Journalisten eine Geschichte exklusiv anbieten in 3 Schritten

Ich bin ein großer Fan von individueller Medienarbeit, wann immer es passt: Da geh ich nicht mit der Gießkanne drüber und verstreue Presseinformationen an viele Medien gleichzeitig, sondern picke mir ein Medium heraus, dem alleine ich eine Geschichte “verkaufe”. Davon profitiert auch das ausgewählte Medium, das die Story exklusiv bringen kann. Aber wie macht man das eigentlich?

Ich gehe dabei nach den folgenden drei Schritten vor: Anklopfen – Argumentieren – Umsetzen. Dabei ist es egal, ob man den Journalisten schon besser kennt, oder noch gar nicht. Die Annäherung sollte immer zielgerichtet und behutsam erfolgen.

 

Vorbereitung: Welche Geschichte für welches Medium?

Voraussetzung ist jedoch, überhaupt eine gute Geschichte zu haben oder eine solche für sein Zielmedium zu entwickeln. Die Story sollte einen exklusiven Neuigkeitswert für das ausgewählte Medium bieten, zu ihm passen und sein Publikum informieren oder amüsieren, je nach Ausrichtung des Mediums. Und das alles verpackt in journalistisch gut verwertbare Informationen und / oder mit Interviewpartnern, die dem Journalisten für weitergehende Gespräche zur Verfügung stehen.

Außerdem muss vorab das Zielmedium gründlich recherchiert werden: In welchem Ressort oder welcher Rubrik könnte ich meine Geschichte gut unterbringen? Hat man den zuständigen Journalisten ausfindig gemacht, gilt es, eine Brücke zu ihm zu schlagen und sich in seine Position zu versetzen. Was braucht er? Wo steht er? Wie könnte ich ihm mit meinen Inhalten helfen? 

Hat man Medium und Journalist ausgewählt und die Geschichte gut vorbereitet, kann es mit den drei Schritten losgehen:

 

1. Schritt: Klopfe vorsichtig an!

Zunächst geht es darum, den ausgewählten Journalisten vorsichtig zu kontaktieren. Journalisten sind immer viel beschäftigt, stehen meist unter Zeitdruck und in vielen Redaktionen herrscht Personalmangel. Sie sind daher oftmals dankbar für gut aufbereitete Informationen, wollen aber keinesfalls eine Geschichte “aufs Aug gedrückt” bekommen. Daher: Überfalle niemals einen Journalisten. Bedenke immer seine spezielle Situation. Zur Kontaktaufnahme rund um eine Story kann man also zwei Dinge tun: Den klassischen Anruf tätigen oder eine E-Mail verschicken. Wenn du anrufst, frage immer zuerst, ob der Journalist gerade Zeit hat für dein Anliegen und texte ihn nicht gleich zu. Falls er gerade keine Zeit hat, vereinbare einen Telefontermin mit ihm oder lass ihn vorschlagen, wann und wie er kontaktiert werden möchte. Auch eine E-Mail mit der Anfrage ist ein möglicher Weg und wird von vielen Journalisten gerne gesehen. Eine allgemeine Empfehlung kann ich aber nicht geben – manche Journalisten werden eben lieber telefonisch kontaktiert, andere schriftlich. Einige Journalisten kann man auch via Social Media gut erreichen – wie das gelingt, erfährst du in diesem Beitrag von Zielbar.

 

2. Schritt: Finde die passenden Argumente!

Da man im Normalfall nur einmal die Chance hat, eine bestimmte Geschichte an einen bestimmten Journalisten zu bringen, sollte man sich vor dem Gespräch eine Argumentationsliste zurechtlegen. Dabei hilft es, sich vorab nochmals intensiv mit dem Medium auseinanderzusetzen sowie anhand von Nachrichtenwertfaktoren Argumente vorzubereiten. Folgende Argumente können in der Argumentationsliste enthalten sein: Was ist das Neue an meiner Geschichte? Warum sollte sich ausgerechnet das Publikum meines Zielmediums dafür interessieren? Was ist der Mehrwert meiner Geschichte für das Medium und dessen Publikum? Was hat das Medium davon, darüber zu berichten? Welchen aktuellen Aufhänger gibt es? Das alles sollte komprimiert und auf den Punkt gebracht in einem Angebot formuliert sein, etwa so: “Ich verfolge Ihre Chronik-Seite mit Interesse und denke, dass Sie mein Thema XY interessieren könnte, weil… . Wäre das interessant für sie?” Im Idealfall erzeugt man im Kopf des Gegenübers Bilder, sodass der Journalist Lust bekommt, diese Geschichte genau jetzt in seine Berichterstattung aufzunehmen.

 

3. Schritt: Finde einen Abschluss!

Hat man dem Journalisten das Thema schmackhaft gemacht, sollte man die Weichen für die Umsetzung stellen. Dazu wird gemeinsam vereinbart, wie die weitere Vorgehensweise aussehen soll. Wird eine Presseaussendung oder weitere Unterlagen hingeschickt? Ein Interview organisiert? Kommt ein Reporter zu mir ins Unternehmen um sich etwas zeigen zu lassen? Oder komme ich in die Redaktion? Wichtig dabei ist, dass man den Journalisten die für ihn und seine Arbeitsbedingungen passende Variante wählen lässt und ihn nicht bevormundet.

 

Fazit:

Mit einer guten Strategie und einer strukturierten Vorgehensweise hab ich immer gute Erfahrungen gemacht, eine Geschichte einem Journalisten schmackhaft zu machen. Eine professionelle Herangehensweise ist auf jeden Fall ein Türöffner und macht es erheblich einfacher. Voraussetzung ist jedoch immer, dass es eine gute Geschichte mit echtem Mehrwert für das Medium gibt.

Welche Erfahrung habt ihr dabei gemacht, wenn ihr Journalisten eine Geschichte angeboten habt? Geht ihr auch ähnlich vor oder habt ihr eine ganz andere Herangehensweise? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen!

 

 

Foto: Unsplash.com

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