Buchtipp: Personal Branding als “Smarter Experte”

BUCHREZENSION | WERBUNG* – Wo kommen nur plötzlich all die vielen Experten her? Vielleicht fragst du dich das auch, wenn du online viel unterwegs bist. Es gibt digital Experten für fast alles: von veganer Hautpflege über Handlettering-Expertinnen bis zu Finanz-Experten, oder welche, die es gerne sein wollen. Sie schreiben Blogs oder produzieren Podcasts, halten Webinare, schreiben Bücher im Selfpublishing und so weiter. Besonders im Bereich Online Marketing oder auch Online Business generell tummeln sich unzählige selbsternannte Experten, die einer genaueren Qualitätsprüfung wahrscheinlich nicht standhalten würden und oft nur schnelles Geld online machen wollen, indem sie anderen für viel Geld erzählen, wie sie selbst vermeintlich erfolgreich und “sichtbar” wurden.

Mir stößt die genannte “Online schnell erfolgreich und reich im Schlaf”-Szene schon länger sauer auf, denn propagiert wird öfter mal, dass man seinen zukünftigen Kunden nur um einen Schritt voraus sein muss, um sein Wissen zu Geld zu machen. Und oftmals nicht mal das. Ich habe auch schon von “Experten” gehört, die anderen erzählen, sie sollten sich eine profitable Nische bzw. ein gewinnbringendes Fachgebiet suchen und sich dort als Experte platzieren – ganz ohne Vorwissen, denn das könne man sich ja leicht im Internet zusammenlesen.

Letztenendes geht es bei diesen digitalen Expertenmodellen darum, sein Wissen durch verschiedene Angebote wie Webinare, e-Books, Online-Communities und ähnliche zu verkaufen. Neben den Pseudo-Experten gibt es natürlich auch echte, seriöse Experten, die sich digital präsentieren. Ich versuche ja immer, Phänomenen auf den Grund zu gehen und so interessiert mich natürlich auch dieser Trend aus dem Bereich Personal Branding für Solopreneure. Mittlerweile hab ich schon einige Bücher dazu gelesen, etwa “Known” von Mark Schaefer, “Entrepreneurial You” von Dorie Clark und “Crushing it!” von Gary Vaynerchuck. Das Autorenpaar Brigitte und Ehrenfried Conta Cromberg hat vor wenigen Wochen mit dem Buch “Die Zeit der smarten Experten” sogar eine kompakte Systematik smarter Wissens-Geschäftsmodelle veröffentlicht.

*Volle Transparenz: Ein Rezensionsexemplar des Buches wurde mir zur Verfügung gestellt.

 

Wir leben in veränderten Zeiten

Prämisse des Buches ist, dass wir in der Zeit der Smarten Experten leben, was bedeutet, dass es immer mehr Menschen schaffen, sich abseits von klassischen Karriere-Laufbahnen eine Reputation als Experte aufzubauen und davon auch leben können. Sie nutzen die neue Technik, um freier und selbständig publizieren zu können oder um zu lehren. Mit dem Buch sollen zukünftige Smarte Experten passende Werkzeuge an die Hand bekommen, mit denen sie ihr eigenes Geschäftsmodell als Smarter Experte erarbeiten können.

Im Buch wird zunächst anschaulich erklärt, warum in unserer heutigen digitalisierten Zeit das Modell eines “Smarten Experten” – im Gegensatz zum klassischen Experten – so gut funktioniert. So leben wir heute etwa in einer Selbstlern-Kultur, die auch durch die Möglichkeit entstanden ist, durch smarte Technik online Tutorials und How-To-Videos einfach bereitzustellen. Kostenlose Information gerät dabei aber schnell an seine Grenzen, und hier beginnt das Feld der Smarten Experten, die ihr Wissen durch verschiedene Methoden gegen Entgelt verfügbar machen. Sie schaffen sich ihre eigene Marke als Wissens-Entrepreneur und arbeiten damit nur für sich selbst.

 

Was ist ein Smarter Experte und was kann er?

Im Unterschied zum klassischen Experten, der oft fremdgesteuerter und austauschbarer Berater und somit Dienstleister ist und keine eigene Methode und keine eigene Produkte hat, bietet der Smarte Experte seine eigene Methodik in eigenen Produkten an. Das können digitale Produkte, aber auch dingliche Produkte oder Veranstaltungen sein. Im Buch wird die gesamte Bandbreite der verschiedensten Möglichkeiten genau aufgeschlüsselt und anhand von Fallbeispielen erklärt. Der smarte Experte etabliert sich damit auch als eigene Marke, wobei er nicht unbedingt eine Personal Brand, eine Personenmarke, aufbauen muss. Die Autoren erklären, welche Marken-Typen daneben noch in Frage kommen, etwa eine Themenmarke oder eine Storymarke. Für jeden Experten passt nämlich ein anderer Marken-Typ besser.

Ein Smarter Experte zeichnet sich auch durch sein Experten-Thema aus, aber das zu finden, ist oftmals gar nicht so einfach. Denn mit der Ausbildung allein ist selten das Thema gesetzt und viele Experten haben ihr Thema auch gar nicht in ihrem Ausbildungsberuf gefunden. Oft ist es auch ein längerer Prozess, sein Thema zu finden. Mit Anleitungen, Checklisten und Beispielen helfen die beiden Autoren dabei, sein eigenes Experten-Thema zu identifizieren. Interessant fand ich hier auch die Aufklärung zum Mythos “Nische”. Nur eine Nische zu haben, wenn dort kein Publikum ist, reicht nämlich nicht und oft sind sogar breitere Themen besser geeignet, wenn es dort einen Bedarf gibt.

Voraussetzung um als Smarter Experte zu arbeiten ist jedenfalls, dass man sein Grundthema gründlich kennt und daraus sein eigenes Experten-Thema identifiziert. Ein Smarter Experte versucht danach, verschiedene Angebote rund um sein Wissen zu kreieren. Im Buch wird von der Experten-Produkt-Treppe gesprochen, die aus verschiedenen unterschiedlichen Produkten besteht – von kostenlosem Content, um die Reichweite aufzubauen bis hin zu besonders hochwertigen und hochpreisigen Angeboten für Superuser.

 

Fazit: Ein praktischer Wegweiser für neue Experten

Persönlich finde ich diesen Ansatz des Smarten Experten sehr spannend und ich denke, wir werden in Zukunft noch viel mehr solcher Experten begegnen. Gerade für Wissensdienstleister, Berater und Coaches dürfte sich da eine vielversprechende neue Möglichkeit auftun. Voraussetzung aus meiner Sicht ist, dass es eine echte Expertise als Grundlage gibt und nicht vermeintlich schnelles Geld als Motivation dient, Smarter Experte zu werden. Für mich selbst sehe ich das derzeit nur teilweise als Möglichkeit, denn die persönliche Beratung meiner Kunden macht mir nicht nur Spaß, sie bereichert auch meinen Erfahrungsschatz und haltet mein Wissen frisch.

Ein Problem sehe ich somit schon bei den reinen Experten, die keine praktischen Erfahrungen (mehr) ansammeln: Für mich sind sie ähnlich wie ein Primar einer Klinik, der zwar von Theorie viel Ahnung hat, aber schon lange nicht mehr operiert und demnach wenig aktuelle Praxiserfahrung mitbringt. Und wenn er dann mal das Skalpell zückt, wäre es wohl für Patienten besser, von einem erfahrenen Operateur behandelt zu werden.

Im Vergleich dazu sehe ich die Gefahr bei reinen Experten, die nicht auch in der praktischen Beratung arbeiten, dass sie zu “Fachidioten” mutieren könnten, die gar nicht mehr mitbekommen, was rund um sie gerade passiert. Je nach Thema ist das vielleicht auch irrelevant – im Bereich der modernen PR wäre die reine Arbeit als Experte ohne laufende praktische Erfahrung keine Option, zu schnell entwickelt sich unsere Branche aufgrund der Digitalisierung weiter. Aber auch dafür bietet das Buch Lösungen und beschreibt auch Mischformen und Phasen-Modelle.

 

 

Personal Branding als smarte Expertin

 

*Werbung:

(folgende Links kennzeichne ich gemäß §26 Mediengesetz als Werbung)

 

“Die Zeit der Smarten Experten”

Brigitte & Ehrenfried Conta Gromberg, Verlag: Smart Business Concepts 2018. ISBN 978-3943895797. 256 Seiten. Als Gebundenes Buch erhältlich. 

 

Nähere Infos zum Buch gibt es hier:

www.smartbusinessconcepts.de/die-zeit-der-smarten-experten

Die Zeit der smarten Experten

 

Transparenz:

Das Buch wurde mir für die Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

 

 

Foto: Stock that Rocks

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