Pinterest-Special 2: Geheimtipps für Erfolg auf Pinterest

Pinterest ist eine geniale Plattform, um seinen Content langfristig und nachhaltig zu streuen und passt damit in den Kommunikationsmix durchaus vieler Brands und Unternehmen. Dazu hab ich euch im ersten Teil meines Pinterest-Specials Geheimwaffe im Kommunikationsmix mehr erzählt. Heute gebe ich euch 6 Geheimtipps für Erfolg auf Pinterest mit auf den Weg.

 

#1 Pinterest-Geheimnis: It start’s with Content, Baby!

Pinterest zu nutzen macht am meisten Sinn, wenn man selbst guten Content beisteuert. Also brauchst du zunächst einmal wertvollen Content: Für deine Zielgruppen relevante und nützliche Blogbeiträge sind ideal, aber auch schöne Fotos etwa aus einer Bildergalerie oder einem Webshop können gut passen. Natürlich sollte keine Werbung gepinnt werden, sondern nützliche oder inspirierende Inhalte, nach denen deine Zielgruppen auch suchen. So kann der eine vielleicht eine Anleitung suchen, wie er ein Hochbeet baut, eine andere ist auf der Suche nach Bildern eines Künstlers, die nächste sucht nach inspirierenden Zitaten. Gepinnt werden sogenannte Pins, das sind visuelle Lesezeichen, die zu einer Content-Quelle führen, etwa Blogposts, Website-Inhalte, Bilder-Galerien oder auch Web-Shops oder Videos. 

Du kannst dir sicher auch als reiner Content Curator auf Pinterest einen Namen machen, aber meiner Meinung nach wäre das verspieltes Potential. Denn ohne eigene Inhalte wird man sich auf dieser Plattform schwer profilieren können. Auf Facebook oder Twitter ist das anders: Mit treffsicheren Aussagen und guter Content Curation kann man sich ein Expertenimage aufbauen, ohne eigene Inhalte verlinken zu müssen.

Aber Achtung: Eigene Pins sollen nur einen kleinen Teil der Gesamtmenge an Pins ausmachen. Dazu unter Punkt #4 mehr.

 

#2 Pinterest-Geheimnis: Vergiss die Follower, knacke den Smart-Feed

Eine schöne Sache auf Pinterest ist es, dass die Anzahl der Follower keine große Relevanz hat. Verantwortlich dafür ist der sogenannte Smart-Feed, den Pinterest seit 2014 einsetzt. Der Smart-Feed ist ein intelligenter Algorithmus, der Pinterest-Usern nur jene Inhalte ausspielt, die für sie relevant sind. Der große Unterschied zu den Algorithmen auf Facebook, Twitter und Instagram ist, dass dabei auch Pins ausgespielt werden, die nicht von jenen Leuten stammen, denen man folgt, sondern die aufgrund anderer Faktoren relevant sind. Der Smart-Feed spült somit Beiträge in den Feed, die thematisch zu dem passen, nach was bisher gesucht wurde und die obendrein beliebt auf Pinterest sind. Das ist auch der Grund, weshalb sich viele in dieser Plattform stundenlang verlieren, weil wirklich relevante Inhalte ausgespielt werden. Wichtig ist daher, dass man auch selbst Pins erstellt, die gefunden werden. Damit kommen wir schon zum nächsten Punkt:

 

#3 Pinterst-Geheimnis: Erstelle “pinteresting” Grafiken

Pinterest arbeitet mit visuellem Content, daher sollten die eigenen Bilder optisch herausstechen. Wie bereits erwähnt, bestehen Pins aus Bildern, im einfachsten Fall aus simplen Fotos, im Idealfall aber aus hochwertigen Grafiken, die “pinteresting” aufbereitet sind. Pinteresting bedeutet, dass der Pin auf den ersten Blick so interessant erscheint, dass er gerne gepinnt wird. Basis dafür ist natürlich immer der gute, mehrwertige Content selbst.

So sollten Bilder für Pinterest aufbereitet werden:

  • gestalte Pins als visuelle Lesezeichen
  • textlastige Inhalte werden in Grafiken umgewandelt
  • Hochformat (Querformat wird nicht gefeatured!)
  • Bildgröße von 735×1102-2061 Pixel
  • optische Aufbereitung soll das Interesse auf den ersten Blick wecken
  • spannende Überschriften, dabei allgemein statt persönlich
  • Text muss nicht identisch mit der Quelle sein, sondern muss zu Pinterest passen
  • starke Wörter und Superlative nutzen
  • Bild: (frontale) Gesichter meiden, Weißraum, warme Farben
  • Schriften mixen, gute Sichtbarkeit des Textes sicherstellen
  • Pin branden, eigenes Logo oder URL nicht vergessen (dezent)
  • Pins ähnlich gestalten (Wiedererkennbarkeit)
  • nicht nur eine Pinterest-Grafik zu einem Inhalt bauen, sondern mehrere unterschiedliche
  • Keywords einbauen, auch in die Bildbeschreibung
  • Bildbeschreibung unter dem Bild für ausführlichere Informationen nutzen
  • Rich Pins statt einfacher Pins (enthalten zusätzlich Bildüberschriften und Metabeschreibungen)

Weitere Tipps dazu findest du etwa auch in diesen Pinterest-Tipps von Caroline Preuss.

Anders als auf Twitter, wo es um die Aktualität von Inhalten geht, funktioniert auf Pinterest Evergreen-Content am besten. Hier geht es auch nicht um persönliche Identifikation und Beeinflussung durch konkrete Personen, da ja relevante Inhalte verschiedenster Quellen ausgespielt werden. Man sucht hier nicht nach Menschen, sondern nach hilfreichen und inspirierenden Inhalten. Daher sollte man den Pin auch unpersönlich halten und lieber von einem “ultimativen” Ratgeber statt von “meinen persönlichen Tipps” sprechen.

Pins erstellen ist übrigens gar keine Hexerei. Am einfachsten geht das mit dem kostenlosen Online-Tool Canva. Hier gibt es sogar Vorlagen für verschiedenste Arten von Grafiken, so auch Pinterest-Vorlagen in der richtigen Größe und mit Designvorschlägen. Man kann auch eigene Bilder und Logos hochladen. Die Aufbereitung mit Textelementen, Hintergründen und Formen ist wirklich ein Kinderspiel. Alternativ eignen sich aber auch Photoshop, oder kostenlose Tools wie Gimp oder PicMonkey dafür.

Ich halte es so, dass ich verschiedene Vorlagen für Pins zu meinem Blog erstellt habe und diese dann einfach weiterbearbeite. Der Arbeitsaufwand hält sich damit in Grenzen.

 

#4 Pinterest-Geheimnis: Sei eine fleißige Bie-Pinne oder lass dir helfen

Der Erfolg auf Pinterest kommt nicht von heute auf morgen. Genauso wie Pins erfolgreicher werden, je länger sie auf Pinterest liegen, so muss auch jeder Account erst über Monate wachsen, bis Erfolge sichtbar werden. Pinterest stellt übrigens umfassende Statistiken zur Verfügung, wenn man seinen Account in einen Business Account umwandelt (mehr dazu unter #5). Das Interessante an Pinterest ist, dass man seinen Account nicht (nur) durch das Sammeln vieler Follower zum Wachsen bringt, sondern dass diejenigen ihre Reichweite vergrößern, die viel und fleißig pinnen. Wenn du das wirklich regelmäßig machst, erkennt dich Pinterest als Art vertrauenswürdigen User an und featured deine Pins viel stärker. Die Pins werden dann durch den Smart-Feed vermehrt anderen Usern vorgeschlagen. Wer also fleißig pinnt, wird in Form höherer Reichweite belohnt. Und wenn du das einmal durch fleißiges Pinnen geschafft hast, dann läuft das Rad.

Dabei musst du keineswegs nur eigene Inhalte pinnen – die Empfehlung ist vielmehr, fremde Inhalte zu teilen. Pinterest-Experten empfehlen 80 – 90% fremde Inhalte zu pinnen und nur 10 – 20 % eigene Inhalte einzustreuen. Der Grund dafür ist, dass man um Reichweite aufzubauen einfach viele Inhalte braucht und das schafft man eben viel leichter, wenn man Pins anderer kuratiert. Ich selbst pinne gefühlt sogar noch mehr fremde Inhalte.

Wie oft solltest du nun pinnen?

Es gibt Empfehlungen zu mindestens 10 bis 30 Pins pro Tag. Mindestens. Andere Experten empfehlen sogar 60 Pins pro Tag für große Boards und 30 für kleine Boards. Eines deiner Boards sollte nur für eigene Inhalte reserviert sein und von dem aus solltest du diese Pins strategisch und zeitversetzt in andere Boards streuen. Ein beliebter Trick dabei ist, gute eigene Pins erneut zu pinnen, man spricht hier vom “loopen”. Nachdem Pinterest Duplicate Content auf ein und dem selben Board nicht mag, sollte der schlechter performende Pin nach einigen Tagen wieder gelöscht werden.

Wann solltest du pinnen?

Die Uhrzeit ist nicht so wichtig, da der Smart-Feed die Pins nicht chronologisch ausspielt. Ein grobes Zeitfenster einzuhalten reicht vollkommen. Ein guter Tipp ist morgens (6-10 Uhr) und abends (18-22 Uhr) zu pinnen, und ganz besonders am Wochenende. Da haben die meisten Leute mehr Zeit, auf Pinterest zu gustieren.

Natürlich verschlingt so viel aktives Pinnen auf Pinterest viel Zeit. Aber auch dafür gibt es Hilfe in Form von Programmen (Boardbooster, Tailwind, Viraltag), die das Pinnen für dich übernehmen. Pinnen muss man dabei zwar trotzdem, aber eben nur z.B. einmal wöchentlich auf geheime Boards, von denen das jeweilige Programm die Pins dann mit einer gewissen Regelmäßigkeit auf relevante Boards repinnt.

 

#5 Pinterest-Geheimnis: Mach deinen Account schön und professionell

Ein schön aufgeräumter Account macht bei Pinterest einfach mehr her, als ein Kraut-und-Rüben-Portal, bei dem nicht geordnet gepinnt wird. Dazu legt man auf Pinterest thematische Boards bzw. Pinnwände, an. Schön ist, wenn es einen Mix aus großen Boards (in meinem Fall z.B. PR, Social Media oder Bloggen gibt) sowie kleinere Boards, die dem Profil etwas mehr Schärfe verleihen (bei mir z.B. Blogger Relations, Pinterest für Blogger oder Storytelling). Alle Boards sollten gute Namen haben, einer Kategorie zugeordnet sein, ein Cover-Bild zeigen und über eine Beschreibung verfügen. Darin umreißt man, worum es in dem Board geht. Schön ist außerdem die Funktion Schaufenster, bei der bis zu vier Boards ausgewählt werden können, die in einem Slider angezeigt werden. Die Boards selbst kann man übrigens auch selbst reihen, so wie es am meisten Sinn macht. Boards kann man auch verstecken (geheime Boards) oder als Gruppenboard nutzen, bei dem mehrere User zusammen pinnen. Gruppenboards gelten sogar als Traffic-Booster.

Sehr empfehlenswert ist auch, seinen Account in einen Business Account umzuwandeln oder gleich einen solchen zu erstellen. Das ist ganz einfach, dazu muss man lediglich seine Website verifizieren und ein paar Häckchen setzen. Eine genaue Anleitung dafür findest du z.B. direkt bei Pinterest. Der Vorteil eines Business Accounts ist auch der Zugriff auf Statistiken. In einem professionellen Account darf natürlich auch kein Impressum fehlen, wobei aber der Link zum Impressum auf der Website reicht.

Nachdem SEO auch auf Pinterest eine wichtige Rolle spielt, gilt es auch die Boards mit geeigneten Keywords zu versehen. Ganz neu ist übrigens, dass auf Pinterest Hashtags verwendet werden können, wobei die Empfehlung derzeit lautet, es nicht zu übertreiben und einmal abzuwarten, wie sich Hashtags auf Pinterest etablieren.

Hilfreich ist auch ein PinIt-Button auf der Website bzw. am Blog. Einen solchen Button kannst du über ein Plugin wie beispielsweise jQuery (WordPress) installieren, und erleichterst es damit deinen Lesern, deine Inhalte zu pinnen.

 

#6 Pinterest-Geheimnis: Stärke deine eigene Marke auf Pinterest

Für welche Unternehmen eignet sich also Pinterest als Kommunikationskanal? Tatsächlich für ziemlich viele, zumindest aus dem B2B-Bereich. Nicht nur Hersteller von Produkten aus den Bereichen Interieur, Fashion, Food, DIY oder auch Künstler und Museen und viele andere finden in Pinterest eine geeignete Plattform. Auch für Experten und manche Dienstleister ist Pinterest ein toller Kanal, wenn sie es schaffen, ihre Inhalte in fesselnde visuelle Lesezeichen zu ihrem textlastigen Content zu basteln.

 

Welche Ziele können Unternehmen auf Pinterest verfolgen:

  • Traffic steigern
  • neue Leser bzw. Kunden gewinnen
  • mehr Sichtbarkeit für Produkte
  • mehr Umsatz
  • nützliche Tipps und Ideen teilen
  • eine Marke aufbauen
  • eine Community von Fans aufbauen

 

Die Pinterest-Strategie für Unternehmen lautet oft, die eigene Marke stärken, indem man für Kunden nützlichen Content teilt. Das können – außer den eigenen Inhalten – auch hilfreiche Inhalte sein, die zum Produkt oder zu einem Thema passen. Diese Pins ordnet man in thematischen Pinnwänden, die auf die User zugeschnitten sind.

Nützlicher Content wird bevorzugt geteilt, interessant ist aber auch, dass gebrandete Pins gut funktionieren, solange es nicht wie eine Werbung rüberkommt.

Beispiel: Ein Fotograf teilt seine eigenen schönsten Bilder (aus Urheberrechtsgründen mit Wasserzeichen versehen) in einem Board oder in mehreren Boards mit unterschiedlichen Schwerpunkten, zusätzlich betreibt er einen Corporate Blog, für den er ebenfalls eine Pinnwand erstellt hat. Er könnte jetzt noch weitere Boards rund um sein Thema herum gestalten, z.B. Foto-Inspirationen von anderen Fotografen, Fotografie-Tipps von Profis, Kameras & Technik, Bildbearbeitung usw.

 

Best Practices von Unternehmen

 

IKEA Österreich

IKEA Österreich hat Boards zu verschiedensten Räumen angelegt, vom Wohnzimmer bis zum Kinderzimmer. Zusätzlich unterhält IKEA kleinere Boards zu Spezialthemen, etwa “Essplätze zum Genießen” oder “Business Ideen”.  Es gibt weiters Boards für limitierte Kollektionen und Weihnachten sowie ein Board für IKEA Ideen, wo Tipps vom Corporate Blog geteilt werden. Auch der IKEA Liebesebotschaften-Generator “Verliebe dich neu” hat ein eigenes Board bekommen. Alles in allem ein Account, der zum Schmökern und zur Inspiration einlädt.

 

True Fruits

Der Smoothie-Hersteller schaut für seine Pinterest-Strategie weit über den Tellerrand: Es gibt Boards zu einzelnen Farben, etwa Green und Pink, und darin sind nicht nur schöne Fotos gesammelt, sondern auch Bilder mit True Fruits Flaschen in dieser Farbe eingestreut. Die Quellen dafür sind oft Instagram-Pics diverser Fans der Marke. True Fruits wird auch den Trends zur Nachhaltigkeit und für DIY in Boards für Upcycling Ideen gerecht. Nicht fehlen dürfen auch Boards zu verschiedenen Rezeptideen rund um Smoothies und ihre Inhaltsstoffe. Sehr nett find ich auch die Pinnwand Flaschentexte – True Fruits ist ja auch für seine markigen,polarisierenden Sprüche bekannt.

 

Lena Hoschek

Die österreichische Designerin bietet eine wahre Inspiration-Fundgrube auf Pinterest. Sie unterhält Boards zu ihren eigenen Kollektionen, wobei sie auch unverlinkte Bilder auf ihren Boards hat. Weiters hat Lena Hoschek Boards zu Themen, die sie inspirieren, etwa “Original 50s Wedding Dresses”oder “Vintage Wedding Photos”. Es gibt die Pinnwand “Lena Hoschek”, in der sie Presse- und Eventbilder von sich teilt, oder auch “Making Of” Boards zu Kollektionen.

 

Andere Erfolgsstories von Unternehmen kann man auch direkt bei Pinterest nachlesen.

 

Weitere Pinterest-Tipps

Ihr seid jetzt auf den Geschmack gekommen und wollt euch tiefer in die Materie Pinterest einarbeiten? In diesem Beitrag hab ich Pinterest Erfolgsgeheimnisse nur kurz umreißen können, aber wer mehr wissen will, wird auf meinem Pinterest-Account fündig. Dort findet ihr eine eigene Pinnwand Pinterest für Blogger, wo ich laufend die besten Tipps rund um Pinterest sammle. 

 

Pinterest Board

 

 

 

 

 

 

 

Eine umfangreiche Einführung in das Marketing auf Pinterest findet ihr im Whitepaper Pinterest Marketing für Unternehmen von Futurebiz.de.

 

Für die Feinheiten des Pinterest-Einmaleins empfehle ich außerdem die Blogs, Challenges bzw. Kurse dieser Pinterest-Expertinnen:

 

Happy pinning!

 

6 Pinterest Geheimtipps

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Unsplash.com

 

 

 

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