Wie du dich für die passenden Social Media Kanäle für deine Brand entscheidest

Facebook oder Twitter, oder vielleicht doch Instagram? Von Pinterest hast du auch nur Gutes gehört und Snapchat soll auch ein Hit sein. Die Auswahl an Social Media Plattformen, die du für dein Online Marketing nützen kannst, ist riesig. Wo solltest du präsent sein, und worauf kannst du verzichten? Ich hab eine kleine Entscheidungshilfe für dich zusammengestellt.

Zunächst einmal: Du musst nicht überall dabei sein, um gesehen zu werden! Es ist besser, sich zu Beginn auf 2-3 Kanäle zu konzentrieren und diese kontinuierlich mit qualitätsvollen Inhalten zu bespielen, als überall einen Account zu haben, der nur sporadisch und schlecht bespielt wird. Es ist schon Aufgabe genug, einen Kanal wirklich kennenzulernen, herauszufinden welche Gepflogenheiten dort herrschen, wie dort miteinander kommuniziert wird und das dann auch für sich anzuwenden. Social Media muss gelernt werden, oft auch durch Trial und Error. Denn es macht einen riesigen Unterschied, einen Kanal privat zu nutzen oder für dein Business.

 

Deine Entscheidung sollte von drei Hauptüberlegungen geleitet sein:

  • Wo sind meine Zielgruppen unterwegs? Welche Kanäle benutzen meine gewünschten Kunden und Dialogpartner?
  • Welcher Kanal passt zu mir, den ich auch selbst gerne benutze oder bereit bin, mich darin einzuarbeiten?
  • Welche Content-Formate passen zu mir? Hab ich eher visuell-ästhetischen Content oder mehr Texte?

 

Das bedeutet, dass du zuallererst wissen musst, wer deine Zielgruppen überhaupt sind. Wen möchtest du mit deinen Botschaften erreichen, wer muss davon erfahren? Erst dann kannst du recherchieren, auf welchen Kanälen deine Zielgruppen am liebsten kommunizieren, wo sie sich informieren und wo du sie am besten erreichen kannst. Es bringt dir zum Beispiel nichts, viel Zeit in Instagram aufzuwenden, wenn du dort deine Kunden nicht erreichen kannst. Da ist es besser, Instagram nur privat zu nutzen.

Nutze aktuelle Social-Media-Statistiken, um mehr darüber zu erfahren, welche Kanäle bei welchen Personenkreisen aktuell beliebt sind. Das ändert sich immer wieder, daher solltest du hier am Laufenden sein, um deine Social-Media-Strategie anpassen zu können.

Beachte auch, dass es einige Social-Media-Kanäle gibt, die man leicht erlernen und bespielen kann (z.B. Twitter), und andere, die mehr Aufmerksamkeit und Know How erfordern (z.B. Pinterest, YouTube). Social Media ändern sich auch laufend, sodass eventuell eine Strategie für einen Kanal in Kürze gar nicht mehr aufgehen wird. Facebook ist hier besonders zu nennen: Es scheint so, als ob der Algorithmus organische Reichweite von Facebook-Seiten demnächst drastisch reduzieren wird (Stichwort: Explore Feed). 

 

Sympathie über Social Media herstellen

Halte dir bei all deinen Überlegungen vor Augen, dass Social Media keine Push-Kanäle für deine Werbebotschaften oder dein Ego-Marketing sind. Mit anderen Worten: Missbrauche sie nicht um deinen Content stur zu teilen, sondern nutze Social Media als das, wofür sie gedacht sind: Um in Interaktion mit anderen zu treten und um Einblicke in dein Unternehmen zu geben. Sei stets ansprechbar, hilfsbereit und menschlich. Höre anderen zu. Zeige Persönlichkeit. Gibt gute Tipps, teile deine Erfahrungen, bring deine Produkte oder Dienstleistungen interessant ins Gespräch, nicht plump. Das alles wird dir dazu helfen, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Denn Menschen kaufen letztendlich Marken, die sie wirklich mögen.

 

Die folgende Übersicht über die aktuell wichtigsten Social Media Plattformen kann natürlich nur sehr stark vereinfachend sein, und soll dir in einem Überblick die wichtigsten Merkmale der Plattformen in Erinnerung rufen. 

 

Facebook

Mit Facebook kannst du eigentlich nichts falsch machen, außer du richtest dich an eine sehr junge Zielgruppe, die meistens auf anderen Socials unterwegs sind. Facebook ist am besten geeignet, mit deiner Zielgruppe wirklich in Interaktion zu treten und diese Beziehungen auch zu pflegen. Du kannst über Facebook auch deine Bekanntheit steigern und mehr Traffic auf deine Website oder deinen Blog lenken. Außerdem bietet es sich hier an, Marktforschung zu betreiben, indem du zuhörst, was deine Kunden über deine Produkte sagen oder welche Probleme oder Wünsche sie haben.

Worum geht’s:

#1: Facebook-Seite für dein Business

Teile deine Ideen, sei hilfreich und unterhaltsam, teile deine Blogposts oder Videos, teile auch passenden Content von anderen, die für deine Zielgruppe interessant sein könnte. Zeig, wie es bei dir hinter den Kulissen aussieht, wie du arbeitest, wie Dinge entstehen. Facebook gilt als flexibles soziales Netzwerk, wo sämtliche Formate funktionieren: Texte, Bilder, Videos, Links, Zitate, Ankündigungen, Gewinnspiele. Stelle immer wieder Fragen und versuche mit deinen Followern in Interaktion zu treten. Je mehr deine Fans auf deine Posts reagieren (like, teilen, kommentieren), desto mehr Reichweite werden deine Posts bekommen. Nutze Facebook Live für Events oder besondere Momente. Poste deine Facebook-Story, das geht mittlerweile auch für Facebook-Seiten.

#2: Facebook-Gruppen

Versuche auch in entsprechenden Gruppen zu sein und mit deiner Expertise anderen zu helfen. Beantworte Fragen, empfehle auch andere Experten weiter. Auch damit kannst du dir einen guten Ruf aufbauen. Vielleicht überlegst du dir auch, eine eigene Facebook-Gruppe zu starten. Aber Achtung: Unterschätze nicht den Betreuungsaufwand! Es sind schon viele Gruppen wieder geschlossen worden, weil zu aufgrund mangelnder Aktivität ihrer Mitglieder eingeschlafen sind.

 

Twitter

Bei Twitter geht es um Kommunikation in Echtzeit, bei der du mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt treten kannst, von Gleichgesinnten, Kunden, Mitbewerbern, aber auch Medienleuten. Bei Twitter kannst du oft posten, ohne negativ aufzufallen. Meiner Meinung nach ist es das am leichtesten zu bedienende, niederschwelligste Netzwerk, denn du brauchst nur kurze Texthappen zu verfassen. Mittlerweile sind 280 statt 140 Zeichen möglich, was die Sache noch einfacher macht, weil du dich nicht um Komprimierung deiner Tweetttexte bemühen musst.

Worum geht’s:

Teile deine Gedanken in Kürze, teile deine Blogposts, teile vor allem aber auch viel Content von anderen (Content Curation) und Branchennews. Vermeide es, in Werbe- und PR-Sprech zu verfallen. Poste motivierende Zitate oder löse Diskussionen mit kernigen Statements aus. Auch kurze Videos oder Bilder sind möglich, nutze auch Twitter-Polls und bleib über Twitter-Trends informiert über aktuelle Themen. Knüpfe Kontakte, indem du folgst, likest und Beiträge teilst. Stelle Fragen und beantworte solche. Agiere als Mensch, nicht als Unternehmen auf Twitter.

 

Instagram

Instagram als visuelles soziales Netzwerk ist toll, wenn du über Bilder das Lebensgefühl oder den Leitgedanken, der hinter deiner Marke steckt, veranschaulichen kannst. Du Kannst Instagram als Art ganz persönliches Lifestylemagazin sehen. Platte Werbung ist dementsprechend hier Tabu, das wollen die Leute auf Instagram nicht sehen. Instagram zahlt in dein Branding ein und es ist ein ganz toller Kanal, um sich eine Community an gleichinteressierten aufzubauen.

Worum geht’s:

Erstelle Bilder rund um dich, deinen Arbeitsplatz, deine täglichen Erlebnisse. Verfasse einen persönlichen Text zu den Bildern (Caption). Poste passende Zitate und nutze eigene Template, damit sie wiedererkennbar sind. Zeige deine Produkte oder Services, aber visuell ansprechend – vermeide aber unbedingt eine werbliche Bildsprache. Nutze vor allem auch die Instagram Stories, um kurze Updates zu geben oder Fragen zu stellen, auch Umfragen sind seit kurzem möglich. Gestalte deine Bio aussagekräftig und verlinke auf deine Website oder deinen aktuellen Blogartikel.

 

Pinterest

Pinterest ist eine visuelle social Bookmarking Plattform, das heißt du erstellst visuelle Lesezeichen für deine Blogposts oder deine Website-Inhalte und sorgst für eine Verknüpfung mit Pinterest. Pinterest wird oft eher als Suchmaschine denn als soziales Netzwerk verstanden und gilt – richtig betrieben – als Trafficbooster. Inhalte hier sind nicht tagesaktuell, sondern die Plattform eignet sich viel besser für Evergreen-Content.

Worum geht’s:

Erstelle mit einem Grafikprogramm passende Eins für deine Inhalte und lade sie auf dein Pinterest-Profil. Gestalte dein Profil mit thematisch geordneten Boards, etwa zu deinen Blogposts, zu deinen Produkten, oder zeige, was man mit deinen Produkten machen kann oder womit du dich thematisch noch beschäftigst (passend zu deinem Business). Poste nützliche Infografiken. Sorge für eine gute, interessante Mischung. Repinne die Pins von anderen (80% Pins von anderen!).

 

XING und LinkedIn

Die Businessplattformen XING und LinkedIn gehören sollten natürlich ebenfalls genutzt werden, wenn du dich in einem Business-Umfeld bewegst. Die Plattformen werden gerne genutzt, um Kontakte zu pflegen und zu erweitern, aber auch über Veranstaltungen kann man hier informieren und informiert werden. LinkedIn ist die internationale Plattform, ist die eigene Zielgruppe eher im deutschsprachigen Raum unterwegs, eignet sich XING.

Worum geht’s?

Mit seinem Profil, dem Austausch in Fach-Gruppen und mit dem Teilen von eigenem Content kann man sich hier als Experte positionieren. Bei LinkedIn kann man sich sogar Fähigkeiten durch Kontakte bestätigen lassen. Employer Branding spielt hier für Unternehmen natürlich ebenfalls eine Rolle, wenn sie auf der Suche nach Mitarbeitern sind.

 

YouTube

Videos zu erstellen ist aufwändiger, als andere Content-Formate. Wer sich aber drübertraut, kann davon profitieren, denn schon länger geht der Trend zu Bewegtbildern. 

Worum geht’s?

Bitte keine langweiligen Image-Filme, das will wirklich niemand mehr sehen. Viel besser ist es sich für seine Videos ein Konzept zu überlegen, damit man aus der Masse herausstechen kann. Menschen mögen gerne emotional berührt und inspiriert werden. Ein anderer Zugang wäre es, in Videos konkrete Handlungsanweisungen und Tipps zu geben. 

 

Wofür auch immer du dich entscheidest, versuch es möglichst professionell anzugehen. Besser nur eine oder zwei Plattformen gut zu bespielen, als viele nur halb. Am Ende würde das den jeweiligen Social Media Auftritt in ein schlechtes Licht werfen und dir damit letztendlich mehr schaden als nutzen.

Social Media zu bedienen benötigt viel Zeit. Plane dir daher immer fest die Zeiten ein, wann du wo posten möchtest. Das macht es dir leichter einen Überblick zu behalten. Auch für stressige Phasen, in denen du nicht lange darüber nachdenken kannst, was du posten möchtest, bist du damit vorbereitet.

 

 

So entscheidest du dich für die passenden Social Media Kanäle

 

 

Foto: kaboompics.com 

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