Wie man eine Boilerplate erstellt

Was macht ein Journalist, der jeden Tag 100 und mehr Presseaussendungen bekommt? Er wird schon aus zeitlichen Gründen jede nur flüchtig nach der enthaltenen Story scannen. Und die Story wiederum kann er nur einordnen, wenn er etwas über den Aussender der Pressemitteilung erfährt. Redakteure haben zwar meist eine sehr gute Allgemeinbildung, aber ich würde nicht davon ausgehen, dass sie alle möglichen Unternehmen und Organisationen kennen. Daher braucht jede gescheite Pressemitteilung eine aussagekräftige Kurzinfo über den Aussender, eine kurze Zusammenfassung, was das Unternehmen macht und was es auszeichnet. Das ist eine Boilerplate, oder auch Abbinder genannt. Nach dem Durchlesen sollte der Leser kurz das Unternehmen beschreiben können.

 

Boilerplates sind immer gleiche Textbausteine, die am Ende einer Pressemitteilung noch vor dem Rückfragekontakt stehen. Bekommt ein Journalist eine Presseaussendung und findet er den Titel und den Lead interessant, wird er sich zuerst über den Absender informieren wollen und dazu einen Blick auf die Boilerplate werfen. So kann er sich ein Bild machen und die aktuelle Information in einen Kontext stellen. Erst dann wird der eigentliche Haupttext gelesen. Vor allem kleinere oder unbekanntere Unternehmen sind besonders auf ein gut geschriebenes Kurzporträt angewiesen, um Vertrauen und Glaubwürdigkeit herzustellen. 

 

Boilerplates sind fixer Bestandteil von Presseaussendungen, stellen das Unternehmen sachlich dar, sind kurz gehalten und immer aktuell.

 

Die Boilerplate hat keinen direkten Bezug zum aktuellen Anlass der Presseinformation und Journalisten übernehmen sie nicht direkt für ihre journalistischen Formate. Es ist aber nicht unwahrscheinlich, dass die eine oder andere Information daraus in die Berichterstattung einfließt. Eine Boilerplate ist daher immer auch eine Chance, dem Leser etwas über das Unternehmen zu erzählen und macht ihn im besten Fall auch neugierig darauf, gewisse Aspekte des Unternehmens näher zu beleuchten.

 

Hier habe ich ein ganz simples generisches Beispiel einer Boilerplate erstellt:

Firma XY mit Hauptsitz in XY stellt XY Produkte für die Zielgruppe XY her. Unsere Mission ist es zu XY. Seit dem Jahr XY stehen wir für XY. Unsere XY Mitarbeiter arbeiten an XY Standorten in ganz Europa für XY. Für weitere Informationen über Firma XY besuchen Sie unsere Website (URL).

 

So wird eine Boilerplate geschrieben:

Eine Boilerplate zu erstellen ist keine Kunst. Im Wesentlichen geht es darum, die relevantesten Fakten über das Unternehmen zusammenzutragen, das Alleinstellungsmerkmal herauszuarbeiten und diese Informationen nüchtern und knapp aufzubereiten.

 

Inhalt 

Eine Boilerplate beinhaltet die wichtigsten Fakten und Hintergrundinfos über das Unternehmen. Folgende allgemeine Angaben können in der Boilerplate enthalten sein:

  • Name und Rechtsform des Unternehmens
  • Unternehmenssitz
  • Standorte und Niederlassungen
  • Gründungsdatum
  • Produktportfolio
  • Tätigkeitsgebiete
  • Branche
  • Spezialisierungen
  • bekannte Produkte  oder Marken
  • Zahl der Mitarbeiter
  • Unternehmensgröße
  • Umsatz- und Gewinnzahlen
  • Meilensteine, Innovationen oder Patente
  • Auszeichnungen
  • Kunden oder Referenzen
  • Mission Statement
  • Weblink

 

Positionierung

Eine Boilerplate lässt sich auch prima nutzen, um Alleinstellungsmerkmale des Unternehmens bzw. der Organisation zu kommunizieren. Wie unterscheidet sich dieses Unternehmen von anderen? Ist es ein Vorreiter auf seinem Gebiet, hat es spezielle Patente usw. 

 

Tonalität

Die Boilerplate besteht nur aus Fakten und überprüfbaren Informationen und wird daher sachlich und faktenbasiert formuliert. Werbesprache, Eigenlob und Übertreibungen haben hier keinen Platz, Fachsprache und Jargons auch nicht. Zitate ebenso nicht. 

 

Aktualität

So lange sich die wichtigsten Informationen über das Unternehmen nicht verändern, kann die Boilerplate als gleichbleibender Standardtextblock am Ende jeder Presseinformation eingesetzt werden. Sie muss aber immer aktuell sein, denn Journalisten müssen sich darauf verlassen können, dass die enthaltenen Informationen stimmen. Hierbei ist es auch wichtig, dass nicht unterschiedlich (aktuelle) Versionen der Boilerplate herumschwirren.

 

Kürze

Weniger ist mehr! Eine Boilerplate muss kurz sein, damit der schnell lesende Journalist das Unternehmensprofil rasch erfassen kann. Fünf bis zehn Zeilen sollten – je nach Größe des Unternehmens – ausreichen. Wird die Boilerplate zu langatmig, ist die Gefahr recht groß, dass sie ignoriert wird.

 

Fazit

Eine Boilerplate schreiben ist nicht schwer, aber man sollte sich an gewisse Konventionen halten, die sich Journalisten einfach erwarten.

 

Wie man eine Boilerplate erstelltZum Weiterlesen:

 

Foto: Unsplash.com Wie man eine Boilerplate erstellt

Wie man eine Boilerplate erstellt

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