Die Formel, mit der du immer passende PR-Themen findest

PR ist eine langfristige Angelegenheit. Es reicht normalerweise nicht, einmal eine öffentlichkeitswirksame PR-Aktion zu machen und dann nie wieder von sich hören zu lassen, sondern es gilt beständig spannende Themen zu finden, über die Medien berichten können. Wenn du PR machst, kennst du das ja: Du bist also immer auf der Suche nach PR-Themen. Große Unternehmen tun sich hier leichter, denn sie haben meist selbst Themen am laufenden Band. Kleinere Marken müssen da schon etwas kreativer werden und ihre Spürnase bemühen.

Damit dir das leichter gelingt, verrate ich dir meine Formel, mit der du PR-Themen, die Medien wirklich interessieren, einfach aufspüren kannst.

 

Schritt 1: Deine PR-Strategie – Was will ich erreichen?

Bevor du ins Brainstorming gehst und Themen reflektierst, wirf noch einmal einen Blick in deine PR-Strategie. Was wurde hier festgelegt? Welche Ziele sollen mit PR erreicht werden? Welche Dialoggruppen, wen willst du ansprechen? Wer muss wissen, dass es dich gibt? Welche Botschaften sollen vermittelt werden? Mit welchen Themen möchtest du grundsätzlich in die Öffentlichkeit? Wie willst du dich in der Öffentlichkeit positionieren? Was willst du aussagen? Was muss man über dein Unternehmen wissen?

Du machst schließlich nicht PR zum Selbstzweck, sondern möchtest etwas ganz Bestimmtes damit erreichen.

 

Schritt 2: Deine News Stories – Was kann ich erzählen?

Nun kannst du dich auf die Suche nach deinen aktuellen PR-Themen machen. Dafür solltest du dir einen PR-Themenplan für 3-12 Monate erstellen, in den du deine Themen notierst, den Zeitpunkt, wann du das jeweilige Thema ausspielen möchtest und für welche Medien es jeweils interessant ist. 

 

Ansatzpunkte für deine PR-Stories:

 

#1: Die Unternehmensgeschichte bzw. Brand Story

Gibt es eine außergewöhnliche Gründungsgeschichte? Besondere Kooperationspartner? Testimonials? Eine Brand Story an sich ist meist für Medien nicht so interessant, frag dich daher, welche Aspekte der Brand Story sind erzählenswert? Was ist einmalig daran?  Was an der Story könnte welche Medien jeweils interessieren? Gibt es einen aktuellen Aufhänger, warum Medien gerade jetzt über dich schreiben sollen? 

 

#2: News aus dem Unternehmen

Was tut sich aktuell? Gibt es Jubiläen oder wichtige öffentliche Firmenevents? Neue Mitarbeiter oder Auszeichnungen? Werden neue Produkte oder Services gelauncht? Steht eine Eröffnung oder ein Relaunch auf dem Programm? Engagiert sich das Unternehmen für einen guten Zweck? Gibt es neue Erkenntnisse aus eigenen (Kunden-)Projekten, Studienergebnisse aus dem eigenen Haus, spannende Marktanalysen? Läuft gerade eine Kampagne, eine Aktion oder ein aktives Ereignis?

 

#3: Die eigene Expertise

Medien sind immer wieder auf der Suche nach Experten, die sie zu bestimmten Themen befragen können. Ein großes Unternehmen kann sich verschiedenster Experten aus verschiedenen Abteilungen bedienen, aber im Grunde hat jedes Unternehmen und auch jeder Einzelunternehmer eine bestimmte Expertise und ein spezielles Know How in seinem Fachgebiet. Dieses kann man Journalisten auch antragen, in dem man Interviews anbietet. Dazu braucht es immer auch einen Aufhänger, etwa ein Thema, das gerade in der Branche debattiert wird und wozu man Sinnvolles beisteuern kann. Hier lohnt sich auch aktives Agenda Surfing, die Kunst, auf aktuelle Themen aufzuspringen. 

 

#4: Die eigenen Produkte

Je nach Unternehmen, kommt es oft auch in Frage, die eigenen Produkte oder Services Journalisten zum Test anzubieten, damit sie darüber schreiben können. Das kann das Beautyprodukt sein, dass die Beautyredakteurin testet, ein neues Wellness Treatment, das für die Gesundheitsredakteurin interessant ist, eine Einladung in das eigene Hotel für Tourismusjournalisten, das neue Buch für die Kulturredaktion usw. Dabei kann, muss es sich aber nicht immer um neue Produkte handeln. Wichtig ist zu verstehen, dass ein Journalist aufgrund des Tests nicht unbedingt auch etwas darüber schreiben wird, denn diese Entscheidung liegt allein im redaktionellen Ermessen.

Vielleicht magst du deine Produkte oder Services auch den Lesern, Sehern oder Hörern der Medien im Rahmen einer Medienkooperation bei einem Gewinnspiel zur Verfügung stellen?

 

#5: Saisonale Themen

In vielen Branchen gibt es saisonale Themen, die jedes Jahr wieder kommen. Hast du zum Beispiel ein Frühjahrsthema? Ein Sommerthema? Bestimmte Jahrestage, die für dich relevant sind? Feiertage oder (Groß-)Events? Eine gute Quelle, um Jahrestage zu finden, ist etwa der Kleine Kalender.

 

#6: Einmal um die Ecke gedacht

Neben den klassischen Lieferanten für PR-Stories lohnt es sich auch, einmal quer zu denken. Welche verwandten Branchen könnten auch Interesse an deinem Unternehmen haben? Wo kannst du deine Marke noch ins Spiel bringen? Ein sehr elegantes Beispiel ist hier Schmuck, der Moderedaktionen für Shootings zur Verfügung gestellt wird, nachzulesen etwa in diesem Beispiel meiner PR-Kollegin Aline Pelzer.

 

 

Schritt 3: Abgleich mit den Medien – Was brauchen sie?

Deine PR-Stories mögen ja für dich interessant sein, aber wenn es kein geeignetes Medium gibt, das sich dafür interessiert, sind sie leider wertlos. Jedes Medium hat eine andere Blattlinie, interessiert sich für verschiedene Aspekte und Details, die für andere Medien vielleicht vollkommen irrelevant sind. Nun kommt dir dein regelmäßiger Medienkonsum zu Gute. Je besser du die verschiedenen für dich relevanten Medien kennst, desto besser kannst du deine Stories auf diese Medien zuschneiden und bestimmte Aspekte in den Vordergrund stellen und andere vielleicht weglassen.

Nun gleichst du deine Themen mit den Themenschwerpunkten der Medien ab. Die Kunst hier ist also, herauszufinden, welchen Medien du welches Thema gerade zuspielen kannst. Hier gehst du in zwei Schritten vor:

 

#1:  Studium der relevanten Zielmedien

Du solltest die relevanten Medien ganz genau kennen, um ihnen passende Stories zuschneiden zu können. Studiere mehrere Ausgaben deiner Zielmedien und notiere dir für dich relevante Ressorts. Schau dir dann an, wie die Inhalte in dem Medium aufbereitet sind. Gibt es eher Reportagen oder Interviews? Rubriken mit Kurzmeldungen? Versuche aufzuschlüsseln, welche Art von Stories in deinen Zielmedien funktioniert.

Vielleicht kommst du auch gerade durch das Studium deiner Zielmedien auf neue Ideen, weil du ähnliche Stories anderer Unternehmen findest, wie du sie auch liefern könntest. Lass dich inspirieren!

 

# 2: Aktuelle Themenpläne und -schwerpunkte der Medien

Gleiche deine Stories mit den Themenplänen der Medien ab. Diese findest du manchmal über die Websites der Medien oder du bekommst sie auf Anfrage in der Redaktion oder der Anzeigenabteilung. Wenn du einen passenden Themenschwerpunkt findest: Bingo! Nutze den Schwerpunkt als Aufhänger für deinen Themenvorschlag an dieses Medium.

 

#3: Der aktuelle Aufhänger

Warum sollte ein Medium gerade jetzt über dich schreiben? Dafür braucht es einen Aufhänger und den brauchst du, wenn deine PR-Story nicht sowieso gut in das Medium passt (siehe 1) oder nicht durch einen Themenschwerpunkt abgedeckt ist (Punkt 2). Der Aufhänger kann z.B. sein, dass ein Thema in der Branche gerade debattiert wird, zu dem du etwas sagen kannst, oder dass dein Produkt gerade in diese Jahreszeit oder zu einem Ereignis passt. 

 

Nun hast du alles, was du brauchst, um PR-Themen am laufenden Band zu finden.

 

Meine Formel für PR-Themen nochmals zusammengefasst:

Was will ich mit PR erreichen? + Was kann ich erzählen? + Was brauchen die Medien? = Meine PR-Themen

 

Das ist die ganze Kunst! Die Herausforderung dabei liegt jedoch darin, die relevanten Medien wirklich gut zu kennen, will man maßgeschneiderte Stories anbieten und nicht mit der Gießkanne drüberfahren. Was nicht heißt, dass ich gegen Presseaussendungen bin, die sind – gut durchdacht und gemacht – in manchen Fällen immer noch sinnvoll. 

Wie gehst du es an? Hast du auch einen Tipp zum Aufspüren von PR-Stories? Hinterlass mir gerne einen Kommentar!

 

PR Ideen Formel

 

Foto: Haute Stock

Ähnliche Beiträge

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.