So pitchtst du Podcast-Interviews in 5 Schritten

Podcasts liegen voll im Trend: Spätestens 2018 sind sie auch in Europa angekommen, nachdem sie in englischsprachigen Ländern schon länger etabliert sind. Jeder fünfte Deutsch hört laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom Podcasts. Der Musik Streamingdienst Spotify hat mittlerweile über 4.000 Podcasts in deutscher Sprache im Programm.

Podcasts haben den großen Vorteil, dass sie durch die Stimme im Ohr viel besser Nähe erzeugen können als andere Medien. Außerdem kann man Audio-Content im Gegensatz zu Video-Content recht einfach nebenbei im Alltag konsumieren, etwa beim Autofahren, beim Laufen, beim Fenster putzen, wo auch immer.

Höchste Zeit, deinen eigenen Podcast zu starten? Nicht unbedingt!

Du könntest auch im Rahmen deiner PR die Podcasts anderer nutzen und dich als Interviewpartner anbieten, damit deine Bekanntheit vergrößern, neue Zielgruppen erreichen und für dich begeistern. Besonders wenn du dein Personal Branding stärken und deine Expertise bekannt machen möchtest, bieten sich Podcast-Interviews an.

Aber wie kannst du fremden Podcasts Interviews geben? Wenn du Glück hast, wirst du dazu vom Podcast-Host eingeladen, weil ihn dein Thema und deine Story interessiert. Aber du kannst auch selbst aktiv auf ihn zugehen und dich für ein Interview anbieten, du machst also einen Pitch, analog zum Medien-Pitch. Vor allem Podcasts, die regelmäßig Interview-Gäste haben, solltest du dabei im Auge haben, denn nicht jeder Podcast macht Interviews.

 

So gehst du bei deinem Podcast-Pitch vor:

 

Schritt 1: Recherchiere nach geeigneten Podcasts

Welche Dialoggruppen möchtest du ansprechen? Wer steht im Fokus deiner kommunikativen Bemühungen? Wenn du das weißt, kannst du dich auf die Suche nach Podcasts deiner Branche machen, die diese Personen hören könnten. Am einfachsten geht das, wenn du direkt in deiner Podcast-App suchst, etwa in iTunes oder via Spotify oder SoundCloud. Dazu kannst du zunächst gewisse Stichwörter eingeben etwa “Business” oder “Marketing”. Hast du erste grundsätzlich geeignete Podcasts gefunden, schau auch nach, welche ähnlichen Podcasts dir von der App empfohlen werden und suche auf diese Weise weiter. Wenn du iTunes via Desktop benutzt, kannst du dir auch alle Podcasts eines Themengebiets alphabetisch geordnet ansehen.

Halte bei den Podcasts Ausschau nach jenen, die auch wirklich Interviews machen und gut zu deinem Thema passen. Kontrolliere auch, ob der Podcast noch aktiv ist und nicht etwas zuletzt vor einem Jahr gesendet hat. Hör dir ein paar aktuelle Folgen an, um ein Gefühl für den Podcast zu bekommen.

 

Schritt 2: Mach einen Podcast-Verteiler

Deine Vorauswahl trägst du nun in einen eigenen Podcast-Verteiler ein, analog zum Medien-Verteiler. Notiere dir Ansprechpartner und Kontaktdaten sowie die wichtigsten Informationen zum Podcast. Verwende dazu etwa die Selbst-Beschreibung des Podcasts via iTunes oder deiner Podcast-App. Die meisten Podcasts haben auch eine eigene Website, auf der du weitere Informationen einholen kannst. Notiere dir auch die Themengebiete des Podcasts und mögliche Ansatzpunkte für deinen Pitch. Versuche herauszufinden, ob der Podcaster Guidelines für Anfragen veröffentlicht hat.

 

Schritt 3: Erstelle Storylines für deinen Pitch

Nachdem du deine vorausgewählten Podcasts gründlich analysiert hast, solltest du schon ein Gefühl dafür bekommen haben, ob du mit deiner Story auf den jeweiligen Podcast passt. Überleg dir daher im nächsten Schritt, mit welchem Aufhänger du deine Idee präsentieren möchtest. Welche Ansatzpunkte findest du für deine Storyline? Wie musst du dein Thema aufbereiten, sodass es für den jeweiligen Podcast von größtem Mehrwert ist? Hast du etwa Expertise, die das Know How des Podcasters ergänzt oder vertieft? Hast du einen besonderen Erfahrungsschatz, den du mit den Podcast-Hörern teilen möchtest? Warum sollte ausgerechnet deine Idee vom Podcaster aufgegriffen werden?

Schau dir auch den Stil des Podcasts an: Ist der Podcast eher auf handfeste Tipps ausgelegt oder ist Storytelling im Fokus? Wie passt du da jeweils hinein?

Überleg dir gut, was der Podcaster davon haben sollte, dich zu interviewen. Vor allem, wenn es sich um jemanden handelt, der dein Mitbewerber ist, solltest du einen frischen Ansatz und eine neue Perspektive für dein Thema finden und nicht das Know How des Podcasters einfach in anderen Worten wiedergeben.

 

Schritt 4: Überlege dir ein Timing für deine Pitches

Es wird wenig sinnvoll sein, alle geeigneten Podcasts gleichzeitig anzufragen. Geschickter ist es, dir eine zeitliche Reihenfolge zu überlegen, wen du wann anfragen willst. Schau dir dazu deine ausgewählten Podcasts an: Hat einer von ihnen aktuell einen Themenschwerpunkt gesetzt, zu dem du etwas beisteuern könntest? Hast du selbst ein aktuelles Thema, das du einem von ihnen vorschlagen möchtest? Versuche dir zu überlegen, wann in etwa du welchen Podcast pitchen möchtest, erlaube dir dabei aber unbedingt auch Flexibilität.

Kalkuliere unbedingt auch eine gewisse Vorlaufzeit ein zwischen deiner Anfrage, dem eigentlichen Interview und der Veröffentlichung der entsprechenden Folge.

 

Schritt 5: Schreibe deinen ersten Pitch

Bei deinem Themenvorschlag oder Pitch kannst du ähnlich vorgehen wie bei einem Medien-Pitch: Arbeite kurz und knapp heraus, warum du der geeignete Interviewpartner mit welchem konkreten Thema bist. Am besten lautet die Überschrift zu deinem Podcast-Pitch genauso, wie die Folge lauten könnte. Schau dir also auch typische Überschriften bisheriger Podcast-Folgen an. 

Formuliere auch auf den Punkt, welchen Mehrwert dein Interview Podcast Hörern bringen würde. Erstelle vielleicht ein paar Bullet-Points zu deinem Themenvorschlag. Dein Ansprechpartner sollte schnell erfassen können, worum es geht und warum er dich unbedingt interviewen sollte. Er sollte nicht lange überlegen müssen, wie er dich unterbringen kann, sondern von dir eine fertige Idee serviert bekommen. Ist das Interesse einmal da, kannst du dann im Gespräch deine Idee natürlich noch genauer erläutern.

Den Podcaster wird natürlich auch interessieren, wer du bist und warum du mit deiner Expertise glaubwürdig bist. Schicke daher unbedingt den Link zu deiner Website und/oder Blog mit und im Idealfall auch deine Experten-Bio, das ist eine kurze Zusammenfassung zu dir und deinen wichtigsten beruflichen Stationen. Erwähne vielleicht auch kurz, dass du die fertige Podcast-Folge auch auf deinen Kanälen verbreiten wirst – je nach deiner Reichweite profitiert der Podcaster nämlich auch davon.

Pro-Tipp: Achte darauf, deine Tonart an den Podcast anzupassen.

 

 

Ein wichtiger Hinweis zum Schluss:

Ein Podcast-Interview ist eine redaktionelle Geschichte, sprich du musst kein Geld für ein Interview bezahlen! Warum erwähne ich das? Lustigerweise hat mir nach der Veröffentlichung dieses Blogposts jemand angeboten, auf seinem Podcast Interviews meiner Kunden zu platzieren für einen erstaunlich hohen Geldbetrag. Das ist jedoch nicht das, worüber ich in diesem Blogpost spreche.

Ein normales Podcast-Interview läuft selbstverständlich ohne Bezahlung ab, denn sonst wäre es ja ein gesponserter Beitrag und somit Werbung, auch als solche zu kennzeichnen. Ein redaktioneller Beitrag ist jedoch immer unbezahlt und es liegt im Ermessen des Podcast-Gastgebers, ob er ein Interview mit dir macht oder nicht. Die Tipps in diesem Beitrag sollen deine Chancen auf ein Interview erhöhen, indem du deinen Interview-Vorschlag professionell rüberbringst. Wenn du dich hingegen in einen Podcast einkaufen wollen würdest, bräuchtest du diese Tipps ja nicht. 

Natürlich haben Podcasts auch verschiedene Monetarisierungs-Modelle. So kann etwa ein Sponsor am Beginn der Show oder zwischendurch genannt werden. Aber lass dir niemals einreden, dass du für ein Interview bezahlen musst! 

 

 

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Podcast Interviews pitches

 

 

Foto: Haute Stock

 

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