Ethical Blogging – Die Verantwortung der Blogger

Wer bloggt, trägt mit seinen publizierten Inhalten auch Verantwortung – ganz egal ob kleiner Hobbyblogger oder großer Corporate Blog. “Ethical Blogging” ist ein lobenswerter Ansatz, der sich ethisch korrekten Praktiken beim Bloggen widmet. Bloggerin Amina Stella Steiner hat dazu einiges zu sagen: Sie ist Bloggerin von Stellamina, einem wunderbar inspirierenden Blog, der sich um Green Lifestyle unter dem schönen Claim “…for dreamers, doers, seakers and believers!” dreht.

In ihrem Vortrag „Ethical Blogging“ bei der Bloggerkonferenz Fashioncamp Vienna am 7. Oktober hat sie uns Einblicke in ihren Zugang zum Bloggen gewährt. Amina Stella engagiert sich außerdem für Social Entrepreneurship und Green Marketing und ist Initiatorin eines Fair Fashion Guides, der Wardrobe Revolution.

 

Was ist Ethical Blogging?

Beim “Ethical Blogging” geht es darum,  sich seiner großen Verantwortung als Blogger bewusst zu sein und immer ehrlich und transparent zu schreiben. Ethisch ist dabei die Art und Weise, wie geschrieben wird: guten und ehrlichen Content zu produzieren und auch zuzugeben, dass man nicht immer recht hat. Das ist wichtig, weil Blogger großen Einfluß auf ihre Leser ausüben können. Beim “Ethical Blogging” geht es also darum, ehrliche Geschichten zu erzählen und mit ihnen Menschen und Botschaften wieder in den Vordergrund zu rücken anstatt von Produkten.

 

Prämissen für Ethical Blogging

Im folgenden findet ihr die wichtigsten Prämissen für “Ethical Blogging” von Amina Stella, die konkrete Beschreibung gebe ich mit meinen eigenen Worten wieder.

 

#1: First: Do no harm

Wer ethisch korrekt bloggt, haltet sich an den Grundsatz “Tue niemandem etwas Schlechtes!”. Mit seinem Content sollte man niemandem Schaden zufügen.

 

#2: Present the real facts

Als Blogger sollte man zwar immer seine Meinung sagen, aber diese nie mit Fakten vermischen. Die eigene Meinung oder Interpretation sollte als solche ausgewiesen werden, die realen Fakten als solche klar erkennbar sein.

 

#3: Use disclaimers and disclosures

Transparent bloggt, wer klar bekannt gibt, wer er ist und von wem er eventuell beeinflusst wird. Bezahlte Kooperationen gehören unbedingt gekennzeichnet, ein Impressum ist für Blogger Pflicht (beides auch rechtlich).

 

#4: Give due credit

Wer ethisch bloggt, legt seine Quellen offen, um damit Transparenz zu gewährleisten. Das macht außerdem den eigenen Content glaubwürdiger. Ausnahme wäre, wenn die Offenlegung der Quelle dieser schadet.

 

#5: Standby your ethical stance

Es gilt Haltung zu bewahren! Als Blogger hat man große Verantwortung, daher sollte die Wahrheit hochgehalten werden. Jeder macht mal Fehler, aber diese sollten rasch zugegeben und korrigiert werden.

 

#6: Don’t play false games

Unter “falschen Spielen” versteht man Follower oder Likes zu kaufen, um seine Zahlen künstlich hochzupushen. Wer ethisch korrekt bloggt, macht das nicht und hat das auch nicht nötig.

 

#7: Charge fair prices

Bloggen ist zeitaufwändig, daher ist es absolut okay, im Rahmen von Kooperationen Geld zu verlangen. Die Preise dafür sollten fair bemessen sein.

 

#8: It’s your right to express your opinion

Als Blogger hat man das Recht, seine Meinung zu sagen. Als Content Creator sollte man dieses Recht immer verteidigen. Allerdings ist es auch wichtig, anderen die Möglichkeit zum Antworten zu geben.

 

#9: Be critical of everything, even yourself

Als Blogger teilt man sein Wissen kostenlos und hat damit eine gewisse Macht. Man sollte sich daher verpflichten, kritisch in jederlei Hinsicht zu sein. Das kritische Denken schließt auch die Selbstkritik mit ein!

 

#10: Use your power to protect

Als Content Creator hast du eine wichtige Stimme, die dir die Macht verleiht, andere zu beschützen, denen Unrecht geschieht. Nutze diese Macht weise, indem du etwa falsche Behauptungen richtigstellst.

 

#11: Stay indipendent

Für Blogger ist es wichtig, in jeder Situation unabhängig und 100% ehrlich zu sein. Damit kann die eigene Glaubwürdigkeit und Integrität bewahrt bleiben. Das gilt auch im Rahmen von bezahlten Blogposts.

 

#12: Be critical of your sources

Wer bloggt, sollte immer seine Quellen kritisch hinterfragen und versuchen, ihre Glaubwürdigkeit zu checken. Denn auch wenn man selbst ethisch und korrekt bloggt, hat man keine Garantie darüber, dass es die Quellen auch so machen.

 

#13: Give chances to respond

Eine Diskussion lebt davon, dass alle Seiten ihre Meinung kundtun dürfen. Daher sollte jeder die Chance haben, auf den Content zu reagieren. Insbesondere die Gegenseite sollte die Möglichkeit erhalten, zu antworten.

 

#14: Admit and correct mistakes

Jeder macht mal Fehler, aber diese sollte man sich auch eingestehen und bereit sein, sie zu korrigieren. Falsche Informationen sollten sofort richtiggestellt werden, damit sie nicht verbreitet werden.

 

 

Was wir daraus für Corporate Blogs lernen können

Dieser Ethik-Codex wurde für private Blogs kreiert, aber ich finde, dass fast alle Punkte auch für Corporate Blogs gelten können. Ausnahme ist Punkt von #7 – Charge fair prices, wobei ein Unternehmen hier etwa sagen könnte: “Wir zahlen faire Preise an Blogger, mit denen wir kooperieren.”

Grundsätzlich entscheidet jedes Unternehmen selbst, wie und über was gebloggt wird, allerdings sind gerade auch Corporate Blogs der Wahrheit verpflichtet. Wer auf seine Quellen verweist, hilft seinen Lesern, sich eine eigene Meinung zu bilden. Wer respektvoll mit seiner Community umgeht, gewinnt auch ihre Anerkennung. Und nicht zuletzt: Wer transparent bloggt, schafft langfristig auch Vertrauen zu seinen Lesern.

Einen zusätzlichen Punkt würde ich hier noch dazu nehmen: Die Offenlegung, wer der Autor des jeweiligen Blogposts ist. Idealerweise gibt es nicht nur den Namen des Bloggers, sondern auch ein paar Hintergrundinformationen zu ihm in einem Autorenkasten oder in der “About”-Seite über das Blog-Team.

 

Ethik in der digitalen Kommunikation – Codex des Ethik-Rats

Die österreichische PR-Branche hat übrigens seit 2016 auch einen Online Ethik-Codex für richtiges Verhalten in der digitalen Kommunikation, der unter anderem auch Hinweise zur Absender-Transparenz in der Online-Kommunikation gibt und auf die Unternehmensverantwortung hinweist. 

Den gesamten Kodex könnt ihr hier downloaden:

 

 

Ethical Blogging

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Kaboompics.com

 

 

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