#Girlboss Sophia Amorusos Tipps & Tricks für Social Media Relations

Sophia Amoruso ist Begründerin der #girlboss-Bewegung, Self-Made-Millionärin und Gründerin des hippen Online-Versandhandels Nasty Gal. Mit ihrer genialen Idee, Vintageklamotten für den Online-Verkauf kreativ zu präsentieren und dafür virtuelle Freunde zu gewinnen, wurde sie zu einer Vorläuferin des Social-Media-Marketings und zu einer ersten echten Influencerin. Sie wusste junge Frauen zu faszinieren, da sie mit ihrer märchenhaften Geschichte einen Traum lebte und wurde damit selbst zur Marke. Mit gerade einmal 30 Jahren war Sophia Amoruso CEO eines erfolgreichen Fashionimperiums. Mittlerweile ist Nasty Gal zwar pleite, betreibt aber den Online Shop noch. Sophia Amoruso ist 2016 als CEO zurückgetreten.

 

Durch Social Networking zum Erfolg

Erst vor kurzem ist auf Netflix eine neue Serie angelaufen, die die Geschichte der Gründung von Nasty Gal erzählt, allerdings ist die Insolvenz hier noch ausgespart. Diese Serie und ihr Buch “#Girlboss” haben mich dazu inspiriert einmal nachzuspionieren, was die einst erfolgreiche Unternehmerin und nach wie vor Influencerin zum Thema Social Media Kommunikation zu sagen hat. Und das kann sich durchaus sehen lassen: Rein intuitiv und ohne Fachausbildung hat die junge Unternehmerin dabei sehr viel richtig gemacht, hat sich etwa stark auf den Aufbau ihrer Community im Social Web und die Kommunikation mit ihr konzentriert. Man darf nicht vergessen, dass Amoruso 2006 eine der ersten war, die durch Social Networking zu großem Erfolg gekommen ist und darf sie daher ruhig als Vorreiterin in diesem Bereich bezeichnen.

Ich hab mir Amorusos erstes Buch “#Girlboss – Sophia Amoruso – Wie ich aus einem eBay-Shop das Fashionimperium Nasty Gal erschuf” (deutsche Ausgabe im Redline Verlag, 2015) hergenommen und ihre Tipps und Tricks für Social Media Relations herausgearbeitet. Auch was sie zum Thema PR zu sagen hat, hab ich natürlich notiert. Das Buch, in dem die Autodidaktin sehr persönlich den steilen Weg ihrer Karriere beschreibt, wurde übrigens zum eigentlichen Auslöser des #girlboss-Movements. 

 

#girlboss Sophia Amuroso
Buch “#girlboss” im Redline Verlag, 2015

 

Sophia Amoruso Tipps & Tricks für Social Media Relations

 

“Wenn ich nicht unterwegs auf der Suche nach neuer Ware war, war ich zu Hause und machte neue Freunde bei MySpace.”

Auf diese Weise befreundete sich Sophia Amoruso mit rund 60.000 Mädchen und Frauen. Sie verwendete sogar gegen die MySpace-Regeln eine spezielle Friend-Adding-Software. Besondere Ausschau hielt sie nach den Freundinnen von It-Girls und akzeptierte nur Mädchen und Frauen in einem bestimmten Alter und aus bestimmten Städten. 

 

“Damals wusste ich das nicht, aber was ich tat, gehört zu den beiden Schlüsseln zu einem erfolgreichen Geschäft: seine Kunden zu kennen und zu wissen, wie man kostenloses Marketing bekommt.”

Die Zahl ihrer Freundinnen auf MySpace wuchs, nachdem die fremden Mädchen ihre Anfrage akzeptierten. Diese Freunde leitete sie dann zu ihrem Nasty Gal eBay-Shop weiter. Jedes Mal, wenn es eine Nasty-Gal-Vintage-Auktion gab, verfasste sie dazu ein MySpace-Bulletin und einen Blogpost.

 

“Viele Unternehmen gaben Millionenbeträge aus, um in sozialen Medien auf Kundenfang zu gehen, ich folgte einfach meinem Instinkt und behandelte meine Kunden wie persönliche Freunde.”

Sophia Amuroso beantwortete am Anfang ihrer Karriere noch jeden einzelnen Kommentar auf ihrer Website persönlich, weil es ihr als ein Akt der Höflichkeit erschien. Es war ihr wichtig, ihr Bestes zu geben und sich persönlich um ihre Kunden zu bemühen. Sie war davon überzeugt, dass das, was sie tat, zu positiven Ergebnissen führen wird, auch wenn das noch nicht unmittelbar zu erkennen war.

 

“Ich wusste nur, dass die Kommunikation mit den Kundinnen, die bei mir kauften, wichtig war und es immer gewesen ist.”

Vertrauen durch Kommunikation aufzubauen hat sich für Sophia Amuroso ausgezahlt, denn als sich der Niedergang von MySpace abzeichnete, wechselte sie gemeinsam mit ihren Kundinnen zu anderen sozialen Netzwerken. Sie ließ sich von ihnen mitteilen, was sie wollten und machte damit die Kundinnen und sich selbst zufrieden.

 

“PR ist eine Kunst, die voraussetzt, dass man sich auf Kommando höchst vorteilhaft präsentiert und zum richtigen Zeitpunkt das Richtige sagt, und das habe ich noch nie beherrscht.”

Sophia Amoruso gesteht sich selbst ein, dass sie “ganz, ganz schlecht” in Public Relations ist. Sie hat aber in Kaitlyn die perfekte PR-Direktorin für Nasty Gal gefunden. Sie sagt auch: “Eine gute PR-Expertin muss in der Lage sein zu verkaufen und dabei authentisch zu bleiben und Beziehungen zu knüpfen.”

 

“Wir stellten ein und stellten ein und wurden mit Presseaufmerksamkeit überschüttet und wurden plötzlich von Investoren wahrgenommen.”

Nach dem ersten Jahr nahm Nasty Gal Fahrt auf und die Presse wurde auf das Unternehmen aufmerksam, ohne dass Nasty Gal dazu extra an die Presse herantreten musste. Merke: Wenn die Story interessant und groß genug ist, tritt die Presse auch an dich heran.

 

“Gib deinen Kunden etwas, das sie miteinander teilen können. Soziale Medien beruhen auf dem Konzept des Teilens, und Nasty Gal bot jungen Frauen etwas Großartiges, das sie jeden Tag mit anderen teilen konnten.”

Gemeinsam mit ihrem Team hat Sophia Amoruso immer hart gearbeitet, um Content für ihre Kunden zu kreieren, den diese teilen konnten. Etwa ausgeflippte Vintage-Teile, Zitate oder Fotos aus der Arbeit hinter den Kulissen. Es ging ihr darum, die “besten und bezwingendsten Worte, Bilder und Inhalte” für ihre Kundinnen zu erschaffen.

 

“Soziale Medien ermöglichen mir, immer ganz nah an unseren Kundinnen zu sein.”

Sie hatte zwar Personal für Community Management und verfasste nicht jeden Tweet selbst, dennoch war es ihr wichtig mit den Kundinnen in Kontakt zu bleiben. Daher las sie auch jeden Kommentar und erfuhr so zuerst, wenn ihre Kundinnen mit irgendetwas nicht zufrieden waren. Als Nasty Gal bei Snapchat aktiv wurde, war es Sophia Amuroso persönlich, die snappte  und damit auch private Textnachrichten mit Kundinnen austauschte.

 

“Was mich total nervt, sind Leute, die Pressemitteilungen über ihr neues Unternehmen loslassen, bevor sie überhaupt den ersten Dollar verdient haben.”

Sophia Amoruso selbst wartete mit ihren Presseaktivitäten, bis sie sich ganz sicher war, dass sie der Presse etwas mitzuteilen hatte. Das dauerte bei ihr fünf Jahre. Sie sagt auch: “Wenn du zu früh ins Horn bläst, kann es passieren, dass du bereits unter die Lupe genommen wirst, während dein Geschäft noch in den Kinderschuhen steckt und du noch mit den Grundlagen der Geschäftsführung kämpfst.” Sie selbst habe viele Unternehmen nach einem “großen Pressespektakel sang- und klanglos verglühen” sehen.

 

#girlboss – Was gibt’s noch?

Sophia Amoruso hat 2016 ein zweites Buch „Nasty Galaxy“ herausgegeben, ein faszinierendes Sammelsurium mit Fotos, Illustrationen, Zitaten und Kommentaren. Und wer noch mehr vom #girlboss-Movement mitnehmen will, kann auf YouTube Sophia Amorusos Podcast #Girlboss Radio abonnieren oder auf der Website der Girlboss Foundation stöbern. Und wie es sich für echte Influencer gehört,  ist die Girlboss Foundation auch auf sämtlichen Social Media Kanälen präsent – die Links dazu finden sich auch auf der Girlboss-Website.

 

Zum Weiterlesen:

 

Fotos: Unsplash.com 

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