Die Grundlagen für deine digitale Reputation – Teil 1: Personal Branding

Seit ich vor 15 Jahren in der PR angefangen habe, haben wir in den Agenturen in denen ich tätig war regelmäßig Personality PR für Personen des öffentlichen Lebens oder Opinion Leader und Branchenexperten gemacht. Im Wesentlichen ging es um verschiedene PR-Maßnahmen für diese Persönlichkeiten, etwa eine Website konzipieren, Networking Veranstaltungen organisieren oder das platzieren von Fachartikeln in Society- und Branchen-Medien. Eine dieser Kundinnen ist heute übrigens sogar Ministerin in Österreich. Von Personal Branding hat man damals aber noch nicht gesprochen.

Die Zeiten haben sich seither aber gravierend geändert und Personality PR und Personal Branding sind heute für jeden und jede interessant, der ein Unternehmen betreibt oder als Mitarbeiter nach außen vertritt und nicht mehr ausschließlich für bekannte Persönlichkeiten und anerkannte Fachexperten. Es ist ja mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass Menschen von Menschen kaufen, die ihnen sympathisch sind und mit denen sie die gleichen Werte teilen und nicht nüchtern von Unternehmen zu Unternehmen. Personal Branding gibt Marken ein Gesicht nach außen. Sie bildet außerdem des Fundament dessen, was wir dann über Personality PR kommunizieren. 

 

In meiner neuen 2-teiligen Mini-Serie geht es genau darum: Den Aufbau deiner digitalen Reputation durch Personal Branding und wie du mit deiner Persönlichkeitsmarke nach außen über Personality PR gehen kannst.

 

Was ist digital Personal Branding?

Beim digital Personal Branding geht es darum, selbst zu bestimmen, wie du online wahrgenommen werden möchtest. Was spuckt Google zu dir aus? Wie sehen deine Präsenzen auf den Social Media Kanälen aus? Denn wir alle werden gegoogelt, bevor jemand mit uns arbeitet – hast du keinen digitalen Fußabdruck, bist du quasi nicht existent.

Aber keine Sorge, du hast es zu weiten Teilen selbst in der Hand, was im Netz über dich gefunden wird. Google dich doch mal selbst. Bist du mit den Ergebnissen zufrieden? Findest du nur Einträge, mit denen du dich identifizierst? Ist deine Website, dein Blog an den ersten Positionen auf der ersten Seite gelistet? Wenn jemand zum ersten Mal nach dir googelt, wird ihm dann klar, wofür du stehst? Bekommt er einen stimmigen Gesamteindruck, was deine Marke ausmacht?

Wenn du mit dem Ergebnis nicht zufrieden bist, solltest du an deinem Personal Branding noch arbeiten, um die Wahrnehmung anderer auf deine stärksten Eigenschaften zu lenken. Wenn du andere von deinen Werten überzeugen willst, musst du deinen Wert auch zeigen. Gerade wenn du Selbständig bist, aber auch wenn du auf der Suche nach Arbeit bist oder wann immer du in einer Situation bist, in der dein Erfolg von der Sichtweise anderer abhängt, solltest du dich um deine Personal Brand bemühen. Für Selbständige gilt ganz besonders: du bist selbst deine Marke!

 

Branding is both how you inspire and attract others to you in the first place,
but it’s also how you position yourself as a creative expert who can deliver on that promise.

– KATHLEEN SHANNON

 

Die Essenz deiner Personal Brand

Für deine Personal Brand brauchst du eine Markenstrategie, die mit deinem Zielpublikum in Einklang steht und dich von deinem Mitbewerber abgrenzt. Deine Kunden müssen wissen, warum sie mit dir zusammenarbeiten sollen, was gerade dich so besonders macht, warum du besser bist, als deine Konkurrenz. Deine Marke kommuniziert ganz klar die beste Seite von dir.

Damit du dir eine digitale Personal Brand aufbauen kannst, solltest du dir zunächst folgende Fragen stellen, um dir über deinen Rahmen bewusst zu werden. Damit erarbeitest du dir die Essenz deiner Marke klar und Präzise heraus.

Sie besteht aus vier Teilen:

 

Deine Vision

  • Wer bist du und wofür stehst du?
  • Was möchtest du erreichen?
  • Warum willst du es erreichen?
  • Wie lautet dein Vision Statement, wie dein Mission Statement?

Mach dir zuerst klar, was deine  authentische Vision ist. Deine Vision macht deutlich, warum es deine Marke gibt, wofür du stehst und wie das die Erreichung deiner spezifischen Ziele antreibt. Deine Vision steht über deiner gesamten Strategie und umfasst die grundlegenden Gründe für die Existenz deines Unternehmens. Daher ist es wichtig, dass du dir über die Vision für dich oder dein Unternehmen klar wirst, bevor du in die weitere Markenbildung einsteigst.

Beim Vision Statement machst du klar, wo du hin willst, wo siehst du dich und dein Unternehmen in der Zukunft? Was leitet und inspiriert deine Ziele? Dein Vision Statement ist nur für dich gedacht, du posaunst es nicht nach außen.

Formuliere auch einen starken Slogan, einen kurzen Satz, der die Essenz deiner Marke vermittelt.

Überlege dir, welche Mission bzw. welchen Zweck deine Marke erfüllt, sprich was und wie du etwas erreichen willst und warum. Dein Mission Statement oder Leitbild gibt dir die konkret umsetzbaren Schritte vor, mit denen du die Vision deiner Marke erreichen kannst. Während deine Vision von der Zukunft spricht, existiert deine Mission in der Gegenwart. Dein Mission Statement kannst du auch deutlich nach außen formulieren.

Welche Werte bzw. Kernprinzipien leiten deine Aktivitäten? Deine Werte beschreiben, woran deine Marke glaubt und geben einen moralischen Kompass vor. Sie geben ein großes Versprechen an deine Kunden und Follower – sie geben dir eine Richtschnur, wie du mit ihnen interagierst und was sie sich von dir erwarten können.

 

Dein Wert

  • Was ist einzigartig an dir?
  • Welchen Wert kannst du anderen geben?

Dein Wert ist, welchen Mehrwert du aus der Sicht anderer zu geben vermagst. Vielleicht kannst du gut singen oder häkeln oder tanzen, aber hier geht es darum, deinen Wert für deine Kunden herauszuarbeiten. Was macht dich einzigartig, wichtig und relevant? Wie löst du die Probleme deiner Kunden, wie erfüllst du ihre Wünsche? Warum sollen sie ausgerechnet mit dir arbeiten?

Dein spezifischer, differenzierter Mehrwert ist dein USP, dein Alleinstellungsmerkmal. Damit gibst du deinen Kunden ein Versprechen, denn du bietest Einzigartiges in der Lösung ihrer Probleme. Gleichzeitig hebst du dich mit deiner Positionierung von deinen Mitbewerbern ab.

 

Deine Stimme

  • Wie ist dein Kommunikationsstil?
  • Wie ist deine Tonalität
  • Wie setzt du deine Stimme ein?

Es ist nicht egal, was wir im Internet von uns geben und auch nicht, wie wir es sagen. All das zahlt in unsere Marke ein, denn all das vermittelt ein Gefühl bei anderen Menschen und bleibt in Erinnerung. Daher ist es umso wichtiger, sich zu überlegen, welchen Kommunikationsstil du anwendest und dann auch dabei zu bleiben. Bist du locker oder lustig? Inspirierend oder sophisticated? Hast du einen motivierenden Stil und kannst du Vertrauen schaffen?

Wie kannst du nun deine Stimme im Web nutzen, um deine Personal Brand zu stärken? Überlege dir, welcher Kommunikationsstil für dich echt und authentisch ist und bleib dabei. Gibt es besondere Wörter oder Phrasen, die in deinen Beiträgen immer wieder vorkommen und die deinen Kommunikationsstil ausmachen? Wie ist die Tonalität? Welche Adjektive geben die Stimmung deiner Marke wieder? Durch deine Stimme wirst du letztendlich die Beziehung zu deiner Zielgruppe aufbauen.

 

Deine Visuals

  • Wie sieht deine persönliche visuelle Ästhetik aus? Wie ist dein visueller Stil?
  • Welche Farben, visuellen Elemente und Schriftarten passen am besten zu deiner Persönlichkeit?

Deine Visuals sind die sichtbaren Elemente deiner Marke. Sie können das vermitteln, was über Worte hinausgeht und ermöglichen eine Wiedererkennung auf den ersten Blick. Deine visuelle Identität macht deine Personal Brand unterscheidbar von anderen und sofort erkennbar. Farben und Bilder vermitteln Gefühle.

Hast du Klarheit gewonnen über den gewünschten Look and Feel deiner Marke, kannst du Richtlinien zur Gesamtästhetik definieren. Dabei legst du die wichtigsten Stilelemente fest, die du dann in deine Website, deinen Blog und deine Social Media Accounts integrierst:

  • deine Farben
  • dein Logo
  • deinen Bildstil
  • deine Schriftarten
  • weitere visuelle Elemente (Symbole, Emojis usw.)
  • deine Textur (wie fühlt sich die Marke an?)

In der Praxis empfiehlt es sich, ein Brand-Moodboard zu erstellen. Das geht etwa ganz leicht auf Pinterest. Dein Moodboard ist eine Collage, die zusammen die visuellen Elemente deiner Marke transportieren. Die Bilder erzeugen gemeinsam einen Ton und eine Stimmung, und werden so zu einem zusammenhängenden Erlebnis, das die gewünschte emotionale Reaktion deiner Marke auf deine Kunden darstellt. Stil, Farben, Texturen, Typ, Töne, Räume und Geschmack fließen ineinander.

Die Essenz deiner Marke ist relativ beständig und sollte sich kaum ändern. Auf diesen Bausteinen folgt dann die weitere Markenbildung auf. Dazu gehören die konsistente Nutzung von Social Media, eine Website und idealerweise auch ein Blog sowie alle PR-Aktivitäten, die deine Brand Awareness vergrößern, etwa Pressearbeit, Online PR, Kooperationen, Gastartikel und Influencer Relations. 

 

Im zweiten Teil meiner Personal Branding Mini-Serie nächste Woche geht es dann um Personality PR: Wie kann ich meine Personal Brand strategisch nach außen kommunizieren?

 

Wie weit bist du mit deinem Personal Branding? Hast du eine Frage dazu? Dann stelle sie mir gerne in den Kommentaren!

 

Personal Branding

 

 

 

Foto: Haute Stock

 

 

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