?

Teil #1: Was der Blog für die Brand tun kann

Teil #2: Die Blog-Identity

Teil #3: Die Blog-Personality

 

 

 

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