Snapchat-Special 2: Wie man Snapchat für PR und Marketing nützen kann

Bei Snapchat steht ganz eindeutig der Spaß und die authentische Selbstdarstellung im Vordergrund, weniger das Geschäft. Was aber nicht bedeutet, dass man Snapchat nicht auch in seine Kommunikationsaktivitäten einschließen kann. Halten wir uns zunächst die Spezifikationen dieser Plattform vor Augen:

Lustig und flüchtig

  • es tummeln sich vor allem Jugendliche auf Snapchat, für über 30-Jährige ist der Dienst wenig interessant
  • für Mädchen ist Snapchat nochmals wichtiger als für Burschen (76 vs. 54%)
  • die Kommunikation auf Snapchat ist real-time, direkt und spontan
  • Nutzer müssen einander aktiv adden, um Inhalte zu teilen
  • der Content ist vergänglich, nach maximal 24 Stunden löst er sich auf (Storys, private Snap-Mitteilungen nach maximal 10 Sekunden)
  • daher sollte man sich auch gut überlegen, wann man snappt
  • Vorbereitung ist möglich, da sich mittlerweile auch ältere Snaps aus den Memories (Snapspeicher) als Story posten lassen – besser ist aber die live-Kommunikation
  • witziger, verspielter, authentischer Content ist gefragt – statt Perfektion und Ästhetik 
  • eine gute Geschichte ist das A und O auf Snapchat, wer gute Ideen hat, kann hier punkten (Storytelling)
  • besonders geeignet sind Insider-Infos: Behind-the-scenes, Insights oder oder anderer persönlicher Content, der nur auf Snapchat geteilt wird und somit den Nimbus einer privaten Info hat
  • daher eignen sich auch exklusive Promokationen, Discountangebote oder Giveawayaktionen, weil sie wie ein Geheimtipp wirken
  • ein allzu werblicher Auftritt wird auf Snapchat nicht funktionieren

 

Drei Möglichkeiten, wie man Snapchat für PR und Marketing nützen kann:

 

Über einen eigenen Snapchat-Account

Es gibt bereits zahlreiche Unternehmen, Marken und NGOs, Promis und Social-Media-Stars sowie Medienhäuser, die ihre eigenen Snapchat-Präsenzen aufgebaut haben und als Kommunikations- und Marketingkanal nützen. Hier gilt es zunächst einmal Geduld zu haben und warten, bis man von Usern hinzugefügt wird. Dazu ist es unerlässlich, außerhalb von Snapchat proaktiv Promotion für seinen Snapchat-Kanal zu machen. Allzu plump sollte man dabei aber nicht auftreten, denn die jungen Snapchatter wollen eigentlich ungestört sein. Somit bleibt nur die Chance, sich den Jugendlichen anzupassen und auf ihre Weise zu kommunizieren: lustig, authentisch, privat. Eine kluge Content Strategie darf natürlich auch auf Snapchat nicht fehlen.

Der veröffentlichte Content sollte dann regelmäßig erscheinen. Accounts, die keine oder nur selten Storys posten, werden Nutzer irgendwann wieder entfernen. Toll finde ich zum Beispiel, wenn Ausschnitte aus Pressekonferenzen in die Story gepostet werden, oder man bei einem Betriebsrundgang zuschauen kann. Ein Blick hinter die Kulissen ist auch in vielen Bereichen spannend oder auch die Vorstellung eines neuen Produktes, wenn es witzig gemacht ist. Promotionaktionen, Veranstaltungen oder Gewinnspiele können ebenfalls auf Snapchat bekanntgemacht werden. Möglich sind aber auch kreative Kampagnen oder Wettbewerbe, bei denen beispielsweise User aufgefordert werden, Snaps zu einem bestimmten Thema in ihrer Story zu posten. Für Employer Branding wird Snapchat ebenfalls schon von einigen Unternehmen, die Mitarbeiter aus der jungen Zielgruppe rekrutieren wollen, genutzt.

 

Über Kooperationen mit Influencern / Snapchat-Influencer-Marketing

Einige Social-Media-Influencer bieten bereits erfolgreich an, im Rahmen von Kooperationen ihre Snapchat-Accounts zu bespielen. So können beispielsweise Produkt-Reviews stattfinden, Koch-Rezepte in Kooperation mit einer Marke gepostet werden, Gewinnspiele und Rabattaktionen promotet, oder Behind-the-scenes Storys gesnappt werden. Der Kreativität der Influencer-Kampagnen sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist, dass der Content zum Influencer passt, authentisch ist und als sponsored post deklariert wird. Seit Instagram vergangenes Jahr seinen Nutzern ebenfalls die Möglichkeit eröffnet hat, Storys zu posten, scheint mir, dass sich die Aktivitäten ein wenig dorthin verlagert haben. Aber das ist nur meine Einschätzung und muss kein allgemeiner Trend sein.

Eine weitere Möglichkeit wäre, seinen Snapchat-Kanal einem Social Influencer für einen begrenzten Zeitraum zu überlassen (Snapchat-Takeover). Das bringt auch den Vorteil, dass die Freunde des Influencers auf den eigenen Account und damit auf die Marke aufmerksam werden. 

 

Über Werbung

Snapchat bietet mehrere Werbeformate an, die man jedoch meines Wissens nach in Österreich noch nicht buchen kann. Der Vollständigkeit halber seien sie hier jedoch kurz erwähnt. Da gibt es zum einen die sehr kostspieligen Discovery-Inhalte (Stories von Medienunternehmen) und Live Stories (Stories von Werbetreibenden). Zum anderen kann man Snap Ads buchen sowie Geo-Filter und Face-Lenses sponsern. Filter sind bei den Usern sehr beliebt und werden intensiv genützt. Erst vor ein paar Tagen gab es etwa eine Face-Lense zur neuen Amazon Prime Serie “You are wanted”. 

 

Fazit:

Ich glaube, dass sich bei der professionellen Kommunikation über Snapchat selbst die Profis teilweise noch im Unklaren sind, wo der Zug hinfährt und vieles noch am Werden ist. Lassen wir uns überraschen! Das nächste große Ding bei den Jugendlichen ist das neue Musik-Video-Netzwerk musical.ly, bei dem 15-sekündige Musikvideos geteilt werden. Da muss ich aber erst nachspionieren. 😉

 

Meine persönliche Snapchat Story könnt ihr im Snapchat-Special 1: Meine Snapchat Story nachlesen.

Happy snapping!

 

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Foto: Picjumbo.com 

PR Spionin

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